Bundesliga

Pal Dardai erwartet gegen Bayern Elfer-Schießen

Trotz der Niederlage gegen Wolfsburg glaubt Dardai an die Qualität seiner Stammspieler. Dass es nun gegen Bayern geht, sieht er positiv.

Berlin. Der Frust über den verpassten Sprung in die Europacup-Ränge hatte Pal Dardai eine ganze Nacht gequält. "Jedes Mal, wenn wir die Chance haben, vorne mitzuspielen, schaffen wir das nicht. Das ärgert mich. Ich habe nicht geschlafen", sagte der Trainer von Hertha BSC am Tag nach der 0:1-Heimniederlage gegen Wolfsburg noch immer aufgewühlt. Statt seiner Berliner steht nun der VfL nach dem 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf Tabellenplatz sechs. "Aber das ist das Schöne an dem Job: Es ist nicht wie bei der Olympiade, wir müssen nicht vier Jahre warten. Mittwoch und danach hast du die Möglichkeit, einiges auszubügeln", bemerkte Dardai.

Salomon Kalou fordert eine Steigerung

Der Kontrahent bei der angestrebten Wiedergutmachung ist allerdings prominent und stark. Am Mittwochabend kommt im DFB-Pokal-Achtelfinale der FC Bayern ins fast ausverkaufte Olympiastadion. Dardai trichterte am Sonntag auf dem raureifbedeckten Schenckendorffplatz in einer zehnminütigen Ansprache seinen dick eingepackten Profis ein, dass gegen die Münchner eine klare Verbesserung notwendig ist, um den Endlos-Traum vom Endspiel im eigenen Wohnzimmer in dieser Saison am Leben zu halten. "Das war eine große Chance für Europa. Aber Wolfsburg war besser", sagte Routinier Salomon Kalou: "Wir müssen uns steigern." Das entscheidende Tor für den VfL schoss Wout Weghorst.

Dardai wollte nach der zweiten Heimniederlage der Saison und dem Sturz ins Mittelfeld zwar "nicht alles negativ reden", immerhin sei die Mannschaft vor allem in der Schlussphase kurz davor gewesen, Tore zu schießen. Doch die Frage bleibt: "Was machen wir falsch, dass wir blockiert sind vom Erfolg?", sagte Dardai. Wenn seinem Team das Wasser bis zum Hals steht, würde das ganz anders aussehen. "Das ist meine Aufgabe und die vom Trainerstab und vom Manager, Hertha BSC die Mittel zu geben, damit wir solche Spiele gewinnen", sagte der Berliner Chefcoach: "Ich bin der Vorturner."

Trainer Pal Dardai rechnet sich gegen Bayern etwas aus

Gegen den durch das jüngste 1:3 bei Bayer Leverkusen wieder angeschlagenen FC Bayern rechnet sich Dardai durchaus etwas aus. Schließlich hatte Hertha in der Liga-Hinrunde die Münchner 2:0 bezwungen. "Gegen Bayern haben wir es immer gut hingekriegt, dass wir ihre kreativen Spieler rausgenommen haben und ihnen keine großen Räume gegeben haben", bemerkte der Ungar. "Wir haben eine sehr gute Kondition. Ich erwarte gegen Bayern 120 Minuten und Elfmeterschießen."

Ob Mittelfeldmann Arne Maier auflaufen kann, der gegen Wolfsburg angeschlagen ausgewechselt wurde, ist offen. Dardai kündigte zudem zwei, drei Wechsel in der Startelf an. "Je mehr Zeit vergeht, umso größere Chancen hast du zu gewinnen", betonte der Hertha-Trainer: "Das Wichtigste ist, dass du kein Weitschusstor und kein Standardtor kassierst." Davie Selke ist sicher, "dass wir ein anderes Gesicht zeigen werden. Das ist ein Ausnahmespiel, ein besonders Spiel für uns, für die ganze Stadt", sagte der Stürmer.

"Das ist eine sehr schwere Phase für uns", weiß Dardai. Nach den Bayern im Pokal warten in der Liga die Reisen zum neuen Tabellen-Zweiten Mönchengladbach und nach München wieder gegen die Bayern sowie das Heimspiel gegen Bremen auf Hertha. Dardais Plan: Viel mit den Spielern reden, einiges probieren. Das Gerüst des Teams mit Stark, Rekik, Duda, Lazaro, Maier und Selke sei mit 21 bis 24 Jahren noch jung. "Wenn sie das hinkriegen, kannst du oben regelmäßig mitspielen unter den ersten Sechs bis Zehn", glaubt Dardai.

Mehr über Hertha BSC lesen Sie hier.