Die Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und FSV Mainz 05 haben den Verkauf ihrer Fan-Trikots gestoppt, nachdem diese wegen gefährlicher Weichmacher bei einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen sind. „Mangelhaft“ hieß es nach einer Überprüfung der beliebten Hemden. Die Frankfurter und Mainzer nahmen die aktuelle Kollektion umgehend vom Markt und bieten den Fans einen Umtausch an. Die Fußballprofis dürfen – zumindest bis die nächste Warenladung kommt – weiter in den Hemden spielen, da die Warnung nur für Kinder gilt.
Auch die anderen 16 Bundesliga-Vereine haben keine weiße Weste, gefährden mit ihren Trikots aber zumindest nicht die Gesundheit von Minderjährigen. Die Sponsorenaufdrucke der Eintracht- und FSV-Jerseys enthalten nach Angaben der Tester vom Mittwochabend Weichmacher. Für Spielzeug sind diese Stoffe in der Europäischen Union verboten, sie können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Zwischen 55 und 80 Euro kostet – je nach Verein und Größe – ein Bundesliga-Trikot. Die Stiftung Warentest hatte die Kinder-Shirts für die November-Ausgabe der Zeitschrift „test“ untersuchen lassen. Die Trikots bestünden fast durchgängig aus Polyester und seien überwiegend in Niedriglohnländern gefertigt, so die Tester.
Nur wenige Clubs, die mit dem Fanartikel-Verkauf einen Großteil ihrer Merchandising-Einnahmen bestreiten, kamen im Test ungeschoren davon. Acht Trikots hätten bereits nach nur zwanzig Waschgängen stärkere Verschleißerscheinungen gezeigt. „Beim SC Freiburg verklebten die Buchstaben, bei Schalke warf der Sponsorenaufdruck Blasen. Bei einigen Trikots sahen Rückennummern und Spielernamen reichlich angegriffen aus“, hieß es in der Presseerklärung. „Die Fan-Shirts von Mönchengladbach und Stuttgart überstanden die Wäsche zwar ohne größere Schäden, waren aber unsauber vernäht.“
Die Berliner Hertha-Fans können sich entspannt zurücklehnen. Ihre Trikots gehören zu den acht Spitzenreitern im Test, die mit der Note „gut“ abgeschnitten haben. Die besten Plätze (Note 1,6 ) teilen sich der FC Bayern München, Hamburger SV und VfL Wolfsburg, gefolgt vom 1. FC Nürnberg und TSG 1899 Hoffenheim (je 1,7). Eine glatte 2,0 erhielten Hannover 96 und Hertha BSC für ihre Kindershirts, der 1. FC Köln folgt mit 2,3.
Mainz und Frankfurt haben auf die Mängel reagiert. „Uns haben die Untersuchungsergebnisse überrascht, und wir haben sie mit Sorge aufgenommen. Obwohl es keine gesicherten Erkenntnisse über mögliche gesundheitliche Nachteile bei normalem Gebrauch unserer Trikots gibt, haben wir uns vorsichtshalber entschlossen, den Verkauf zu stoppen und den Fans einen Trikotumtausch anzubieten“, sagte der Mainzer Clubchef Harald Strutz. Er verwies darauf, dass für den Aufdruck ein externer Dienstleister zuständig sei. Die von Ausrüster Nike gelieferten Trikots selbst seien einwandfrei. Der FSV hat in dieser Saison nach eigenen Angaben 4000 bis 5000 Trikots verkauft.
„Die Untersuchungsergebnisse haben uns natürlich aufgeschreckt, sodass wir sofort gehandelt haben“, sagte der Vize-Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, Thomas Pröckl. „Selbstverständlich werden wir die aktuellen Heimtrikots umtauschen.“ In Absprache mit dem Hersteller Jako werden auch die Auswärtstrikots überprüft, obwohl diese in der Bundesliga nur in geringen Mengen gekauft werden. dpa/BM
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