Fussball

Hertha kämpft gegen Gladbach um die Europa League

Von Vorsicht oder einer Angsttaktik beim Auftritt in Gladbach will Trainer Dardai nichts wissen. In der Liga sei derzeit viel möglich.

Berlin. Mit großem Respekt geht Hertha BSC in das nächste Liga-Spiel bei Borussia Mönchengladbach. "Die Mannschaft ist auf Kurs Champions League, möglicherweise geht noch mehr", erklärte Michael Preetz vor der Partie des Berliner Fußball-Erstligisten beim Tabellen-Zweiten. "Die tadellose Heimbilanz ist außergewöhnlich", ergänzte der Manager. Alle neun Heimspiel der Saison hat das Team von Trainer Dieter Hecking in dieser Saison gewonnen. Das Torverhältnis dabei: 25:3. "Die Entwicklung der Borussia ist in dieser Saison sehr gut", lobte Preetz den Kontrahenten.

Mit 42 Punkten ist Mönchengladbach erster Verfolger von Spitzenreiter Dortmund (49). Trotzdem will Berlins Trainer Pal Dardai am Samstag (15.30 Uhr/Sky) seiner Mannschaft keine Vorsichts-Taktik verordnen. "Wir spielen nie für einen Punkt. Wir wollen jedes Spiel gewinnen", betonte der Ungar vor dem 21. Bundesliga-Spieltag.

Dass eine Niederlage bei 28 Punkten schon das Ende aller Europa-League-Träume sein könnte, lässt Dardai nicht gelten: "Wenn wir verlieren, kannst du trotzdem noch Siebter werden. Die Liga ist so eng." Als Beispiel nannte er das eigene Team: "Hertha schlägt in der Liga Bayern", im jüngsten verlorenen Pokal-Achtelfinale sei seine Mannschaft nicht mal richtig zu Ballbesitz gekommen. Und ohnehin würde bei Hertha nicht über die Europa League gesprochen.

Entscheidend wird sein, wie die von 120 Pokalminuten geschlauchten Hertha-Profis ihre Frische und Fitness wieder herstellen können. "Bei der Doppelbelastung kannst du nie sagen, wie es sein wird", bemerkte Dardai. Vor allem der Reisestress sei "nicht gut" nach so einem kräfte- und nervenzehrenden Pokalabend. "Ich hoffe, die Spieler können das Pokalspiel schnell vergessen."

Dardai setzt auch auf die Selbsteinschätzung seines Personals

"Ich werde mit den Spielern reden, sie müssen ehrlich sein", sagte Dardai. Mittelfeld-Arbeiter Per Skjelbred hat bereits schwere Abnutzungserscheinungen signalisiert. Auch Leihspieler Marko Grujic und Innenverteidiger Karim Rekik sind körperlich angeschlagen. Arne Maier, Javairô Dilrosun, Mathew Leckie, Derrick Luckassen und Peter Pekarík fallen ohnehin verletzt aus.

Der gelb-gesperrte Außenverteidiger Valentino Lazaro soll vom Ex-Kölner Lukas Klünter ersetzt werden, der in der Liga für Hertha in dieser Saison bisher nur eine Minute gespielt hat. Keine allzu positiven Vorzeichen für die Berliner, die letztmals im September 2008 in Mönchengladbach gewonnen haben. Ein Rückblick aber macht Mut: Im Hinspiel in der laufenden Spielzeit siegte Hertha 4:2 - es war einer der besten Auftritte in dieser Saison.

Mehr über Hertha BSC lesen Sie hier.

© Berliner Morgenpost 2019 – Alle Rechte vorbehalten.