Kieztraining

Hertha begeistert bei Viktoria – Dämpfer für Dilrosun

Das angestrebte Comeback von Herthas Niederländer fällt wohl aus. Dafür begeistern in Lichterfelde andere Berliner Profis.

Herthas Javairo Dilrosun (M.) fehlt wohl noch länger

Herthas Javairo Dilrosun (M.) fehlt wohl noch länger

Foto: Thomas Frey / dpa

Berlin.  Das Fußball-Vokabular saß. „Geh‘ mal aktiv rein da“, sagte ein Vater während Herthas Kieztraining im Stadion Lichterfelde zu seinem Sohn, „du musst dir dein Glück erarbeiten.“ Gemeint war nicht etwa die Zweikampfführung beim Kick zwischen Kids und Bundesliga-Profis, sondern die anschließende Jagd nach Autogrammen und Selfies. Ob Groß oder Klein, fast jeder der knapp 1000 Besucher umringte am späten Dienstagnachmittag einen der Berliner Stars. Angreifer Salomon Kalou und Trainer Pal Dardai waren dabei besonders begehrt.

Rund 1000 Fans kommen nach Lichterfelde

Wenn die Zuschauer nicht zu Hertha kommen, kommt Hertha eben zu den Zuschauern, so das Konzept der Kiezbesuche. Das klappte auch im vierten Anlauf dieser Saison, diesmal bei Viktoria 89. Beim Regionalligisten hatten sie unlängst ja selbst von der Bundesliga geträumt, gerieten stattdessen aber in die Insolvenz. Derzeit ist das einzige, was in Lichterfelde an großen Fußball erinnert, die wie im Olympiastadion blaue Laufbahn der Heimspielstätte. Deren Gerade war Dienstag im Handumdrehen halb gefüllt. Schlange stehen für Autogramme von Davie Selke, Karim Rekik oder Javairo Dilrosun, die geschont wurden.

Während die beiden Erstgenannten nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung stehen dürften, sieht die Prognose bei Dilrosun düsterer aus. Die Muskelblessur des Niederländers, der letztmals am elften Spieltag auflief, ist erneut aufgebrochen, das angestrebte Comeback gegen Düsseldorf am 6. April fällt wohl aus. „Ich glaube, das wird schwierig“, sagte Dardai ernüchtert.

Donnerstag Test gegen Holstein Kiel

Umso angetaner war der Ungar vom Empfang in Lichterfelde. „Viktoria hat eine gute Nachwuchsförderung“, sagte der frühere Jugendtrainer, „von der U9 bis zur U15 haben wir eine schöne Rivalität. Schön, hier trotzdem so viele Herthaner zu sehen.“ Donnerstag (13 Uhr) treten Vedad Ibisevic und Co. erneut in Aktion, dann im Test gegen Zweitligist Holstein Kiel im Amateurstadion.