Um den Zuschauer-Rückgang zu bekämpfen, wird Hertha BSC zum Vorreiter in der Fußball-Bundesliga. Als erster Erstligist lädt der Hauptstadt-Klub in der am 24. August beginnenden ­Saison Kinder unter 14 Jahren zu seinen Bundesliga-Heimspielen ein – kostenlos. Die Aktion gilt für 15 Begegnungen, ausgenommen sind die beiden Topspiele gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund.

Rabatte für Fans zwischen 14 und 18

Die Karten gibt es ab dem Vorverkaufsstart für das jeweilige Spiel in den offiziellen Hertha-Fanshops in Berlin. Die Karten-Ausgabe erfolgt nur an ­Personen, die 18 Jahre oder älter sind. An den Spieltagen gibt es am Olympiastadion einen ­Extraeingang für Kinder ­(Altersnachweis erforderlich) und einen aufsichtspflichtigen Volljährigen. Die Gratis-Plätze für Kinder - auf Neu-Deutsch Kids4Free genannt – befinden sich auf der Gegentribüne und den Gegentribünen-Kurven.

Diese Aktion gilt nicht für Jugendliche, die 14 Jahre und älter, aber jünger als 18 Jahre sind. Diese Altersgruppe lockt Hertha aber mit einem Rabatt von 50 ­Prozent auf den aktuellen ­Tageskartenpreis.

Hinter dieser in der Bundesliga einmaligen Aktion steht das Werben um eine neue Fan-Klientel. Eine ganze Reihe von Profivereinen hatte in der ­vorigen Saison einen Zuschauerrückgang zu verzeichnen. Bei keinem anderen Erstligisten fiel er so gravierend aus wie in ­Berlin.

Eklatanter Zuschauerschwund in der Vorsaison

Nachdem in der Saison 2016/17 rund 47.000 Besucher ihren Eintritt an den Kassen des Olympiastadions entrichtet hatten, fiel dieser Schnitt 2017/18 auf etwa 41.000. Hertha-Manager Michael Preetz hatte angekündigt, dass der Verein sich im Sommer intensiv mit den Ursachen beschäftigen werde. Die Gratis-Einladung für Kinder unter 14 ist eine erste sichtbare Konsequenz, die der Bundesligist nun vorstellte.

Eine andere Stellschraube, an der gedreht wird: Die Ticket-Preise gegen nominell nicht so attraktive Gegner (etwa Augsburg oder Mainz) ­sollen günstiger werden als bei anderen ­Erstliga-Spielen.