Hertha-Dampfer

Gründungsschiff „Hertha“ soll als Charterboot fahren

1892ste Schiffsbetriebs GmbH meldet für 2017 Minus von 261.000 Euro,

Die 1886 erbaute „Hertha“ bei der Ankunft in Berlin am 14. Dezember 2017

Die 1886 erbaute „Hertha“ bei der Ankunft in Berlin am 14. Dezember 2017

Foto: dpa Picture-Alliance / Gregor Fischer / picture alliance / Gregor Fische

Berlin.  Die vergangenen eineinhalb Jahre haben Spuren hinterlassen. Nicht nur bei der „Hertha“, die aktuell in Treptow vertäut im Wasser liegt. Sondern auch bei der 1892ste Schiffsbetriebs GmbH & Co KG auf Aktien, die den Dampfer Anfang 2017 erworben hat. So weist der Geschäftsbericht für das Jahr 2017 ein Minus von 261.427,73 Euro aus.

Das gaben Ingmar Pering und Christian Wolter, beide Mitglieder des Hertha-Präsidiums und die Macher der 1892ste Schiffsbetriebs GmbH, auf der ersten Aktionärsversammlung bekannt. Der Plan war, bis zu 3659 vinkulierte Stammaktien für 399 Euro pro Aktie zu verkaufen. Das Ziel wurde verfehlt. Am Ende der Zeichnungsfrist am 1. Juni 2017 hat die Schiffsbetriebs GmbH laut dessen ­Geschäftsführer ­Pering ­„insgesamt 1028 Aktien aus­gegeben“.

160.000 Euro Transportkosten

16 Aktionäre hatten sich zur Jahreshauptversammlung in einer Gaststätte am Olympiastadion eingefunden. Das erhebliche Minus wurde vor allem mit dem Verweis auf die Transport­kosten begründet. So hat die aufwändige, sich über fünf Monate streckende Verlegung des Schiffs auf dem Land- und Wasserweg von der Kyritzer Seenkette über die Zwischenstation Wustermark nach ­Berlin (inklusive Genehmigungen und Abnahmen) rund 160.000 Euro ­gekostet.

Die Verantwortlichen teilten mit, dass die „Hertha“ – 1886 als Fahrgastschiff erbaut und der Legende nach Namensgeber für den 1892 gegründeten Fußballverein – eine Einstufung erhält als „historisches Fahrgastschiff“. Die Einstufung ist Voraussetzung, damit die „Hertha“ einmal im Charterverkehr ­auf Berliner Gewässern laufen kann.

200.000 Euro werden benötigt

Doch ehe es so weit ist, sind Auf­lagen zu erfüllen. Die kosten Geld. Veranschlagt ist eine Summe von rund 100.000 Euro. Dazu sollen die beiden alten Maschinen erneuert werden – bisher wird der 100-Tonnen-Koloss von zwei Motoren á 50 PS angetrieben. Da werden pro Motor rund 40.000 Euro fällig. ­Insgesamt, so schätzen es Pering und Wolter ein, werden gut 200.000 Euro gebraucht, um die ­„Hertha“ fahrtauglich zu machen.

Auf die Frage, woher das Geld kommen soll, antworteten die Verantwortlichen, das solle eingeworben werden. So sollen Werbeflächen auf dem 22,82 ­Meter langen Schiff verkauft werden.

Das Prinzip Hoffnung

Bei der Frage, wie der Zeitplan aussieht, gab es mehrere Antworten, die alle eine Portion Hoffnung und Optimismus enthalten. Die Macher wünschen sich, dass traditionsbewusste Hertha-Fans bei kleineren Arbeiten mit Hand anlegen. Im Herbst, so die Hoffnung, sollen auf einer Werft die Reparaturarbeiten beginnen. Als „Wunsch“ wurde formuliert, dass die „Hertha“ im Sommer 2019 ­fahrbereit im Wasser liegen möge.

Für die dauerhafte Finanzierung soll das Fahrgastschiff „Hertha“ im Charterbetrieb auf Berliner Gewässern sorgen. Dafür wird ein Betreiber gesucht. Zu diesem Thema laufen derzeit ­Gespräche mit zwei ­Reedereien.

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