Hiobsbotschaft für Hertha BSC: Stürmer Sami Allagui, 29, fällt für unbestimmte Zeit aus. Der Fußball-Bundesligist teilte mit, dass sich Allagui in Köln einer Operation wegen eines Knorpelschaden am Knie unterziehen musste. Die Verletzung hatte sich der Stürmer am 15. Juli in einem Testspiel gegen Rayo Vallecano (0:1) zugezogen. „Die sechswöchige, konservative Behandlung hat leider nicht zum Erfolg geführt,“ sagte Teamarzt Dr. Uli Schleicher, „Sami Allagui wurde am linken Kniegelenk an einem Knorpelschaden operiert, den er sich als Folge der Knie-Distorsion mit Kreuzbandzerrung zugezogen hatte.“
Es steht zu befürchten, dass Allagui in diesem Jahr nicht mehr für Hertha spielen kann. Der Angreifer war erst im Sommer von einer einjährigen Ausleihe an den FSV Mainz zurückgekehrt. Die Verletzung trifft Hertha besonders, weil auf der gleichen Position im Sturmzentrum bereits Julian Schieber seit dem März ausfällt. Ebenfalls wegen eines Knorpelschadens im Knie. Schieber befindet sich auch sechs Monate nach seiner Verletzung immer noch nicht im Mannschaftstraining.
„Das ist schade für Sami“, sagte Trainer Pal Dardai. „Ich habe mit ihm gesprochen und hoffe, dass er uns in der Rückrunde wieder helfen kann. Aber jetzt muss Sami erst mal Egoist sein und auf sich und seinen Körper hören.“ Hertha-Manager Michael Preetz sagte: „Das ist bitter für Sami und für Hertha BSC. Wir brauchen nun die nötige Geduld, bis er wieder auf dem Platz stehen kann.“
Sami Allagui ist niedergeschlagen, schließlich war er nach sechs Wochen Pause erst in der Vorwoche ins Lauftraining eingestiegen. „Den Saisonstart hatte ich mir anders vorgestellt“, sagte Allagui. „Ich war topfit und wollte mit der Hertha angreifen. Nun ist es leider anders gekommen. Ich habe die Operation bei Professor Schäferhoff in Köln aber gut überstanden und blicke jetzt nach vorn.“
Der Sturm ist die Zone, wo Hertha personell am dünnsten aufgestellt ist. Allagui hatte sich in den Wochen vor seiner Verletzung in exzellenter Frühform präsentiert. „Sami hätte uns mit seinem Spielverständnis helfen können“, haderte Trainer Dardai.
Derzeit einsatzfähig sind im Angriff nur Salomon Kalou, der Ende August vom VfB Stuttgart verpflichtete Vedad Ibisevic sowie als Aushilfskraft Genki Haraguchi.
Hertha kann in diesem Jahr keinen Stürmer mehr von einem anderen Verein verpflichten. Die Transferliste hat am vergangenen Montag geschlossen. Das nächste Wechselfenster öffnet sich erst im Januar 2016.
Muskuläre Probleme:Sorgen um John Brooks
Zudem sorgt sich Hertha um John Brooks, 22. Der Innenverteidiger musste am Sonntag das Training bei der US-Nationalmannschaft in Boston bereits nach dem Einlaufen abbrechen. Brooks klagte über muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel.
Damit ist der Einsatz von Brooks im prestigeträchtigen Testländerspiel der USA gegen Brasilien am heutigen Dienstag in Boston fraglich geworden. Heute um 10 Uhr wird auf dem Schenckendorffplatz Zugang Vedad Ibisevic sein erstes Training in Berlin bestreiten. Hertha empfängt am Sonnabend den VfB Stuttgart im Olympiastadion (15.30 Uhr).

