Bundesliga

Hertha lässt Löwen auf Leihbasis ziehen

Mittelfeldspieler Eduard Löwen wird Hertha BSC verlassen. Der 22-Jährige bleibt der Bundesliga aber erhalten.

Einer seiner wenigen Auftritte im Hertha-Dress: Eduard Löwen beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach.

Einer seiner wenigen Auftritte im Hertha-Dress: Eduard Löwen beim 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach.

Foto: ODD ANDERSEN / AFP

Orlando. Der Abschied fiel emotional aus. Als sich Herthas Team vor dem Vormittagstraining am Sonntagmorgen versammelt hatte, machte Eduard Löwen die Runde, verabschiedete sich von jedem einzelnen Kollegen per Handschlag und Umarmung. Am Ende spendete die Mannschaft geschlossen Applaus, aber es nützte ja nichts. Bei den Berlinern ist Löwen nun mal nicht glücklich geworden, also wird er nun beim FC Augsburg andocken, zunächst für anderthalb Jahre zur Leihe, einschließlich Kaufoption.

Für Löwen fiel der Trip ins Trainingslager nach Florida damit denkbar kurz aus. Schon an Tag drei war Schluss, weil sich kurzfristig eine neue Option ergeben hatte. Treiber der Entwicklung war der 22-Jährige offenbar selbst. Nach der Verpflichtung von Sechser Santiago Ascacibar (22) vom VfB Stuttgart sah er im zentral-defensiven Mittelfeld keine Perspektive mehr.

Für sieben Millionen Euro war Löwen zu Hertha gewechselt

„Edu hat die Situation mit Ascacibar erkannt“, sagte Trainer Jürgen Klinsmann: „Er ist ein unglaublich großes Talent, aber er braucht natürlich Spielzeit, deswegen hat er darum gebeten, dass er Gespräche führen darf. Wenn Spieler das Gefühl haben, sie kommen nicht so zum Zug, wie sie sich das wünschen, ist es mir lieber, dass sie das gleich diskutieren.“

Bemerkenswert ist der Wechsel allemal, schließlich hatte Manager Michael Preetz im Sommer sieben Millionen Euro für Löwen investiert, der vom 1. FC Nürnberg kam. Mit seinem Spielverständnis, seiner Flexibilität und seinen gefährlichen Distanzschüssen sollte er die Berliner bereichern, doch durchsetzen konnte er sich nicht. Nur zweimal stand er in der Startelf, fünf Mal wurde er eingewechselt.

Hertha-Investor Windhorst lädt Team zum Dinner ein

Immerhin kam Löwen in den USA noch in den Genuss eines delikaten Dinners. Investor Lars Windhorst hatte die Mannschaft am Sonnabendabend auf eine imposante Yacht nach St. Petersburg eingeladen, knapp 90 Minuten westlich von Orlando. „Wir haben ein paar Stunden auf dem Boot verbracht“, erzählte Klinsmann, „zum Hauptgang gab’s Steaks, das war richtig gut. Lars hat sich gefreut, uns als Gruppe kennenzulernen.“

Löwen hat diese Gruppe nun verlassen, und dürfte nicht der Letzte bleiben. „Der Kader ist zu groß“, sagte Klinsmann, „da wird im Januar schon noch ein bisschen Bewegung reinkommen.“ Neben Eigengewächsen wie Palko Dardai gelten die Flügelspieler Mathew Leckie und Alexander Esswein als Wechselkandidaten.