Neuzugang

Hertha leiht Elias Kachunga für ein Jahr von Gladbach aus

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Marcel Stein

Foto: City-Press

Bundesliga-Absteiger Hertha BSC hat für die kommende Zweitligasaison Elias Kachunga von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen.

Darauf hingedeutet, dass noch etwas passiert, hatte eher wenig. Dafür sah es so aus, als würde Hertha BSC als einziger Fußballklub der Zweiten Liga ohne einen neu verpflichteten Spieler in die Vorbereitung auf die neue Saison starten. Kurz vor dem Trainingsbeginn konnte Manager Michael Preetz nun aber doch noch Vollzug melden und den ersten Zugang verkünden. Trainer Jos Luhukay darf am Sonntag um elf Uhr den Stürmer Elias Kachunga auf dem Platz begrüßen.

Seit einiger Zeit schon steht der Angreifer mit kongolesischen Wurzeln im Blickpunkt der Berliner. In der Winterpause bestritt Hertha ein Testspiel gegen den VfL Osnabrück, Hertha gewann 3:2, Kachunga spielte sehr auffällig und erzielte einen Treffer. Nun gehört der zweifache deutsche U20-Nationaspieler zum Kader der Berliner, am Freitag bestand er den Medizincheck. „Elias ist ein sehr talentierter Spieler, der unser Offensivspiel beleben wird“, sagt Geschäftsführer Michael Preetz. Bis Saisonende wird der Spieler in der Hauptstadt bleiben.

Lieber wäre es Preetz gewesen, sich diesbezüglich anders positionieren zu können. Er und Luhukay sehen bei dem Stürmer viel Potenzial, der Trainer kennt ihn sogar aus seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach relativ gut. Was die Entscheidung von Kuchunga für Hertha sicher beeinflusst haben dürfte. In Mönchengladbach steht Kachunga bis 2014 unter Vertrag, die Berliner leihen ihn von dort aus. Das soll etwa 100.000 Kosten. Nach Ablauf der Ausleihe hätten Hertha gern eine Kaufoption mit den Rheinländern vereinbart. Doch darauf ließ sich Preetz' Kollege Max Eberl nicht ein.

Der Bundesligaklub will abwarten, wie sich der Spieler in der Zweiten Liga präsentiert. „Ich freue mich sehr auf Hertha BSC“, sagt Kachunga, der die Rückennummer 15 tragen wird. „Der Wechsel nach Berlin ist ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Ich bin sicher, dass ich mich bei Hertha BSC weiterentwickeln werde.“ Bislang spielte Kachunga überwiegend in der Zweiten Mannschaft von Borussia in der Regionalliga. Sogar zwei kurze Bundesliga-Einsätze stehen in seiner Statistik. Zuletzt aber war der Stürmer zum VfL Osnabrück in die Dritte Liga ausgeliehen. Dort verbrachte er die Rückrunde der vergangenen Saison und erzielte in 17 Partien zehn Tore. Insgesamt kam er in der vergangenen Spielzeit in Dritter und Vierter Liga auf 22 Treffer und sechs Vorlagen in 35 Einsätzen.

So weit sind dies ordentliche Zahlen, jetzt muss Kachunga sie eine Spielklasse höher bestätigen. Der direkte Sprung in die Bundesliga scheint bei der Konkurrenz in der Offensive von Mönchengladbach zu groß, bei Hertha sind die Chancen auf Spielpraxis deutlich größer. Zumal bei den Berlinern in Pierre-Michel Lasogga (20) der wichtigste Angreifer noch bis Ende des Jahres wegen eines Kreuzbandrisses fehlt. Kachunga soll ihn ersetzen und am besten ebenso zur großen Entdeckung werden wie Lasogga vor zwei Jahren in der Zweiten Liga. Sollte das Offensivtalent die Erwartungen in dieser Saison erfüllen, müssten die Berliner neu mit Mönchengladbach über einen Transfer reden und viel Geld bezahlen, zumindest mehr als bei einer jetzt festgelegten Kaufoption. Dass die nicht gewährt worden ist, zeigt die Wertschätzung, die Kachunga bei Borussia genießt.

Bei Hertha sind neben dem Ausleihgeschäft von Kachunga noch weitere Entscheidungen getroffen worden. Rob Reekers und Markus Gellhaus, die schon bei Luhukays vorheriger Station in Augsburg dessen Co-Trainer waren, werden diese Positionen auch in Berlin bekleiden. Die beiden sollen am Sonntag gemeinsam mit Luhukay das erste Training der Vorbereitung leiten.