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Hertha BSC - Tumulte bei Windhorst-Rede

| Lesedauer: 26 Minuten
Inga Böddeling und Michael Färber
Hertha BSC, Mitgliederversammlung, im Bild Investor Lars Windhorst.

Hertha BSC, Mitgliederversammlung, im Bild Investor Lars Windhorst.

Foto: picture alliance / nordphoto GmbH / Engler

Siebeneinhalb Stunden dauerte die Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Es wurde viel Klartext geredet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Es war eine verkorkste Saison, erst in letzter Sekunde konnte Hertha BSC am vergangenen Montag den Abstieg in die Zweite Liga verhindern. Auf der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten am Sonntag in der Messehalle 20 sollten die Weichen neu gestellt werden.

Nach dem Rücktritt von Präsident Werner Gegenbauer tat es ihm Vize-Präsident Thorsten Manske am Sonntag nach. Investor Lars Windhorst ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, vor den Mitgliedern zu sprechen. Hier finden Sie das Protokoll der Mitgliederversammlung von Hertha BSC zum Nachlesen.

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Hertha BSC - Die Mitgliederversammlung im Newsblog zum Nachlesen

18.34 Uhr: Das war es dann auch. Nach 7:31 Stunden schließt Versammlungsleiter Dr. Lentfer die Mitgliederversammlung. Frank Zanders "Nur nach Hause" begleitet die Mitglieder und auch uns aus der Messehalle 20.

18.29 Uhr: Der letzte Tagesordnungspunkt (Verschiedenes) ist erreicht. Themen sind unter anderem die Motorradhelm-Aufbewahrung und das Catering bei Heimspielen.

18.10 Uhr: Viele Fragen prasseln auf Bobic ein, zu den Fragen des neuen Trainers oder Sportdirektors hält er sich jedoch bedeckt.

17.49 Uhr: Fredi Bobic antwortet auf die Frage eines Hertha-Mitglieds, dass abgegebenen Spielern zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wurde: "Die Spieler, die uns verlassen haben, werden ihre Verabschiedung bekommen."

17.27 Uhr: Es beginnt die Aussprache.

17.19 Uhr: Jetzt stehen auch die Ergebnisse der Aufsichtsratswahl fest, es reicht die einfache Mehrheit. Gewählt wurden Andreas Schmidt, Renate Döhmer, Klaus Brüggemann, Torsten-Jörn Klein und Scott Körber.

17.18 Uhr: Auf die immer stärker werdenden Anfeindungen aus dem Publikum antwortet Windhorst: "Ich gehe nicht weg, ich bin dabei die nächsten zehn, 20 Jahre." Wütende Proteste, als er das Podium wieder verlässt. Versammlungsleiter Dr. Lentfer entschuldigt sich für das Verhalten der Mitglieder.

17.12 Uhr: Windhorst: "Mir geht es nicht darum, mitzuentscheiden, aber ich möchte mitdiskutieren. Die beste Entscheidung soll gewinnen. Es geht um eine Entscheidung, die die Herthanerinnen und Herthaner fällen müssen: Wollen wir nicht um jeden Preis, aber um alles in der Welt Erfolg haben? Oder sind wir zufrieden damit, im unteren Tabellendrittel oder in der Zweiten oder Dritten Liga zu sein?"

17.08 Uhr: Windhorst erklärt: "Ich bin Gesellschafter, es ist mir eine große Ehre, hier Gesellschafter sein zu dürfen. Und 'Windhorst raus' funktioniert nicht, weil ich nicht im Präsidium oder Aufsichtsrats sitze." Sein eingesetztes Kapital sieht er als nicht rückzahlbar an. Und er stellt weiteres Kapital in Aussicht, "wenn es einen richtigen Neustart gibt".

"Es war auch nicht beabsichtigt, 375 Millionen Euro, sondern 225 Millionen Euro zu investieren. Doch mit Corona hat keiner gerechnet", sagte Windhorst, der Zahlungsschwierigkeiten eingestand: "Aber ich habe alles voll eingezahlt." Sein Ziel: "Ich möchte, dass Hertha BSC extrem erfolgreich wird, das ist mein Ziel. Dann ergibt sich vieles von selbst, dann wird es auch keine vermeintlichen Machtkämpfe mehr geben. Ich wusste, dass die Situation mit Herrn Gegenbauer sehr schwierig werden würde und habe mir zwei Jahre auf die Zunge gebissen." Immer wieder wird Windhorst von Zwischenrufen unterbrochen.

17.06 Uhr: Offene Streitereien unter den Hertha-Mitgliedern, einige wollen ihn vor die Tür zitieren, andere rufen dem entgegen: "Last ihn doch erst mal sprechen."

17.03 Uhr: "Es war für mich nicht einfach, so viel Geld in einen Verein zu investieren. Deutschland ist ja das einzige Land, in dem die 50+1-Regel gilt. Ich habe das als historische Chance gesehen, hier mitzuwirken. Es ist ja nicht ein finanzieller Gewinn, den man macht, das war von vornherein klar."

17.02 Uhr: Windhorst: "Meine lieben Jungs hier vorn, ihr werdet sicher am Applaus gemerkt haben, dass ihr in der Unterzahl seid."

17.01 Uhr: Da das Ergebnis zur Aufsichtsratswahl immer noch nicht vorliegt, bekommt Lars Windhorst die Gelegenheit zu sprechen. Laute "Windhorst raus"-Rufe, ein Transparent mit seinem durchgestrichenen Konterfei wird gezeigt. Als Windhorst seine Rede beginnen will, wird er immer wieder von lauten Rufen unterbrochen. Versammlungsleiter Dr. Lentfer ruft zur Ordnung auf.

16.53 Uhr: Schiller bedankt sich zum Abschluss für das Vertrauen: "Ich werde im Herzen immer Herthaner sein." Standing Ovations für den Finanzchef in Messehalle 20.

16.52 Uhr: Auch was die Verwendung der 374 Millionen Euro der Tennor Gruppe von Lars Windhorst angeht, bezog Schiller Stellung: 165 Millionen gingen in Transfers inklusive Beraterhonorare, 111,1 Millionen wurden zur Schuldentilgung verwendet, mit 97,2 Millionen wurden Verluste in Folge der Corona-Pandemie verwendet, 62,8 Millionen für Personalaufwand, 6,8 Millionen in Investitionen.

16.47 Uhr: Der zum Oktober scheidende Finanzchef Ingo Schiller präsentiert nun die Planung für die Saison 2022/23. Hertha plant mit Erträgen in Höhe von 126,2 Millionen Euro und Ausgaben in Höhe von 174,0 Millionen Euro (Personalaufwand: 85,3 Millionen Euro) - das würde ein Verlust von knapp 50 Millionen Euro bedeuten.

16.42 Uhr: Bobic fordert "Selbstbewusstsein auch in der schwierigsten Situation. Das gelingt nur zusammen. Wenn uns das nicht gelingt, dann steht ein anderer Trottel hier oben und erzählt euch was. So etwas wie 'Typisch Hertha', wenn in letzter Minute verloren wurde, will ich nie wieder hören. Zusammen können wir es schaffen." Bemerkenswerter Auftritt des Sport-Geschäftsführers.

16.38 Uhr: Ruf aus dem Publikum: "Die Fußballer haben gespielt wie Arbeitslose." - Bobic: "So redet man nicht über Menschen. Und mit Schreien kommt man nicht weiter. Und danke, dass wir noch ein funktionierendes Präsidium haben, denn ich muss jeden Tag Entscheidungen treffen."

16.34 Uhr: Bobic: "Es wird nicht gleich Europa League sein oder Champions League. Ich habe davon nie geredet. Es waren zu viele Lücken in der Kommunikation. Ich weiß gar nicht, wie viele Falschmeldungen ich produziert habe, um herauszufinden, wer es war."

16.28 Uhr: Bobic, der ohne vorbereitetes Script spricht, weil er sich von der Stimmung treiben lassen wollte: "Wir haben eine Mannschaft gehabt, die keine Mannschaft war." Als der Geschäftsführer dann Felix Magath als Retter engagieren wollte, "habe ich ihn angerufen: Hallo - und er hat gleich gesagt, du brauchst gar nicht weiter erzählen, ich mache das." Vor allem an die Fans gerichtet, sagte Bobic: "Hertha BSC ist nicht so schlecht. Und als Hertha BSC euch gebraucht hat, wart ihr da."

16.22 Uhr: Jetzt ist es an Fredi Bobic, den Bericht der Geschäftsführung der Hertha BSC GmbH und Co. KGaA abzugeben. Vereinzelte "Bobic raus"-Rufe sind zu hören. Bobic: "An so einem Tag, an dem Menschen abgewählt werden, fühle ich mich auch schuldig. weil wir die einzigen waren, die an der Situation etwas hätten verändern können. Aber wir haben nicht geliefert. Ja, wir haben Fehler gemacht." Weiter erklärt er: "Wir haben nicht die richtigen Spieler gefunden, um an der Situation etwas zu ändern. Wir haben auch von Fundament gesprochen, dieses Fundament habe ich nicht vorgefunden. Für mich ist es immer einfach, auf jemanden zu schimpfen. Aber es bringt nichts, von Tag X an nach hinten zu arbeiten. Wir müssen nach vorn arbeiten."

16.15 Uhr: 2810 Mitglieder, davon 2682 stimmberechtigte, haben bei den Abwahlanträgen wie folgt gestimmt: Für die Abwahl von Manske stimmten 64,2 Prozent, die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit wurde damit verfehlt. Manske bleibt im Amt - und erklärt daraufhin seinen sofortigen Rücktritt! Riesenjubel im Saal.

Fabian Drescher: 20,7 Prozent für die Abwahl - Drescher bleibt im Amt.

Anne Jüngermann: 17,7 Prozent für die Abwahl - Jüngermann bleibt im Amt.

Peer Mock-Stümer: 30,1 Prozent für die Abwahl - Mock-Stümer bleibt im Amt.

Ingmar Pering: 32,7 Prozent für die Abwahl - Pering bleibt im Amt.

Norbert Sauer: 49,7 Prozent für die Abwahl - Sauer bleibt im Amt.

16.09 Uhr: Christian Wolter spricht per Videobotschaft zu den anwesenden Mitgliedern: "Ich möchte, dass der Aufsichtsrat eine Stimme nach außen bekommt und dass Hertha nach außen hin ein geschlossenes Bild abgibt." Damit haben sich alle Kandidaten für den Aufsichtsrat vorgestellt. Es folgt das schriftliche Abstimmungsverfahren, gewählt wird per Liste.

16.05 Uhr: Gunnar Seydler, Diplom-Kaufmann, stellt sich vor: "Ich möchte nicht, dass Hertha zum Gespött der Nation wird." Digitale Transformationsthemen führt er als Qualifikation an.

16.02 Uhr: Von einem Hertha-Mitglied wird Andreas Schmidt aufgefordert, für das Präsidium zu kandidieren. Riesenapplaus in Messehalle 20. Schmidt: "Wenn man so etwas macht, dann muss man es mit Haut und Haaren machen und auch die Zeit dafür haben."

16.00 Uhr: Andreas Schmidt, ehemaliger Hertha-Profi und seit zwölf Jahren im Aufsichtsrat, spricht von "zahlreichen atmosphärischen Störungen im Verein", die Hertha geschadet haben. Kommunikationsprozesse sollen in allen Bereichen verbessert werden, "dabei will ich mithelfen. Und Herr Herrgesell könnte dabei ein wichtiger Bestandteil des Aufsichtsrates sein aufgrund seiner Tätigkeit in diesem Bereich."

15.55 Uhr: Scott Körber ist an der Reihe (Diplom-Verwaltungswirt, Mitglied des Abgeordnetenhauses und im Sportausschuss): "Ein Weiter-So wird es mit mir nicht geben."

15.41 Uhr: Der bisherige Aufsichtsratschef Torsten-Jörn Klein hat das Wort: "Ich stehe dagegen, dass alle ihre eigene Suppe kochen. Mich interessiert nur Hertha." Ein Hertha-Mitglied zu Klein: "Wenn ich sehe, welche Energie in Ihnen steckt: Warum kandidieren Sie nicht als Präsident?" Leichter Applaus in Messehalle 20. Klein antwortet: "Ich bewerbe mich für den Aufsichtsrat, und wenn ich gewählt werde, freue ich mich, wenn man mich auch wieder zum Vorsitzenden wählt. Aber ich werde nicht als Präsident kandidieren. Ich möchte nicht die Lösung sein, sondern Teil der Lösung."

15.38 Uhr: Mit Oliver Herrgesell tritt ein neuer Kandidat an: "Ich bin enttäuscht über den Zustand bei Hertha. Ich stand schon in der Ehrenloge und auch in der Kurve. Hier zu stehen, das hatte ich nie vor. Aber jetzt will ich beim Neuanfang mitwirken." Der ehemalige Chefredakteur des "Stern" erhält nicht von allen Zustimmung. Herrgesell will zur besseren Kommunikation bei Hertha beitragen.

15.34 Uhr: Es folgt Renate Döhmer: "Wir haben furchtbare Krisen durchlebt, sind aber nie daran zerbrochen. Deswegen bin ich mir sicher, dass wir die Vorherrschaft in der Stadt zurückholen. Ich würde gern 'Scheiß Union' sagen, aber das gehört sich ja nicht."

15.27 Uhr: Nach dem Bericht des Ältestenrates steht die Wahl des Aufsichtsrates unmittelbar bevor. Die Kandidaten können sich in einem Drei-Minuten-Redebeitrag vorstellen. Es beginnt Klaus Brüggemann: "Ich bin nicht streitbar, aber ich verbiege mich nicht. Die Transferentscheidungen von Fredi Bobic waren suboptimal. Aber das weiß er auch selber, und er wird mit seinem Team auch liefern."

15.16 Uhr: Abstimmung über den letzten Abwahlantrag von Norbert Sauer - die Verkündung der Ergebnisse rückt somit näher.

15.12 Uhr: Zum Schluss ist Norbert Sauer an der Reihe, für sich und gegen den Abwahlantrag zu werben. Troschitz: "Bei ihm ist nicht erkennbar, welche oppositionelle Position er dargestellt hat. Gab es Abstimmungen im Präsidium, die nicht einstimmig ausgegangen sind?" Sauers Antwort: "Das Präsidium ist viel demokratischer, als sie ahnen." Mehrheitsentscheidungen "sind teilweise äußerst knapp ausgefallen. Ich darf für mich in Anspruch nehmen, mehrere Male in der Opposition gestanden zu haben. Auch gegen Herrn Gegenbauer." Sauer: "Dem Verein steht der größte Umbruch bevor, seitdem ich Mitglied bin, und das ist seit 25 Jahren."

15.04 Uhr: Kurz zur Einordnung: Noch immer ist Tagesordnungpunkt 5a (Abwahlanträge) im Gange, Die Berichte von Geschäftsführer Fredi Bobic oder Investor Lars Windhorst finden erst unter Punkt 9 bzw. Punkt 11 statt. Derweil hat die Abstimmung zum Abwahlantrag von Pering begonnen.

14.38 Uhr: Die Abstimmung zu Abwahl-Antrag Nummer vier, gegen Peer Mock-Stümer, ist im Gange. Hertha-Mitglied Heinz Troschitz erhält als Vertreter für die Antragsteller der Abwahlanträge auch den Antrag gegen Präsidiumsmitglied Ingmar Pering aufrecht und konfrontiert ihn mit folgender Frage: "Was ist mit unserem Hertha-Dampfer?"

Pering: "Man muss auch festhalten, wer den Präsidenten gewählt hat. Das waren wir alle. Und wir wussten, dass hier autoritär gearbeitet wird." "Seit Werner Gegenbauer weggegangen ist und alle Leute einbezogen sind", habe es ein Durchstecken von Sitzungsergebnissen an die Öffentlichkeit nicht mehr gegeben, sagt Pering. Und, so Pering: "Das Schiff ist auf einem guten Weg, man kann das in der Werft gut sehen." Pering erhält Zuspruch von einigen Hertha-Mitgliedern: "Er ist ein Macher."

Schluss im Amateurstadion: Herthas A-Junioren verlieren das Endspiel um die deutsche Meisterschaft mit 1:2 gegen Dortmund.

14.25 Uhr: Ein Hertha-Mitglied bemängelt in Richtung Mock-Stümer die fehlende Leistungskultur bei Hertha. Jetzt wird es persönlich: Ein Hertha-Mitglied wirft Mock-Stümer Arroganz und aalglatte Argumentation vor.

Und weiter, ein anderes Hertha-Mitglied: "Ich will von Ihnen wissen, wie Sie Hertha zu einem ständigen Teilnehmer in der Europa League oder auch in der Champions League machen wollen. Schauen Sie sich mal Union an, was die geleistet haben?" Empörung in der Messehalle 20.

Das nächste Hertha-Mitglied: "Ihr sagt, ihr wollt die Fans mehr ins Boot holen. Dafür hattet ihr lange genug Zeit."

14.10 Uhr: Präsidiumsmitglied Peer Mock-Stümer hat das Wort: "Seit wir wissen, dass Werner Gegenbauer zurücktreten würde, ist bei uns Frühling eingekehrt." "Für mich ist die 50+1-Regel Gesetz", sagt Mock-Stümer. Und dass manche auch in den Medien ein neues Präsidium fordern, "ist für mich ein No-Go". Klare Kritik an Investor Lars Windhorst, der den Rücktritt von Werner Gegenbauer öffentlich gefordert hatte. Es gehe darum, Hertha zu dem zu machen, "was unser Anspruch ist, nämlich die Nummer eins in Berlin".

14.03 Uhr: Die Abstimmung zur Abwahl von Anne Jüngermann läuft. Halbzeit bei den Abwahlanträgen. Ein Blick in die Informationsbroschüre zur Mitgliederversammlung verrät: Die Hertha BSC GmbH und Co. KGaA hat im Geschäftsjahr 2020/21 Einnahmen in Höhe von 114,5 Millionen Euro verbucht und Aufwendungen in Höhe von 197,8 Millionen Euro. Das ergibt einen Verlust in dieser Spielzeit in Hohe von 83,3 Millionen Euro.

Passend dazu: Hertha A-Junioren kassieren im Endspiel kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit das 1:2 gegen Dortmund.

13.57 Uhr: Nun tritt Präsidiumsmitglied Anne Jüngermann vor das Mikrofon, um Stimmen gegen ihre Abwahl zu sammeln. "Ich stelle mich aller Kritik und aller daraus folgenden Konsequenzen. Es geht nicht um mich, sondern um die Zukunft von Hertha. Das wichtigste Thema ist die Kommunikation."

13.51: Drescher äußert sich auf Nachfrage zur Verpflichtung von Tayfun Korkut als Trainer-Nachfolger von Pal Dardai: "Die Nachfolge wurde uns lang erklärt von Herrn Bobic. Die Überzeugung war, dass es für die schon gering gesetzten Ziele in dieser Saison reichen würde." Die Abstimmung zur Abwahl von Präsidiumsmitglied Fabian Drescher läuft. Natürlich schriftlich.

13.45 Uhr: Ein weiteres Hertha-Mitglied macht deutlich: "Ich weigere mich, Leute abzuwählen, wenn ich nicht weiß, wer danach kommt, um es besser zu machen. Ich plädiere dafür, dass die gewählten Personen bis zum Ende ihrer Amtsperiode im Amt bleiben." Das nächste Hertha-Mitglied: "Lasst die Leute doch mal arbeiten und auch eingestehen, dass sie Fehler gemacht haben."

13.41 Uhr: Während Herthas A-Junioren im Amateurstadion den 1:1-Ausgleich gegen Dortmund kassieren, kämpfen die verbliebenen Präsidiumsmitglieder um Stimmen. Fabian Drescher sagt: "Niemand ist größer als der Verein."

13.21 Uhr: Die Abstimmung zu den Abwahlanträgen beginnt. Die Abstimmung erfolgt schriftlich. Als erstes steht die Abwahl Manskes an.

13.19 Uhr: Die A-Junioren gehen im Endspiel gegen Dortmund in der zwölften Minute mit 1:0 in Führung. Torschütze: Luca Wollschläger. Im Saal brandet kurz Jubel auf. Fredi Bobic, Herthas Sport-Geschäftsführer, nimmt dies mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Bobic macht sein Verspechen wahr, dieses A-Junioren-Finale während der Versammlung per Ipad zu verfolgen.

13.14 Uhr: Ein Hertha-Mitglied "Unser Verein ist zum peinlichsten Verein des Landes geworden." Zugleich wird Präsidiumsmitglied Manske aufgefordert, aufzuführen, inwiefern sich seine Arbeit von der Gegenbauers unterschieden hat: "In ihren Ausführungen gab es viele Floskeln."

13.06 Uhr: Manske: "Mir und uns geht es nicht um Machterhalt." Lautes Buhen im Saal. "Meine Erfahrung wird bei Hertha BSC weiter dringend benötigt." Lachen im Saal. Versammlungsleiter, Rechtsanwalt Dr. Dirk Lentfer, ruft zur Ordnung auf: "Wir werden jedem Präsidiumsmitglied die Möglichkeit geben, sich zu äußern. Es ist also nicht notwendig, sein gesamtes Pulver jetzt schon zu verschießen." Man solle doch eine Form wahren, bei der "jeder sein Gesicht behält".

12.53 Uhr: Manske tritt zur Replik ans Podium, Pfui-Rufe aus dem Saal. Der Rückhalt der anwesenden Mitglieder ist überschaubar.

12.43 Uhr: Jetzt geht es mit dem Antrag zur Abwahl von Präsidiumsmitglied Thorsten Manske weiter. Hertha-Mitglied Heinz Troschitz begründet den Abwahlantrag: "Wenn das Herz für Hertha BSC brennt, dann müssen Menschen ins Präsidium einziehen, die das Zeug dazu haben, den Hauptstadtklub zum Erfolg zu bringen. Es wurde sich zu wenig um die Fans gekümmert. Wenn ich in die andere Richtung der Stadt schaue, bekomme ich rote Augen. Das ist doch furchtbar, wir müssen doch besser sein." Und weiter: "Sie haben den damaligen Präsidenten so weitermachen lassen wie in den vergangenen 14 Jahren. Das war ein großer Fehler." Troschitz kritisiert Ex-Präsident Gegenbauer sowie Präsidiumsmitglied Manske deutlich, großer Applaus der Mitglieder.

Troschitz fordert: "Machen Sie den Weg frei für eine neue Hertha mit einer Zukunft in Berlin." Bis auf zwei Vertreter des aktuellen Präsidiums sollen alle zurücktreten, um bis zum 26. Juni handlungsfähig zu bleiben.

12.40 Uhr: "Bis spätestens 14 Tage vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung müssen alle Bewerbungen eingegangen sein", erklärt Klein mit Blick auf die Präsidentenwahl am 26. Juni 2022 im City Cube. Die Anzahl der Mitglieder bei der Versammlung hat sich erhöht: Inzwischen sind 2750 Mitglieder, davon 2628 stimmberechtigte, in der Messehalle 20 anwesend.

12.25 Uhr: Jetzt spricht Torsten-Jörn Klein, der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Klein berichtet von zehn Aufsichtsratssitzungen von Januar bis Mai dieses Jahres. In einer davon habe der Aufsichtsrat einem Beschluss des Präsidiums erstmals nicht zugestimmt. In den Diskussionen "wurde es auch laut", so Klein.

"Der ausschlaggebende Punkt waren die vielen Abwahlanträge der vergangenen Jahre. Ich habe mit vielen der Antragsteller gesprochen, habe zugehört, und ich habe verstanden: So kann es nicht weitergehen", erklärt Klein. Klein: "Dann kam es zu diesem Bruch im März zwischen mir und dem ehemaligen Präsidenten. Es gab keinen Kontakt mehr, er hat auf meine Anrufe nicht mehr reagiert." Klein kritisiert die Entgegnung von Ex-Präsident Gegenbauer auf das Interview von Windhorst im Wirtschaftsmagazin "Capital". "Wir haben beide aufgefordert, dass dieser Krieg unbedingt aufzuhören hat im Sinne von Hertha BSC", sagt Klein. Es wurde beschlossen, einer Erklärung des Präsidiums nicht zuzustimmen.

Klein bitte, dass "keiner mehr an sich selbst denkt. Alle sollen für den Verein denken und darüber nachdenken, was jede Handlung auslöst." Großer Applaus von den Mitgliedern. "Unser Ziel ist, den Vereinsfrieden wiederherzustellen und die Außendarstellung zu verbessern. Das hat uns wahnsinnig viele Sympathien gekostet."

12.20 Uhr: Nach den Berichten der Vereins-Abteilungen Fußball, Boxen, Tischtennis und Kegeln nähert sich die Versammlung Tagesordnungspunkt 5: Bericht des Aufsichtsrats. Die Windhorst-Rede ist ist als erste im Tagesordnungspunkt 11 vorgesehen. Der kommissarische Präsident Manske verliest die aktuelle Mitgliederzahl: 41.200 Mitglieder.

12.01 Uhr: Manske: "Werner Gegenbauer habe großen Mut bewiesen und seinen sofortigen Rücktritt als Präsident und Beisitzer der KGaA erklärt." Manske dankt dem Ex-Präsidenten für diesen Schritt, es gibt Applaus und auch Buh-Rufe. Manske heißt Lars Windhorst willkommen, die Buh-Rufe werden lauter. Manske. "Ich reiche Ihnen die Hand und bitte Sie inständig, lassen Sie uns nicht mehr übereinander, sondern miteinander reden."

Nebenbei wurde auch der Termin für die außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der ein neuer Präsident gewählt werden soll, bekannt: 26. Juni 2022.

11.53 Uhr: Manske spricht von einem "desolaten Zustand" des Klubs. Wir haben in der zurückliegenden Spielzeit auf und abseits des Spielfeldes keinen guten Job gemacht." Applaus von dem Mitgliedern. "Wir sind wild entschlossen, die zukünftige Ausrichtung unseres Klubs auf neue Beine zu stellen. Wir müssen eine neue alte Dame schaffen."

"Alleingänge müssen in Zukunft der Vergangenheit angehören", so Manske weiter: "Unsere alte Dame hat es verdient, respektvoll behandelt und nicht permanent den Medien zum Fraß vorgeworfen zu werden."

Manske: "Wir müssen dem Klub seine Identität als mitgliedergeführter Verein zurückgeben. Hertha muss wieder anfassbarer und erlebbarer werden. Wir sind immer noch der größte Klub unserer Stadt."

Manske setzt dabei auf das neue Hertha-Stadion, für das es immer noch keinen Standort gibt: "Die neue Arena soll Begegnungsstätte auch außerhalb der Spieltage werden."

11.49 Uhr: 2491 Mitglieder nehmen an der Veranstaltung teil, davon sind 2385 Mitglieder stimmberechtigt. Jetzt tritt Thorsten Manske für den Bericht des Präsidums ans Rednerpult.

11.46 Uhr: Die Ehrungen nehmen kein Ende: Footvolleyspieler Joel Nißlein wird als Herthaner des Jahres ausgezeichnet.

11.31 Uhr: Nach der Ehrung für die verstorbenen Hertha-Mitglieder folgt die Ehrung langjähriger Herthaner. Der im November 2020 verstorbene Michael Ottow, langjähriges Präsidiumsmitglied, wird posthum mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillant geehrt.

11.20 Uhr: Schon die erste Kritik aus dem Auditorium: Die Abwahl-Anträge sollen erst nach dem Bericht des Aufsichtsrates erfolgen, um auch die Sicht dieses Gremiums zu erfahren. Die anwesenden Mitglieder stimmen dem mit großer Mehrheit zu.

11.17 Uhr: Die Anträge zur Abberufung von Mitgliedern des Präsidiums werden unmittelbar nach dem Präsidiumsbericht erfolgen und nicht erst zum Ende der 13 Punkte umfassenden Tagesordnung.

11.14 Uhr: Investor Lars Windhorst wird vorgestellt. Applaus mischt sich mit Pfiffen und Buh-Rufen, als er aufsteht und die Versammlung mit einem Winken begrüßt.

11 Uhr: Der kommissarische Präsident Thorsten Manske eröffnet die Versammlung und spricht gleich von einer Nahtoderfahrung mit Blick auf die vergangene Saison. Und gleich der erste Versprecher: "Lassen Sie uns respektlos ... äh ... respektvoll mit dem Verein umgehen." Manskes Appell: "Mögen wir heute weise Entscheidungen treffen und im Amateurstadion deutscher Meister werden." Herthas A-Junioren spielen um 13 Uhr gegen Borussia Dortmund um den Titel.

10.58 Uhr: Die Messehalle 20 ist voll. Die Stimmung wankt zwischen Hoffnung, dass sich etwas ändert, und ein wenig Sorge vor einer Schlammschlacht.

10.28 Uhr: Eine halbe Stunde vor Beginn der Mitgliederversammlung füllt sich die Halle. Im Vergleich zu den Vorjahren ist schon deutlich mehr los. Aus den Lautsprechern stimmt Frank Zanders Hymne "Nur nach Hause" auf einen blau-weißen Sonntag ein.

9.38 Uhr: Guten Morgen aus der Messehalle 20. Hier startet um 11 Uhr die Mitgliederversammlung von Hertha BSC. Auch Investor Lars Windhorst wird erwartet und soll sprechen. Was der Anhang vom Engagement des Geldgebers hält, dürfte auch Windhorst selbst nicht entgehen.

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