Bundesliga

Rekik hofft auf Hertha-Sieg in Frankfurt

Wie Hertha BSC trotz erneut umgebauter Abwehr beim Überraschungsteam Eintracht Frankfurt mit seinen lautstarken Fans bestehen will.

Karim Rekik (hier im Duell mit Bayerns Robert Lewandowski) ist heute in Frankfurt der einzig etatmäßige Manndecker der Berliner.

Karim Rekik (hier im Duell mit Bayerns Robert Lewandowski) ist heute in Frankfurt der einzig etatmäßige Manndecker der Berliner.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Ob Olympique Marseille, Inter Mailand oder Benfica Lissabon - als Gastmannschaft in Frankfurt tritt man in einem Hexenkessel an. Die Arena der Eintracht - steil, nah, laut – und deren enthusiastische Fans sind ein Beispiel dafür, warum Hertha BSC seit zwei Jahren daran arbeitet, in einer eigenen Fußball-Arena spielen zu können. Die Partie der Berliner bei Eintracht Frankfurt an diesem Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) ist mit 51.500 Zuschauern erneut ausverkauft.

Wie das mit der frenetischen Kulisse in Frankfurt ausgehen kann, hat Hertha schmerzlich erfahren. Im Dezember 2014 führten die Berliner scheinbar komfortabel mit 3:0 und 4:2 – doch verunsichert von der brodelnden Atmosphäre gab Hertha nach Gegentoren von Alex Maier (90. und 90.+1) zum 4:4 den sicher geglaubten Sieg aus der Hand. Doch Karim Rekik (24) freut sich auf die Herausforderung bei der Überraschungsmannschaft dieser Saison. Der Hertha-Verteidiger räumte ein: „Frankfurt hat einen guten Lauf, spielt im Halbfinale der Europa League gegen Chelsea. Sie haben gute Spieler und eine gute Qualität.“ Aber, fuhr der Niederländer fort, „in der Bundesliga treffen wir ständig auf Gegner, die eine gute Qualität haben.“

Torunarigha steht nach nur zwei Tagen Training im Kader

Die Voraussetzungen für die Gäste sind wegen der vielen Verletzungen wieder einmal kompliziert. Im vergangenen Sommer, nach der Verpflichtung von Derrick Luckassen, verrät Trainer Pal Dardai, „haben wir überlegt, ob wir einen Tick zu viele Innenverteidiger haben.“ Doch der Saisonverlauf zeige, „dass wir einen Tick zu wenig haben.“ So ist Rekik der einzig etatmäßige Manndecker, der Hertha zur Verfügung steht, wenn es gegen die Parade-Offensive der Eintracht geht mit Luka Jovic (17 Saisontore), Ante Rebic (9) und Sébastien Haller (14) geht, der allerdings verletzt ausfällt.

Verletzungsausfälle besonders im Abwehrzentrum ziehen sich wie ein roter Faden durch die Hertha-Saison. „Deshalb haben wir nicht oft mit derselben Aufstellung spielen können“, sagte Rekik. „Das ist für den Trainer schwierig, weil wir kaum Kontinuität reinbekommen haben.“ Gegen Frankfurt fehlen die verletzten Niklas Stark und Florian Baak. Luckassen ist nach viermonatiger Pause noch nicht spielfähig. So hat Dardai etwas angekündigt, was Herthas Trainerteam eigentlich nicht gern macht: „Als Sicherheit nehmen wir Jordan Torunarigha mit.“ Der U21-Nationalspieler hat nach fünfwöchiger Verletzungspause gerade zwei Tage mit der Mannschaft trainiert.

Rekik nicht zufrieden mit Platz elf

So wird Rekik im Abwehrzentrum entweder mit Fabian Lustenberger spielen oder mit Lukas Klünter. „Ich finde, dass Lukas das in Hoffenheim (0:2/Anm.d.Red.) gut gemacht hat“, sagte Rekik. „Und mit Fabian habe ich schon öfters in einer Dreier-Abwehrkette spielen.“

Wie sieht es mit der Motivation aus, nachdem Hertha seit sechs Spielen ohne Sieg ist und Frankfurt als Vierter unbedingt seinen Champions-League-Platz verteidigen will? Rekik holt etwas aus: Es sei als Spieler nicht einfach, wenn man mehrere Spiele hintereinander verloren hat. Dann gelte es, aus den kleinen Erfolgen Zuversicht zu schöpfen. Wenn, wie gegen Hannover (0:0), der Ball trotz guter Chancen einfach nicht ins gegnerische Tor will, „sage ich mir als Verteidiger: Dann muss bei uns die Null stehen.“

Hertha hat als Tabellen-Elfter weder mit der Abstiegszone zu tun noch mit dem Kampf um die Europacup-Plätze. Eine Bilanz, die Rekik nicht zufriedenstellt. „Wir hatten mehrere Spiele, in denen wir die Chance hatten, uns mit einem Sieg oben festzusetzen. Das ist uns jeweils nicht gelungen.“ Er beschreibt Hertha als Verein zwischen „Baum und Borke“. „Wir müssen als Spieler wachsen, um in diesen Spielen zu bestehen. Wenn uns das gelingt, können wir oben mithalten.“

Spieler wollen siegen für Pal Dardai

Die in der Vorwoche verkündete Entscheidung von Herthas sportlicher Leitung, mit einem neuen Cheftrainer in die Saison 2019/20 zu gehen, habe keine Auswirkungen auf die verbleibenden Saisonspiele. „Die Zusammenarbeit mit Pal Dardai hat sich nicht verändert“, sagte Rekik. „Er ist unser Trainer, er arbeitet hart und seriös, damit wir Erfolg haben. Und das machen wir für ihn genauso.“

Mit Blick auf die noch ausstehenden Partien gegen Frankfurt, Stuttgart (4. Mai), Augsburg (11.) und Leverkusen (18.) hat er sich viel vorgenommen. „Mein Ziel ist, alles zu versuchen, um die vier Spiele zu gewinnen oder so viele Punkte wie möglich zu holen“, sagte Rekik. „Um die Saison gut zu beenden und dem Trainer ein gutes Gefühl zu geben. Das verdient Pal Dardai.“