Es klang alles etwas mysteriös. Erst sollte Levan Kobiashvili geschlagen haben, dann hieß es, er würde schwören, dass nichts gewesen wäre. Am Ende wehrte sich der Fußballprofi von Hertha BSC nicht mehr gegen die Vorwürfe. Also bekam er für eine Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter eine Sperre von siebeneinhalb Monaten aufgebrummt. Ein Rekord im deutschen Profifußball.
Nun äußerte sich der Abwehrspieler öffentlich zu der ganzen Affäre, die sich beim Relegations-Rückspiel der Berliner in Düsseldorf zutrug. Er versucht zu beschreiben, was passierte zwischen ihm und Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) in jenen Minuten, nachdem Hertha sportlich in die Zweite Liga abgestiegen war. „Ich sage nicht, es war nichts. Natürlich war Durcheinander, natürlich waren wir auch wütend, enttäuscht. Und es sind natürlich auch Dinge passiert, für die wir uns entschuldigen müssen. Aber es stimmt nicht, dass ich ihn geschlagen habe – auch das ist mir wichtig“, wird der 34 Jahre alte Georgier auf der Homepage des Vereins zitiert. Unglücklich sei alles verlaufen, unabsichtlich sei er mit dem Schiedsrichter zusammengestoßen. „So habe ich das auch ausgesagt“, erzählt der Profi. Beim DFB-Sportgericht hatte es geheißen, er habe ein Geständnis abgelegt.
Kobiashvilis Variante klingt nun wieder ein bisschen anders. Stark warf dem Spieler vor, ihn von hinten an den Kopf geschlagen zu haben. Dabei erlitt Stark ein Hämatom. Der Berliner beschreibt den Vorfall nun so: „Die Schiedsrichter waren vor uns. Ich bin am Anfang der Stufen hängen geblieben, gestolpert, vornüber fast die Treppe runtergeflogen. Von hinten wurde weiter geschoben, ich wollte mich mit den Armen abfangen. Ich kann nicht ausschließen, dass ich dabei vor mir laufende Leute berührt habe, einer davon war der Schiedsrichter.“ Alles nur blöd gelaufen also.
Argumentativ aber offenbar nicht stark genug, um in einer Verhandlung damit so überzeugen zu können, dass am Ende eine geringere Strafe dabei herauskommt. Daher akzeptierte Kobiashvili die Sperre. „Mein erster Gedanke war, zu kämpfen. Aber dann wurde mir bewusst, dass sie mich dann lange sperren werden“, so der Georgier. Interessant dürfte sein, wie die Sachlage in einem Zivilprozess bewertet wird, der steht nämlich im Raum, da Stark den Profi angezeigt hatte. „Ich bin nicht unfair, ich habe einen guten Namen, ein gutes Image – dafür habe ich hier in Deutschland 17 Jahre lang hart gearbeitet“, sagt Kobiashvili. Name und Image sind inzwischen aber nun nicht mehr das, was sie vor dem Zwischenfall waren. Wenigstens kann der Spieler auf seinen Verein zählen. „Kobi spielt in meinen Planungen eine ganz wichtige Rolle“, sagt Trainer Jos Luhukay. Obwohl er nur in der Rückrunde eingesetzt werden kann. Bis dahin will der Georgier „hart trainieren, den Kollegen helfen wo ich kann und die jungen Spielern mit meiner Routine unterstützen“.


