Bundesliga

Luhukay ist für die Einführung der Torlinientechnologie

Am Donnerstag entscheidet die Bundesliga, ob in der deutschen Eliteklasse die Torlinientechnologie eingeführt wird. Herthas Coach Jos Luhukay hat sich bereits festgelegt - aus Gründen des Fair Play.

Jos Luhukay hat eine klare Meinung zur der Frage, über die derzeit am meisten in der Bundesliga debattiert wird: Soll die Torlinientechnologie in der deutschen Eliteklasse eingeführt werden, oder nicht?

Der Trainer von Hertha BSC sagte dazu am Mittwoch: „Ich bin dafür. Das hat etwas mit Fair Play zutun. Es wäre eine positive Hilfestellung für die Schiedsrichter, wenn man zweifelsfrei sagen kann, ob der Ball drin war.“

Am heutigen Donnerstag treffen sich in Frankfurt am Main die Vertreter der 18 Bundesligaklubs, um abzustimmen. Noch ist aber nicht sicher, ob es die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für die Einführung der Torlinientechnologie geben wird. Laut einer Umfrage des Sportinformationsdienstes werden nur zehn Vereine sicher für die Neuerung votieren, nötig sind aber zwölf Stimmen. Da sich fünf Klubs klar gegen das Hilfsmittel ausgesprochen haben, wird es auf die drei Vereine ankommen, die im Vorfeld keine Angaben machen wollten oder sich noch nicht entschieden haben.

Weltmeister Müller ist dafür

Bei einer ersten Versammlung im März wurde die Zweidrittel-Mehrheit deutlich verfehlt (9:9). Einen ähnlichen Ausgang erwarten sogar Technik-Befürworter. „Ich rechne nicht mit einem anderen Abstimmungsergebnis, weil keine neuen Argumente dazugekommen sind“, sagte Manager Christian Heidel von Mainz 05. Ganz anders sieht Weltmeister Thomas Müller die Sache: „Ich finde die Torlinientechnik sehr gut. Es macht das Spiel gerechter und hilft den Schiedsrichtern“, sagte der Profi des FC Bayern. Sein Klub war es auch, die den Anlass für die neuerliche Entscheidung gegeben haben. Sie haben den Antrag auf Einführung gestellt. Neben den Bayern gehören Dortmund und Hoffenheim zu den Befürwortern.

Bei einem positiven Votum soll die Technik frühestens zur kommenden Saison und ausschließlich in der Eliteklasse eingeführt werden. Welches Technik-Modell im Fall der Fälle zum Einsatz kommen soll, ist noch offen. Drei Systeme stehen zur Auswahl. Am Ende wird der Ligavorstand den Vereinen voraussichtlich aber nur ein Modell zur Abstimmung vorlegen. Falls sich die Vereine für die Technik entscheiden, will sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) anschließen. Dann soll das Hilfsmittel, das von den Referees gewünscht wird, ab den Viertelfinals im Pokal zum Einsatz kommen.

Die Schiedsrichter selbst haben sich für die Neuerung ausgesprochen: „Jedes Hilfsmittel nehmen wir gerne an“, sagte WM-Spielleiter Felix Brych. In Brasilien war die Technik bereits eingesetzt worden. Jörg Schmadtke, Manager des 1. FC Köln, aber befürchtet: „Wenn man die Tür öffnet, wird es irgendwann Techniken für Abseits und das Seitenaus geben. Der Schiedsrichter ist dann nur noch Erfüllungsgehilfe der Technik“, sagte er. Trotz dieser Bedenken werde sein Klub für die Einführung stimmen.

Obwohl sich Luhukay klar positioniert hat, steht eine Einscheidung bei Hertha noch aus. Der Klub will sich erst nach einem Vortrag der DFL kurz vor der Abstimmung festlegen.