Bundesliga

Jürgen Röber bezeichnet Hertha-Profis als "Luschis"

Der Ex-Hertha-Trainer findet deutliche Worte für die Leistungen der Berliner Profis. Das Team hätte den Klassenerhalt nicht verdient.

Jürgen Röber, der frühere Erfolgscoach von Hertha BSC (1996 bis 2002), sieht nach dem Absturz des Hauptstadtvereins auf den Abstiegsplatz die Profis in der Verantwortung und nicht die Trainer Markus Babbel, Michael Skibbe und Otto Rehhagel, die Hertha in dieser Saison betreuten.

„Schief gelaufen ist die Einstellung der Spieler. Wenn man sieht, wie man in die Rückrunde reingeht und dann die Heimspiele so gestaltet, dann muss man sich nicht wundern, dass man in eine so prekäre Situation kommt“, erklärte Röber in einem Interview mit dem Info-Radio des RBB.

Noch direkter wurde er gegenüber Sky Sport News HD. Dem TV-Sender sagte er: „Über die ganze Saison betrachtet, hätte das Team den Klassenerhalt nicht verdient. Wenn man in die Heimspiele reingeht wie Luschis, fängt man sich halt eine Niederlage nach der anderen.“ Röber weiter: „Sollte die Hertha noch über die Relegation den Klassenerhalt schaffen, muss man gucken, welche Spieler wirklich alles dafür getan haben. Die Spieler, die nicht an die Grenzen gegangen sind, haben bei dem Verein nichts zu suchen.“

Man könne immer über die Trainer reden, „aber Fakt ist doch, dass die Spieler die Leistung bringen müssen. Verdammt noch mal, wenn ich als Spieler auf dem Platz laufe, dann will ich doch Spiele gewinnen“, so Röber im RBB. Jetzt rumzujammern, man habe kein Selbstvertrauen, das bringe nichts „Das ist so, weil sie sich selbst in die Situation reingebracht haben. Das liegt schließlich und endlich alleine an den Spielern“, kritisierte Röber die Profis.

Röber sieht aber noch eine Chance für Hertha, am kommenden Sonnabend gegen Hoffenheim zu gewinnen. „Hoffenheim ist keine Truppe, die am letzten Spieltag noch alles geben wird“, hofft Röber. „Für Hoffenheim geht es jetzt um die Goldene Ananas – das ist das letzte Spiel, einige Spieler von Hoffenheim sind in Gedanken schon im Urlaub“, unterstellte er, obwohl TSG-Trainer Markus Babbel schon eindeutig erklärte hatte, unbedingt in Berlin gewinnen zu wollen.

Röber glaubt zudem nicht, dass Köln gegen die B-Elf des FC Bayern München gewinnen werde. „Die B-Mannschaft ist schwieriger zu spielen als die A-Mannschaft, die sich auf das Pokal-Endspiel und das Champions-League-Finale konzentriert.“

Jürgen Röber führte Hertha BSC 1997 zunächst in die 1. Fußball-Bundesliga und später sogar in die Champions League. Er war im Februar 2002 bei den Blau-Weißen entlassen worden.

Röber trainierte in der Bundesliga zuletzt von Dezember 2006 bis März 2007 Borussia Dortmund und arbeitete danach in Russland und der Türkei.