Sie trugen Schwarz bei Hertha BSC. Doch anders als bei unzähligen Gelegenheiten in der Vergangenheit hatte der Berliner Fußball-Zweitligist am Sonntagnachmittag keinen Grund zur Trauer. Im Gegenteil. Der Hauptstadtklub, der beim FC Schalke 04 sein schwarzes Sondertrikot ausführte, feierte ein 2:1 (1:0). Drei Punkte, die am Ende des neunten Spieltags Platz neun bedeuten.

„Für uns ist das ein sehr wichtiger, ein verdienter Sieg. Es war ein Schicksalsspiel. Ich habe gesagt, ich will den nächsten Schritt sehen“, sagte Trainer Pal Dardai, der Marten Winkler (Infekt) und Jeremy Dudziak (Fußprellung) mit Jonjoe Kenny und Deyovaisio Zeefuik ersetzte.

Hertha BSC mit reifer Leistung

Und tatsächlich war es so, dass Hertha eine Partie für sich entschied, die man in den ersten Wochen der Saison wohl noch kläglich aus der Hand gegeben hätte. „Wir haben Charakter gezeigt“, erklärte Stürmer Smail Prevljak. „Wir haben uns gefunden und verdient gewonnen.“

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Eingeleitet vom bosnischen Angreifer, der seinen Fuß zum richtigen Zeitpunkt in eine Flanke von Fabian Reese hielt – 1:0 (41. Minute). „Ich weiß selbst nicht wirklich, wie der Ball kam“, erklärte Prevljak. „Deshalb habe ich so eine große Nase.“ Den richtigen Riecher eben.

Statistisch kam der Treffer für die Gäste aus Berlin überraschend. In den ersten 40 Minuten war Hertha kaum gefährlich vor dem Kasten von Schalke-Keeper Justin Heekeren aufgetaucht, die hitzige Atmosphäre vor 61.885 Zuschauern beim kriselnden Ruhrgebietsklub tat ihr Übriges. „Wir haben uns dann vorgenommen, das zweite Tor sofort zu forcieren“, erklärte Trainer Dardai den Plan für die zweite Hälfte. „Das kam alles so wie gemalt.“

Erst Anschlusstreffer, dann Gelb-Rot für Schalke

Reese selbst marschierte von der Strafraumkante in die Mitte, zog ab und tunnelte dabei Schalkes Heekeren zum 2:0 (51.). Doch statt mit der Führung im Rücken selbstbewusst weiterzumachen, handelte sich Hertha einen Gegentreffer ein. „Wir bringen den Gegner mit einem Konter zurück ins Spiel“, monierte Torschütze Reese.

Kenan Karaman nutzte einen fehlgeleiteten Pass der Berliner und steckte auf Yusuf Kabadayi durch, der an Tjark Ernst vorbei einnetzte (80.). Doch nachdem Karaman in der 86. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah, war es vorbei mit dem Schalker Oberwasser. Hertha verteidigte konzentriert und fing sich nicht – wie schon so oft – noch ein Last-Minute-Gegentor.

Deyo Zeefuik nach Zusammenstoß benommen

„Eine klasse Abwehrleistung“, lobte Trainer Dardai, „die Spieler, die gut köpfen können, haben Verantwortung übernommen. Auch Tjark hatte einen sehr guten Tag.“ Somit war’s ein Kollektiv, das den zweiten Auswärtssieg der Saison sicherte. Den dritten Sieg aus den vergangenen vier Spielen.

Kleiner Wermutstropfen: Dardai musste zweimal verletzungsbedingt wechseln. Erst war Deyovaisio Zeefuik per Kopf mit einem Gegenspieler zusammengestoßen, dann zwickte bei Marton Dardai der Oberschenkel. „Außer Deyo haben alle gesagt, dass er raus muss“, erzählte Dardai, der mitansehen musste, wie sein Rückkehrer auf der Außenbahn manchmal etwas planlos und benommen unterwegs war. Nach einer Viertelstunde zog der Coach die Reißleine und wechselte. „Der Mensch ist wichtig, nicht das Ergebnis, nicht das Spiel“, so Dardai. Obwohl ja auch das am Sonntag passte.