Bundesliga

Hertha bereitet die Zeit nach Kalou und Ibisevic vor

Hertha BSC gratuliert Kalou zum 34. Geburtstag und Ibisevic zum 35. Die Nachfolger stehen bereit, aber Davie Selke muss sich steigern

Gemeinsam haben sie 85 Bundesliga-Tore für Hertha BSC erzielt: Salomon Kalou (l.) und Kapitän Vedad Ibisevic.

Gemeinsam haben sie 85 Bundesliga-Tore für Hertha BSC erzielt: Salomon Kalou (l.) und Kapitän Vedad Ibisevic.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Die Glückwünsche kamen von überall her: Von Hertha BSC gratulierten Mitspieler wie Ondrej Duda, Javairo Dilrosun oder Karim Rekik. Der Niederländer Rekik schrieb im Fotodienst Instagram: „Happy Birthday für den tollen Spieler, vor allem aber für diese großartige Persönlichkeit.“ Auch Ex-Kollegen wie Sami­ Allagui (jetzt bei Royal Mouscron) oder Jonathan Klinsmann (St. Gallen) gratulierten. Aus London meldete sich David Luiz, mit dem Salomon Kalou beim FC Chelsea 2012 die Champions League gewonnen­ hatte: „Du bist der Beste.“

Kalou feierte seinen 34. Geburtstag. Einen Tag später wiederholte sich die Rallye, als Vedad Ibisevic seinen 35. beging. Admir Hamzagic, bis Ende­ vergangenen Saison unter Pal Dardai­ als Cotrainer tätig, bedankte sich bei beiden­ Spielern, dass er mit ihnen arbeiten durfte.

Hertha: Salomon Kalou hat Marko Pantelic überholt

Hertha BSC hat ihnen viel zu verdanken. Im Klub-Ranking hat sich Kapitän Ibisevic mit 38 Bundesliga-Toren bereits auf Platz sieben der Torjägerliste vorgearbeitet. Kalou (47 Treffer) liegt vor Marko Pantelic (45) gar auf Rang fünf. Herthas Rekordschützen, Michael Preetz (83), wird das Duo jedoch nicht mehr einholen. So sehr beide mit ihrer Treffsicherheit dazu beigetragen haben, dass der Hauptstadt-Klub zuletzt vier sorgenfreie Saisons spielen konnte: Hertha BSC bereitet­ systematisch die Zeit nach Kalou­ und Ibisevic vor. Aktuell laufen ihre Verträge bis Juni 2020. Wie immer ist im Fußball nichts teurer als Stürmer, die Tore garantieren. Davie Selke wurde 2017 für die damalige Hertha-Rekordsumme von acht Millionen Euro von RB Leipzig geholt. In diesem Sommer investierten die Berliner gar 20 Millionen für Dodi Lukabakio (21 Jahre), der vom FC Watford kam. Dazu wurde mit dem 18-jährigen Daishawn Redan­ ein Mittelstürmer aus dem Nachwuchs vom FC Chelsea verpflichtet.

Davie Selke tut sich schwer

Und dank der neuen Möglichkeiten nach dem 125-Millionen-Euro-Investment von Lars Windhorst will Hertha in dieser Wechselperiode noch einen weiteren­ hochkarätigen Offensivspieler kaufen. Bis zum 2. September ist das Wechselfenster geöffnet.

Am meisten im Fokus steht Davie Selke. Der war vor zwei Jahren als U21-Europameister gekommen. Sein Ziel ist es, sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Dafür muss Selke Stammspieler im Klub sein. Das ist er aber nicht.

Seit Trainingsbeginn Anfang Juli lehnt Selke alle Medienanfragen ab. Er will mit Leistung überzeugen. Erstmals seit Jahren kann der Angreifer eine komplette Vorbereitung ohne Verletzungen durchziehen. Im vergangenen Sommer hatte ihn eine Lungenverletzung weit zurückgeworfen.

Ante Covic lobt Davie Selke

Allein, Selke tut sich schwer, in Schwung zu kommen. Um bei Hertha zu spielen, muss er an Ibisevic vorbeikommen. Doch der Altrocker präsentiert sich in sehr ordentlicher Frühform. Herausforderer Selke investiert viel. Aber irgendwie scheint manchmal das Feintuning zu fehlen, so dass ihm in aussichtsreicher Position mal der Ball verspringt oder der Torwart parieren kann. In den letzten Tests gegen West Ham (3:5) und Crystal Palace (4:0) erzielte Selke jeweils ein Tor - dringend benötigte­ Erfolgserlebnisse für den Profi, der immer wieder laut mit sich hadert. So schimpfte er im Trainingslager nach einer vergebenen Chance: „Mann, dann hör doch auf.“

Trainer Ante Covic spürt, dass Selke Zuwendung braucht. „Das wichtigste war, dass Davie gesund geblieben ist. So konnte er alle Umfänge absolvieren. Davie ist ein wertvoller Spieler für die Mannschaft, weil er sich auf opfert.“ Was Covic meint, erklärt er anhand des dritten Hertha-Tores von Maximilian Mittelstädt gegen Crystal Palace: „Maxi schießt sein Tor in London nur deshalb, weil Davie seinen Gegenspieler aus der Mitte rauszieht, so dass der Weg für Maxi frei ist. Davie ist mannschaftsdienlich. Er hat in den letzten Spielen auch getroffen. Für einen Trainer gibt es schlimmeres, als wenn mehrere Stürmer treffen.

Arne Maier und Javairo Dilrosun fallen im Pokal aus

Mit Lukebakio, der am Dienstag seine­ zweite Trainingseinheit mit den neuen Hertha-Kollegen absolvierte, gibt es einen weiteren Konkurrenten. Der belgische U21-Nationalspieler kann im Sturm rechts und links – und auch zentral­ spielen.

Bis auf weiteres muss Hertha auf Arne Maier (Reizung der Patellasehne) und Javairo Dilrosun (muskuläre Probleme im Oberschenkel) verzichten. Beide Spieler stehen für das DFB-Pokalspiel am Sonntag bei Regionalligist VfB Eichstätt nicht zur Verfügung (15.30 Uhr)