Hertha BSC

Dedryck Boyata – Herthas neuer Abräumer

Hertha steht vor der Verpflichtung des belgischen Nationalspielers Dedryck Boyata. Warum der Verteidiger gut nach Berlin passen würde.

Aktuell laboriert Dedryck Boyata an einer Kniesehnen-Verletzung.

Aktuell laboriert Dedryck Boyata an einer Kniesehnen-Verletzung.

Foto: Marius Becker / dpa

Berlin. Noch will Celtic Glasgow ihn nicht aufgeben. „Das Interesse an Dedryck Boyata wundert mich nicht“, sagt Trainer Neil Lennon, „aber wir sind noch immer guter Hoffnung, dass wir ihn überzeugen können, zu bleiben.“ Woher er diese Hoffnung nimmt, weiß Lennon wohl nur selbst. Boyata ist auf bestem Weg, der erste Hertha-Zugang für die kommende Saison zu werden.

Fix ist der Transfer des belgischen Nationalspielers zwar noch nicht, nach Morgenpost-Informationen ist die Anbahnung jedoch weit fortgeschritten. Das Interesse des Berliner Fußball-Bundesligisten, über das zunächst die „B.Z.“ berichtet hatte, kommt nicht von ungefähr. Boyata bringt ein spannendes Profil mit.

Dedryck Boyata im Kurzprofil

• Aktueller Verein: Celtic Glasgow (seit 2015)
• Geboren am 28.11.1990
• Größe: 1,80 Meter
• Gewicht: 80 Kilogramm
• Länderspiele für Belgien: 16

Dedryck Boyata verfügt über körperliche Robustheit und beachtliche Kopfballstärke

Mit seinen 1,88 Metern verfügt der Rechtsfuß über körperliche Robustheit und eine beachtliche Kopfballstärke. Jene nutzt er nicht nur in der Verteidigung, sondern auch offensiv. In 135 Einsätzen für Celtic gelangen ihm 15 Tore und neun Vorlagen.

Für Hertha ist Boyata aber auch aus einem anderen Grund interessant. Mit 28 Jahren hat er bereits gehörige Erfahrung gesammelt.

Auf Klub-Ebene kann er 224 Pflichtspiele vorweisen, hinzu kommen 16 Länderspiele, darunter die drei Gruppenspiele im Dress des späteren Halbfinalisten bei der WM 2018. Für Hertha-Coach Pal Dardai ein wichtiges Kriterium. „Aktuell ist die Tendenz, dass wir zu jung, zu unerfahren werden“, moniert der Ungar, „das ist ein Riesenproblem.“ Eines, bei dessen Lösung Boyata helfen würde.

Hertha braucht dringend einen Innenverteidiger

Bedarf hat Hertha in der Innenverteidigung ohnehin. Routinier Fabian Lustenberger (30) verlässt den Verein in diesem Sommer, Eigengewächs Jordan Torunarigha (21) ist häufig verletzt und der hochveranlagten Niklas Stark (23) hat sich nicht erst durch die Einladung zum DFB-Team für andere Klubs interessant gemacht. Blieben nur noch Nachwuchsmann Florian Baak (20) und Karim Rekik (24), zu dem Boyata diverse Parallelen aufweist.

So wie der Niederländer wählte auch Boyata früh den Weg in den Nachwuchs von Manchester City. Bei den Profis des Premier-League-Champions konnte er sich allerdings genauso wenig durchsetzten wie Rekik, auch nicht nach Leih-Stationen bei Twente Enschede und den Bolton Wanderers.

Dedryck Boyata käme ablösefrei

Sein vorläufiges Glück fand er stattdessen bei Schottlands Branchenprimus Celtic Glasgow. Dort gehört er seit 2015 zum Stammpersonal, gewann drei Meisterschaften, zweimal den Pokal und spielte in der Champions League.

Bei Hertha wurden sie dem Vernehmen nach schon im vergangenen Sommer auf Boyata aufmerksam, Celtic zeigte damals jedoch kein Interesse an dem Deal. Nun würden die Berliner den Abwehrspieler, dessen Marktwert auf zwei Millionen Euro taxiert wird, ablösefrei an die Spree locken.

Dedryck Boyata erinnert an Landsmann Vincent Kompany

Warum Boyata seine Champions-League-Perspektive bei Celtic aufgeben sollte? Einerseits, weil die Bundesliga ein deutlich höheres Ansehen genießt als die schottische Premiership, in der der Traditionsklub seit sieben Jahren dominiert. Zum anderen hofft er womöglich auf einen ähnlichen Karrieresprung wie einst bei seinem Landsmann Vincent Kompany.

Der Verteidiger, wie Boyata aufgewachsen im Brüsseler Vorort Molenbeek-Saint-Jean, landete nach zwei Jahren beim Hamburger SV bei Manchester City – jenem Klub, von dem auch Boyata zum Beginn seiner Karriere träumte.