Hertha BSC

Was ist im Olympiastadion nun erlaubt, was verboten?

Herthas neuer Umgang mit den Besuchern: Wichtige Fakten zum Risikospiel gegen Leipzig.

Derartige Spruchbänder wie im Mai bei der Partie Hertha gegen Leipzig soll es ab sofort nicht mehr geben im Olympiastadion.

Derartige Spruchbänder wie im Mai bei der Partie Hertha gegen Leipzig soll es ab sofort nicht mehr geben im Olympiastadion.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Für Diskussionen haben die Maßnahmen von Hertha BSC gesorgt, die die Geschäftsleitung nach den Pyro-Randalen sowie dem Vandalismus am vergangenen Wochenende in Dortmund für die kommenden Heimspiele im Olympiastadion beschlossen hat. Die Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen zur Begegnung gegen RB Leipzig (Sonnabend, 18.30 Uhr).

Ist Hertha gegen Leipzig ein Risikospiel?

Ja, die Polizei hat die Partie als Risikospiel eingestuft. In den beiden vorangegangenen Jahren war die Begegnung trotz hoher Besucherzahlen (62.300 im Mai 2017 und 60.500 im Mai 2018) ­vergleichsweise ruhig abgelaufen.

Wie viele Fans werden erwartet?

Hertha BSC hofft zum Topspiel des zehnten Bundesliga-Spieltages gegen RB Leipzig auf gut 50.000 Besucher im Olympiastadion.

Was genau ist verboten?

Nach den Vorkommnissen im Hertha-Block in Dortmund am vergangenen Sonnabend wurde das Einbringen von Bannern, Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern (Fahnen mit zwei Trägern) verboten. Das Verbot gilt sowohl für Heim- als auch für Auswärtsfans. Die Maßnahme gilt ab sofort und bis auf Weiteres.

Was ist erlaubt?

Nicht betroffen von dem Verbot sind Zaunfahnen und Fanclubbanner, sie dürfen ausgehängt werden.

Was bedeuten die verschärften Einlasskontrollen für die Besucher?

Hertha will die Sicherheit aller Zuschauer gewährleisten. Deshalb wird das ­Sicherheitspersonal aufgestockt und die Einlasskontrollen verschärft. Der Klub bittet die Besucher, rechtzeitig anzureisen. Die Stadiontore sowie -kassen ­öffnen um 16.30 Uhr. Anstoß der Partie ist um 18.30 Uhr.

Was sagt Leipzig zu den Verboten?

Ralf Rangnick, in Leipzig in Doppelfunktion Trainer und Sportdirektor, sagte am Freitag: „Ich kenne Michael Preetz schon etwas länger, er ist ein ganz intelligenter Mann. Ich gehe fest davon aus, dass sich Hertha etwas dabei gedacht hat und dass es Gründe gibt, sich so zu entscheiden. In der Vergangenheit hat man sich schon gefragt, wie einige Banner an den Kontrollen vorbeigekommen sind.“

Welche Rolle spielen beleidigende Banner von Hertha-Fans gegen Rangnick von 2016 heute für den Trainer?

Rangnick sagte: „Weder damals noch jetzt berührt mich das in irgendeiner Form. Menschen, die so etwas aufhängen, können mich nicht treffen. Deswegen ist es mir egal. Aber es ist mir nicht egal, was grundsätzlich in den Stadien passiert. Dafür gibt es Institutionen oder wie jetzt den Verein, der daraus Schlüsse zieht.“

Wie laufen die polizeilichen Ermittlungen in Dortmund?

Die Polizei in Dortmund teilt mit, dass nach den massiven Ausschreitungen von Personen aus dem Hertha-Block umfangreiches Ton- und Videomaterial von Zeugen eingegangen sei. „Die Täter zu identifizieren, ist eine wochenlange, wenn nicht monatelange Puzzle-Arbeit“, sagte eine Polizeisprecherin. Viele Fans hätten ihr Material sogar unaufgefordert an die Ermittler geschickt. Zudem wertet die Ermittlungskommission Aufzeichnungen der Stadionkameras aus. Ermittelt wird unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruchs. Dabei sei man auch auf Hilfe von Hertha sowie Szenekundigen der Berliner Polizei angewiesen. Auch der Kontrollausschuss des DFB hat Ermittlungen eingeleitet.

Wie diskutieren die Mitglieder von Hertha BSC die aktuelle Lage?

Die Gelegenheit, das zu tun, bietet sich auf der nächsten Mitgliederversammlung. Zu der hat der Verein am gestrigen Freitag seine gut 36.000 Mitglieder für den 26. November in der Messehalle 18 in der Masurenallee eingeladen (Beginn 19 Uhr).