Berliner Olympiastadion

Verschärfte Sicherheitskontrollen vor Hertha-Spiel

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Michael Färber und Uwe Bremer

Nach den Terroranschlägen von Paris mussten Hertha-Fans vor dem Spiel intensivere Kontrollen am Olympiastadion durchlaufen.

Besucher des Bundesliga-Spiels zwischen Hertha BSC und der TSG Hoffenheim im Olympiastadion mussten längere Einlasszeiten in Kauf nehmen. Wie schon in den Erstliga-Partien am Freitag und Sonnabend gab es auch rund um das Olympiastadion verstärkte und intensivere Einlasskontrollen. Wegen der Terroranschläge von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover aufgrund eines konkreten Terrorhinweises setzte Hertha ein umfangreiches Maßnahmenpaket um, um für die Sicherheit im Stadion zu sorgen.

„Es ist ein besonderer Spieltag“, erklärte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer: „Ein Spieltag, an dem wir alle Mitgefühl und Trauer, aber auch Mut, Kraft und Zuversicht zeigen wollen und werden.“

Die Stadiontore wurden bereits eine halbe Stunde früher, um 13.30 Uhr geöffnet, damit das Spiel pünktlich um 15.30 Uhr beginnen konnte. Um die Wartezeiten vor den Toren nicht unnötig in die Länge zu ziehen, bat Hertha alle Fans, auf Taschen, Rucksäcke oder ähnliche Rucksäcke zu verzichten. Auch wurden die Besucher aufgefordert, persönliche Gegenstände in keinem Fall unbeaufsichtigt stehenzulassen und im Bedarfsfall den Anweisungen des Sicherheitspersonals und der Ordnungskräfte rund um das Olympiastadion Folge zu leisten. „Das Ziel der Terroristen ist es, Ein Klima der Angst und des Misstrauens zu schaffen. Das dürfen wir nicht zulassen“, hatte Herthas Manager Michael Preetz nach den Anschlägen von Paris gesagt.

Auch die meisten Fahrzeuge, die ins Stadion fuhren, wurden vorab nach Sprengstoff durchsucht. Dazu zählten Krankenwagen, TV-Trucks oder Lastwagen für das Catering.

Fans halten sich an Sicherheitsbestimmungen

Schon kurz nach Öffnung der Stadiontore des Olympiastadions wurde deutlich, dass alle Besucher die neuen Sicherheitsmaßnahmen beim Einlass annahmen. Sowohl am Ost- als auch am Südtor wurden die Kontrollen zehn Meter vor das Stadion verlegt. Dort wurden Tische aufgestellt, auf denen jeder Besucher – ähnlich wie bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen – den Inhalt seiner Taschen ausleeren musste. Auch Metalldetektoren waren im Einsatz. Erst danach gelangte man ins Stadioninnere. Die Kontrollen wurden durch Polizeikräfte abgesichert. Dieser Prozedur mussten sich auch sämtliche VIP-Besucher und Medienvertreter unterziehen. Technisches Equipment wie Kameras oder Laptops wurden akribisch überprüft.

Viele Hertha-Fans folgten der Aufforderung des Bundesligisten und erschienen ohne Rucksäcke oder Taschen. Die Zahl der Ordnungskräfte im Stadion war deutlich höher als jene 700, die bei einem normalen Heimspiel des Bundesligisten durchschnittlich im Einsatz sind.

Auch der Eingangsbereich der Gästefans wurde mit denselben Maßnahmen abgesichert. Angesichts der nur wenigen mitgereisten Hoffenheimer Anhänger wirkten die Maßnahmen ein wenig überdimensioniert. Um Taschenentleerungen kamen aber auch die TSG-Fans nicht herum. Wegen der geringen Anzahl der Gäste-Fans – es waren nur wenige Hundert – wurden die sechs Eingänge, die eigentlich ausschließlich für Gäste-Fans reserviert sind, auch für alle Hertha-Fans geöffnet. Die Menschen vor dem Stadion nutzten die zusätzlichen Einlass-Möglichkeiten mit Freude und nahmen die Maßnahmen gelassen hin.

Thomas E. Herrich, Mitglied der Geschäftsführung und bei Hertha seit Jahren verantwortlich für die Durchführung der Heimspiele, appellierte an die Anhänger, auf Pyrotechnik und vor allem auf Böller zu verzichten. Die sind zwar ohnehin verboten, in manchen Fan-Kreisen ist man jedoch der Meinung, dass es sich dabei nur um fußballfolkloristische Accessoires handele. "Die Polizei fürchtet besonders, dass beim Zünden von Böllern eine Panik unter Zuschauern ausgelöst werden könnte", sagte Herrich.