Landgericht Berlin

Maik Franz scheitert mit Klage gegen Hertha-Vizepräsident

Landgericht Berlin lehnt 600.000-Euro-Forderung gegen Thorsten Manske, Vizepräsident von Hertha BSC, ab

Ex-Profi Maik Franz arbeitet heute als Leiter der Lizenzspielerabteilung von Zweitligist 1. FC Magedeburg

Ex-Profi Maik Franz arbeitet heute als Leiter der Lizenzspielerabteilung von Zweitligist 1. FC Magedeburg

Foto: Ronny Hartmann / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Die 2. Zivilkammer des Landgericht Berlin hat die Klage des ehemaligen Fußball-Profis Maik Franz (36) gegen seinen einstigen Steuerberater Thorsten Manske (53) abgewiesen. Franz, heute Leiter der Lizenzspieler-Abteilung von Zweitligist 1. FC Magdeburg, hatte Manske auf 600.000 Euro verklagt, weil dieser ihn 2008 bei riskanten Finanzanlagen schlecht beraten habe. Außerdem hätte der Steuerberater einen „Treuebruch“ begangen, weil Manske Franz nicht gesagt habe, dass er Provisionen erhalte für jedes Investment, das Franz beim Finanzvermittler Stefan A. abgeschlossen hat.

Stefan Dedner, Richter am Land­gericht Berlin, begründete sein Urteil damit, dass die Beweisaufnahme nicht überzeugend „bestätigten konnte, dass der Beklagte (Manske) den Kläger (Franz) zu diesen Beteiligungen im Jahr 2008 beraten hat.“

Erleichterung bei Manske

Erleichterung bei Manske, der in seinem Urlaubsort New York über das Urteil informiert wurde. „Ein großartiger Tag. Das ist das, was ich mit meinem Anwalt erhofft habe“, sagte Manske der Morgenpost.

Manske, der wegen des Gerichtsstreits sein Ehrenamt als Vizepräsident von Hertha BSC drei Monate hatte ruhen lassen, informiert Präsident Werner Gegenbauer und Torsten-Jörn Klein, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates, dass er dem Bundesligisten nun wieder als Vizepräsident zur Verfügung stehe.

Franz muss die Kosten des Verfahrens tragen

Die Kosten des Verfahrens, die sich auf rund 40.000 Euro belaufen dürfte, muss Franz tragen.

Das Landgericht wies aber auch die Widerklage von Manske ab. Der Richter folgte Manske in dessen Argumentation nicht, es habe sich um eine „Markteinführungsprovision“ gehandelt, die Manske Ende der 1990iger mit dem Finanzvermittler Stefan A. und dem Spielerberater Jörg Neubauer vereinbart habe.

Verletzung der Aufklärungspflicht

Richter Dedner sagte, wenn Manske seinem Mandanten einen Finanzvermittler vorstelle, hätte Manske zu Beginn der Zusammenarbeit 2002 Franz informieren müssen, dass er Provisionen erhält, wenn der Profi ein Investment abschließt. Das zu unterlassen haben, sei „eine Verletzung der Aufklärungspflicht“, so Dedner. Die ist allerdings nach zehn Jahren verjährt.

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