Hertha BSC

Verdacht auf Faserriss bei Friedrich

Schon nach 25 Minuten war Schluss: Noch in der ersten Halbzeit des Spiels gegen den VfB Stuttgart humpelte Hertha-Kapitän Arne Friedrich verletzt vom Platz. Nun wird der Nationaspieler möglicherweise nicht bei den nächsten Länderspielen eingesetzt - und ob er für Hertha gegen Dortmund antreten kann, ist auch fraglich.

Es war ein Flankenball, den Arne Friedrich (29) trat – danach ging nichts mehr. Wie ein Messer fuhr dem Hertha-Kapitän der Schmerz hinten in den Oberschenkel. Sofort signalisierte er zur Bank: auswechseln! Friedrich humpelte nach nur 25 Minuten an die Seite, klatschte den eilends spielfertig gemachten Kaka ab und ließ sich auf die Auswechselbank plumpsen.

Als der Tross von Hertha BSC das Stuttgarter Stadion verließ, sagte Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher: „Es besteht der Verdacht auf einen Faserriss hinten im rechten Oberschenkel.“ Endgültig feststehen wird das Ausmaß der Verletzung nach einer Kernspintomographie heute Vormittag. Friedrich bat um Geduld: „Es ist für mich die erste Muskelverletzung überhaupt.“ Die Wirkung von Friedrichs Fehlen habe „jeder sehen können“, klagte Josip Simunic. Dabei war die Berliner Bilanz in Bundesligaspielen ohne den etatmäßigen Kapitän bis jetzt ordentlich: In Frankfurt gelang Hertha am ersten Spieltag mit 2:0 ein perfekter Saisoneinstand, in Bielefeld reichte es in Runde 19 zu einem 1:1.

Im Ungewissen abreisen musste auch der Bundestrainer. Joachim Löw hatte auf der Ehrentribüne sorgenvoll dreingeblickt, als Friedrich vom Feld ging. Bestätigt sich der Verdacht auf Muskelfaserriss, hätte dies zehn bis 14 Tage Pause zur Folge. Dann muss Friedrich um einen Einsatz im nächsten Hertha-Punktspiel gegen Borussia Dortmund (4. April) bangen.

Friedrich telefonierte gestern noch aus dem Stadion mit Löw. Der Bundestrainer wollte den Herthaner eigentlich am kommenden Sonnabend in Leipzig gegen Liechtenstein und in Cardiff gegen Wales (1. April) auf dessen Wunschposition in der Innenverteidigung einsetzen. Bekanntlich dauert die Schwächephase von Christoph Metzelder (Real Madrid) nun schon lange an. Weder Heiko Westermann (FC Schalke) noch Serdar Tasci (VfB Stuttgart) konnten in der Abwehrzentrale bislang vollends überzeugen. Mit Blick auf die starken Leistungen von Friedrich in Berlin in den vergangenen Monaten sollte der Herthaner auch in der Nationalmannschaft endlich auf seiner Lieblingsposition eingesetzt werden.

Danach sieht es nun nicht aus. Löw sagte gestern: „Wir warten jetzt das Ergebnis der Untersuchung ab und beraten dann, was die beste Entscheidung ist." „Saublöd“ wäre ein Ausfall, sagte Friedrich, „weil ich schon beim letzten Mal absagen musste“ – seinerzeit, Anfang Februar, wegen Rückenbeschwerden für das Testspiel in Düsseldorf gegen Norwegen (0:1).