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Wie Hertha BSC in die weite Welt hinaus will

Hertha dreht Videoclips in vielen Sprachen, begrüßt EM-Rückkehrer Darida und beschäftigt sich mit Rio-Träumen von Weiser und Stark.

Gruppenbild mit Lücken: Bei Herthas erstem Fototermin fehlen noch mögliche Zugänge und die Nationalspieler

Gruppenbild mit Lücken: Bei Herthas erstem Fototermin fehlen noch mögliche Zugänge und die Nationalspieler

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Medientag bei Hertha BSC: Ob als Mannschaftsfoto, im Einzelporträt, als Aufsager in Französisch (Salomon Kalou und Vedad Ibisevic), auf Japanisch (Genki Haraguchi und Hajime Hosogai), auf Englisch war fast die gesamte Stammformation, angeführt von Kapitän Fabian Lustenberger, am Mikrofon. Eingesetzt werden die kurzen Videoclips für die weltweite Vermarktung der Bundesliga. „Wir haben ordentlich zu tun“, sagte Trainer Pal Dardai nach dem Nachmittagstraining.

Bei dieser Übungseinheit war zum ersten Mal in der neuen Saison Vladimir Darida dabei. „Drei Wochen Urlaub sind einen Tick zu kurz, aber es geht nicht anders“, sagte Trainer Dardai über seinen Mittelfeldspieler. Darida war bei der EM in Frankreich mit Tschechien als Gruppenletzter in der Vorrunde ausgeschieden.

„Vladi hat ein gutes Turnier gespielt, aber die Tschechen hatten sich sicher etwas mehr ausgerechnet“, sagte Dardai über den Tschechen. Der hatte nach dem Aus genug: „Ich habe nach der Vorrunde kein einziges Spiel mehr angeschaut, erst das Finale wieder.“

Dritte Runde der Europa League wird Freitag ausgelost

Durch seinen Urlaub hat Darida das Konditionstrainingslager von Hertha verpasst. „Das ist kein Problem für Vladi, er hat eine Riesenlunge“, sagte Dardai über den laufstärksten Spieler der Bundesliga, Darida läuft im Schnitt mehr als 13 Kilometer pro Partie.

„Wir bauen seine Fitness systematisch auf, damit es keine muskulären Probleme gibt.“ Der Fokus von Darida liegt wieder auf Hertha BSC: „Unser erstes Ziel ist es, die Qualifikation für die Europa League zu erreichen.“

Da wird die dritte Runde, in der Hertha als Bundesliga-Siebter einsteigt, am Freitag ausgelost. Wie es in der Bundesliga genau losgeht, steht seit Dienstag fest: Hertha beginnt die Saison am 28. August mit einem Sonntags-Heimspiel um 15:30 Uhr (die ersten fünf Spieltage siehe Seite 20).

Wer fährt zu Olympia?

Eine andere Frage wird zeitnah entschieden: Niklas Stark und Mitchell Weiser stehen im erweiterten Kader für die deutsche Mannschaft, die zu den Olympischen Spielen nach Rio fahren wird. Am Donnerstag gibt U21-Trainer Horst Hrubesch seinen Kader bekannt. „Damit habe ich mich noch nicht befasst“, versucht Dardai das Thema zu umdribbeln. Das ist ein Scherz.

Intern wurde bei Hertha seit Wochen darüber nachgedacht. Da es sich bei Olympia nicht um eine Veranstaltung des Weltverbandes Fifa handelt, haben die Vereine keine Abstellpflicht. Nach Informationen der Morgenpost wird Hertha BSC so entscheiden: Zwar haben sowohl Stark als auch Weiser bekundet, dass sie gern fahren würden. Tatsächlich wird aber wohl nur Innenverteidiger Stark die Reise nach Rio antreten. Weiser wird keine Erlaubnis erhalten.

Nur ein Kandidat bei Rechtsverteidigern

Hertha will Weiser nicht verärgern, im Gegenteil. Manager Michael Preetz bemüht sich um eine vorzeitige Verlängerung des bis 2018 laufenden Vertrags. Die Verantwortlichen werden Weiser die Absage für Rio damit versüßen, dass sie ihn für unabkömmlich erklären.

Da Peter Pekarik nach seinem EM-Auftritt mit der Slowakei (0:3 im Achtelfinale gegen Deutschland) erst Mitte kommender Woche zurück ist, hat Hertha nur noch einen Kandidaten für die Rechtsverteidiger-Position, wenn es in die beiden K.o.-Runden auf dem Weg zur Europa League geht: Weiser.

Der sieht mit Blick auf die A-Nationalmannschaft seine Perspektiven ohnehin auf dieser Position. Zudem war es bei den letzten Spielen der U21 so, dass Niklas Stark regelmäßig seine Einsatzzeiten erhalten hat, während Weiser die meiste Zeit auf der Bank saß.