Fussball

Ein schöner Tag für Arne Maier

Am Sonntag in Augsburg wird er Hertha wohl noch fehlen. Trotzdem sind alle froh, dass Arne Maier wieder mit dem Team trainiert.

Arne Maier (M.) ist endlich wieder beim Hertha-Training dabei, Eduard Löwen (l.) will ihn nicht vorbeilassen, Vedad Ibisevic beobachtet die Szene.

Arne Maier (M.) ist endlich wieder beim Hertha-Training dabei, Eduard Löwen (l.) will ihn nicht vorbeilassen, Vedad Ibisevic beobachtet die Szene.

Foto: M. Popow via www.imago-images.de / imago images/Metodi Popow

Berlin. Arne Maier schnaufte ganz schön, als er am Dienstagnachmittag den Trainingsplatz verließ. Auf seine ausbleibende Puste angesprochen, lachte der Mittelfeldspieler von Hertha BSC. „Ich habe heute das erste Mal mittrainiert“, sagte der 20-Jährige erklärend. „Ich bin froh, dass alles gehalten hat, die Fitness muss ich mir jetzt in den Trainingseinheiten holen.“

Der Fakt, dass Maier wieder mitübte im Mannschaftskreis, war schon ein Erfolgserlebnis für sich. In dieser Saison hat das Toptalent ja noch keine Pflichtspielsekunde für Hertha bestritten. Der Bundesligazwölfte aus Berlin, der zuletzt dreimal in Folge verlor, hat seinen Mittelfeldstrategen in den vergangenen Monaten schmerzlich vermisst. Fast so schmerzlich wie Maier seine Gesundheit.

Hertha musste schon vor Saisonstart auf Maier verzichten

Nachdem er schon Ende letzter Saison mit einem Innenbandriss im Kniegelenk gefehlt hatte, fiel der U21-Nationalspieler vor Saisonstart erneut wegen einer Kniereizung aus. Nach seiner Rückkehr im September riss erneut ein Innenband im gleichen Körperteil. „Bei der zweiten Verletzung war es schwieriger vom Kopf her“, sagte der Wiedergenese. „Aber ich hatte sehr viel Hilfe vom Trainer, einem gewissen Team und meinen Eltern.“ Umso verständlicher, dass er nach dem geglückten Comeback ein Zahnspangenlächeln lächelte. „Das Knie merke ich gar nicht. Es hat Spaß gemacht, heute ist ein schöner Tag für mich. “

Spaß hatten die übrigen Blau-Weißen in dieser Saison bisher wenig. Was Hertha ohne Maier gefehlt hat, war am Dienstag, trotz konditionellen Rückstands, schon in einigen Szenen zu sehen. Maiers Mischung aus Durchsetzungskraft, Ballsicherheit und Spielverständnis ging dem zentralen Mittelfeld bislang ab. „Er ist ein unbekümmerter Spieler, der immer den Ball haben will, der im Zentrum Dominanz ausstrahlt“, lobte sein Trainer Ante Covic nach dem Comeback. „So kommst du aus der eigenen Hälfte raus, ohne dass du die Bälle lang schlagen musst.“

Hertha BSC kämpft in Augsburg gegen Rutsch in den Abstiegskampf

Solche Qualitäten wären natürlich hilfreich am Sonntag im Auswärtsspiel beim FC Augsburg (15.30 Uhr). Dort kämpft Hertha dagegen, in den Abstiegskampf zu rutschen, was den Druck auf Coach Covic weiter erhöhen würde. Kommt Maiers Comeback also zur rechten Zeit? „Es wäre schon extrem früh, sein letztes Spiel war im Juni bei der U21-EM“, sagte Covic. Maiers letzter Einsatz für Hertha datiert sogar vom 30. März. Man wolle ja langfristig etwas haben vom Spieler, bremste der Trainer. Maier selbst sagte: „Es ist mein Ziel, noch einige Spiele zu machen in diesem Jahr.“

Kurzfristig könnte Hertha helfen, dass die Leidenschaft auf dem Platz zurück ist. Im Training am Dienstag ging es unter den Augen von Manager Michael Preetz lautstark zu. Covic korrigierte immer wieder unüberhörbar, und Thomas Kraft geriet fast mit Dodi Lukebakio aneinander. Der Torwart forderte den Stürmer mit einigen Kraftwörtern auf, mehr nach hinten zu arbeiten. Auf Lukebakios Gegenvorwurf, Kraft sei doch verrückt, bot der Keeper an, das Ganze abseits des Platzes zu klären. Trainer Covic unterband das Wortgefecht und sagte hinterher: „Feuer im Training ist erfreulich, das zeigt, dass wir Leben haben.“ In Augsburg tritt Hertha also wohl ohne Maier an. Womöglich aber mit mehr Feuer.