Berlin –

Dortmund auf der Suche nach der Torgefährlichkeit

Watzke und Mourinho vom BVB-Spiel nicht begeistert

Berlin. Als der Abend beim Bundesliga-Basketball ausklang, war der prominenteste Besucher des Nachmittags nicht mehr dabei. Joachim Watzke hatte José Mourinho ins Olympiastadion eingeladen, wo der portugiesische Star-Coach ein intensives, aber nicht hochklassiges 0:0 zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund sah. Zuvor hatten Watzke und Mourinho bei einem Italiener gegessen, beide hatten ihre Kinder mitgebracht. Das Duell Liga-Dritter gegen Liga-Zweiter hatte den Portugiesen gereizt. Watzke danach: „Das Spiel hat uns beiden nicht so gefallen.“

Dass der BVB erstmals in der Liga unter Trainer Thomas Tuchel ohne Tor blieb, resultierte aus der fast schon pedantischen Berliner Abwehrarbeit. Aber auch aus einer ungewohnten Dortmunder Schwerfälligkeit, die die beste Offensive der Liga nun schon zum zweiten Mal in Folge lahm legte. Das Spiel gegen Ingolstadt vor einer Woche wurde mit Glück und zwei späten Toren noch gewonnen. Nun könnte die Ungefahr von Berlin zur Gefahr für Berlin werden.

Dienstag geht es im DFB-Pokalzum VfB Stuttgart

Eines der Dortmunder Saisonziele ist das DFB-Pokalfinale in der Hauptstadt im Mai. Die nächste Hürde im Viertelfinale lautet am Dienstag: VfB Stuttgart, das Team der Stunde. Watzke: „Natürlich ist das ein gefährlicher Gegner. Die haben einen Lauf, und der Pokalwettbewerb ist die riesige Chance für den VfB, im nächsten Jahr international vertreten zu sein.“ Mit einer Offensivleistung wie zuletzt dürfte es indessen schwer werden, Berlin näher zu kommen.

Zwei Punkte mehr hätten die Gelb-Schwarzen trotzdem gern mitgenommen. „Wir haben bis zum Schluss alles investiert“, trat Tuchel Verdächtigungen entgegen, er und das Team hätten sich frühzeitig mit einem Punkt begnügt. Einer Kreativ-Option hatte sich der Trainer selbst beraubt. Shinji Kagawa, in der Hinrunde einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Mittelfeld, stand nicht im Kader. „Ich kann nur 16 Feldspieler nominieren“, begründete Tuchel seine Entscheidung ungewohnt schmallippig.

Am Abend gehörte Tuchel zu einem Quintett (mit Watzke und den Profis Mats Hummels, Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer) unter den 10.188 Fans, das in der Arena am Ostbahnhof Alba unterstützte, am Ende jedoch gegen die Riesen Ludwigshafen ein 74:78 (33:43) sah.