BUNDESLIGA

Rune Jarstein ist Herthas Krake

Hertha BSC: Torwart Rune Jarstein bietet als einziger Profi der Berliner konstant gute Leistungen.

Hertha-Torwart Rune Jarstein ahnt: Dieser Ball fliegt am Tor vorbei.

Hertha-Torwart Rune Jarstein ahnt: Dieser Ball fliegt am Tor vorbei.

Foto: Foto: Mueller / Bongarts/Getty

Berlin. Ob Präsident Werner Gegenbauer, Manager Michael Preetz oder Trainer Ante Covic – alle Klub-Verantwortlichen würde sofort unterschreiben, wenn Hertha BSC am Saisonende dort steht, wo Rune Jarstein jetzt schon ist. Im Fachmagazin „Kicker“ ist der Torwart des Berliner Bundesligisten nicht nur notenbester Spieler bei Hertha. Außerdem führt das Magazin Jarstein nach dem ersten Saisonviertel als viertbesten Torwart der Bundesliga (hinter Robin Zentner/Mainz, Zackary Steffen/Düsseldorf und Peter Gulasci/Leipzig).

Platz vier am Saisonende würde für Hertha die Teilnahme an der Champions League bedeuten – jenen Wettbewerb im Kreis des europäischen Fußball-Adels, in dem Investor Lars Windhorst Hertha so rasch wie möglich sehen möchte. Schon klar, wie jeder Vergleich hinkt auch dieser, aber unstrittig ist, dass Rune Jarstein (35) der einzige Profi im blau-weißen Tross ist, der über alle acht Spieltage gute Leistungen geboten hat.

Beim 1:1 in Bremen hielt der Torsteher die Berliner vor allem in der kritischen Phase nach der Pause sowie am Ende mit diversen Paraden im Spiel. „Rune ist froh, wenn er sich auszeichnen darf, weil er ein sehr, sehr guter Rückhalt unserer Mannschaft ist“, lobte Trainer Ante Covic.

Kraft spielt im Pokal gegen Dresden

Der Coach hob zudem die Rolle von Thomas Kraft (31) hervor. Der ehrgeizige Schlussmann muss sich seit September 2015 mit der Rolle als Nummer zwei begnügen. „Nicht nur Rune, auch Thomas schrotet Woche für Woche, um sich anzubieten“, sagte Covic. Die Absprache der Torleute in dieser Saison lautet: Kraft bestreitet die DFB-Pokalspiele, er wird erstmals in dieser Saison am Mittwoch in einer Woche im Tor stehen, wenn Hertha BSC Zweitligist Dynamo Dresden empfängt (20.30 Uhr). Da die Gäste allein mehr als 30.000 Fans mitbringen werden, wird bei dem prestigeträchtigen Duell eine stattliche Kulisse im Olympiastadion erwartet.

Doch grundsätzlich verteidigt Jarstein auch im fortgeschrittenen Torwartalter seine Stellung in der Hierarchie. „Rune ist eine gestandene Nummer eins, die mithilfe von Zsolt (Torwarttrainer Zsolt Petry, Anm. d. Red.) eine unglaubliche Kontinuität in seinem Spiel entwickelt hat. Wir sind froh, dass wir so einen Torwart haben“, sagte Trainer Covic.

Während der EM 2020 hat Jarstein Urlaub

Seit 2007 hat Jarstein für sein Heimatland Norwegen 63 Länderspiele absolviert. Er war in diesem Monat in der EM-Qualifikation im Einsatz. Norwegen spielte sowohl gegen Spanien als auch in Rumänien 1:1. Die EM 2020 wird wohl ohne die Skandinavier stattfinden, die als Vierter in der Gruppe F bei zwei ausstehenden Partien nur noch theoretische Chancen haben.

Bei der Frage nach den Gründen für seine derzeitige Topform zuckt Jarstein, Spitzname „die Krake“, mit den Schultern. „Ja, ich habe in Bremen ein, zwei schwierige Bälle gehalten“, sagt er, mitzudenken ist der Unterton: Das ist auch mein Job. Jarstein sieht kein Geheimnis für seine gute Form: „Ich spiele im Moment viel, für die Nationalmannschaft und im Verein. Ich fühle mich gut.“

Mit Hertha hat er noch einiges vor in dieser Spielzeit. Am Beispiel von Dodi Lukebakio, der als Einwechselspieler in Bremen Herthas wichtigen 1:1-Ausgleich erzielte, erklärt Jarstein: „Wir haben einen großen Kader mit viel Konkurrenzkampf. Das ist doch sehr gut.“ Und die Europacup-Plätze sind durchaus in Sichtweite. Herthas Abstand auf die Champions-League-Plätze beträgt vier Punkte…