Bundesliga

Hertha sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf

Hertha kämpft sich nach einer erneut schwachen ersten Halbzeit zurück ins Spiel und holt beim 3:3 in Düsseldorf einen wichtigen Punkt.

Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (l.) freut sich über sein Tor in Düsseldorf.

Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (l.) freut sich über sein Tor in Düsseldorf.

Foto: Lukas Schulze / Bongarts/Getty Images

Düsseldorf.  Hertha BSC hat ein erneutes Debakel in der Fußball-Bundesliga verhindert und im Freitagsspiel Selbstvertrauen für die restlichen zehn Saisonspiele gesammelt. Die Berliner holten mit dem 3:3 (0:3) bei Fortuna Düsseldorf einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf und wahrten damit den Sechs-Punkte-Abstand auf die Düsseldorfer.

„So einfache Tore zu kassieren, das geht nicht in der Bundesliga. Am Ende können wir das Spiel fast noch gewinnen, aber das war ein wichtiger Punkt. ein sehr wichtiger“, sagte Per Skjelbred. Der zur Pause eingewechselte Maximilian Mittelstädt ergänzte: „In der zweiten Halbzeit haben wir besser nach vorn gespielt und es dem Gegner schwer gemacht.“

Die Ausgangslage für das Duell schlug sich in den Mannschaftsaufstellungen eindrucksvoll nieder: Düsseldorf begann mit der derselben Formation wie beim 2:0 in der Vorwoche in Freiburg, Gästetrainer Alexander Nouri bekämpfte die Nachwehen des furchtbaren 0:5 sechs Tage zuvor gegen Aufsteiger Köln dagegen fast mit einer Totalrochade: Von seinen zehn Feldspielern tauschte er sechs aus, zudem musste Stammkeeper Rune Jarstein seinen Platz für Thomas Kraft räumen.

Hertha liegt nach neun Minuten mit 0:2 zurück

Vor dem Anpfiff machten sich die Berliner in einem Kreis gegenseitig ausgiebig Mut – und als sie das verschworene Gebilde schließlich aufgelöst hatten, rannte Kraft extra noch mal einige Meter zurück, um sich mit dem ebenfalls frisch ins Team gerückten Mittelfeldakteur Per Skjelbred abzuklopfen.

Die Geste sollte wilde Entschlossenheit demonstrieren – doch als es nach sechs Minuten zum ersten Mal ernst wurde, wirkte Nouris Ensemble gleich mal ausgesprochen unentschlossen: Ein weiter, nicht sonderlich scharf geschlagener Pass von Fortunas Spielmacher Kevin Stöger landete bei Kenan Karaman. Der bärtige Angreifer konnte den Ball in aller Ruhe annehmen, dank des zögerlichen Keepers Kraft noch ein paar Schritte Richtung Tor laufen – und recht problemlos zum 0:1 vollenden.

Drei Minuten später verhinderte Düsseldorfs Torwart Florian Kastenmeier bei einem verdeckten Schuss von Krzysztof Piatek den raschen Ausgleich – im direkten Gegenzug machten die Gastgeber das bis dahin extrem unterschiedliche Selbstverständnis beider Teams erneut deutlich. Am Ende eines zügigen Konters lag der Ball vor den Füßen von Erik Thommy, der spielend leicht am früheren Düsseldorfer Dodi Lukebakio vorbeizog und den Ball, obwohl er beim Abschluss noch ausrutschte, zum 0:2 ins lange Eck zirkelte (9.).

Hertha erzielt drei Tore in elf Minuten

Wiederum nur zwei Minuten später strich – nach einem Fehler von Kastenmeier – ein Schuss von Piatek an der Torlinie entlang. Da lag das 1:2 für die Berliner bereits in der Luft. Ebenso wie nach einer halben Stunde, als Piatek nach einem Pass von Lukebakio allein auf Kastenmeier zulief, den 22-Jährigen aber nicht überwinden konnte. Die Effizienz, die der Nouri-Elf bis dahin abging, legten mit dem Pausenpfiff dann noch einmal die Düsseldorfer an den Tag, als Karaman einen Rückpass von Matthias Zimmermann völlig fei zu seinem zweiten Treffer an diesem Abend nutzte.

Nach dem Seitenwechsel schien Hertha den Ernst der Lage endlich erkannt zu haben und spielte engagierter. Mit Erfolg: Zwischen der 64. und 67. Minute verkürzten die Berliner dank eines unglücklichen Eigentores von Thommy und durch einen Schuss des reichlich freistehenden Matheus Cunha auf 2:3.

Und damit nicht genug: Eine Viertelstunde vor Schluss holte Piatek gegen Kastenmeier einen Foulelfmeter heraus, den der polnische Stürmer auch selbst zum 3:3 verwandelte. In der Schlussphase traf Cunha noch den Pfosten. „Wir haben gezeigt, dass wir als Mannschaft zusammenhalten können. Das war gegen Köln nicht der Fall“, sagte Mittelstädt.