Allerdings ist nach wie vor offen, was genau passieren wird. Gesucht werden mindestens ein Stürmer und ein Spieler fürs offensive Mittelfeld. Doch erstmals bei einer Brasilien-Reise von Hoeneß ging es nicht nur um potenzielle Neue, sondern auch um die mögliche Rückkehr eines Herthaners.

André Lima (23) war im vergangenen August als Erster der brasilianischen Torschützen-Liste in Diensten von Botafogo Rio de Janeiro für die stolze Ablöse von 3,5 Millionen Euro in die Bundesliga gewechselt. Bei Hertha tat sich der Stürmer extrem schwer. 16 Einsätze, magere zwei Tore - so lautet das Fazit von Limas enttäuschender erster Saison in Deutschland.

Die Überlegungen von Hertha BSC sehen so aus: Lima hat Vertrag bis 2011. Trainer Lucien Favre setzt auf Raffael und Marko Pantelic, der derzeit (noch) unter Vertrag steht. Dazu kommen soll der Tunesier Amine Chermiti (20) von Etoile Sportive du Sahel. Nach einem weiteren Hochkaräter wird gefahndet.

Da wird Lima nicht wirklich benötigt. Nun kann Hertha aber die im vergangenen Sommer gezahlte 3,5-Millionen-Ablöse derzeit nicht erzielen. Also bleibt die Option eines Leihgeschäftes. Damit würden die Berliner ihren Personal-Etat um das Lima-Gehalt (rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr) entlasten.

Anders als noch vor Jahren, als brasilianische Profis ihr Land aus wirtschaftlichen Gründen fast nur verließen, hat sich die Finanzkraft der Spitzenvereine verbessert. Deshalb führte Hoeneß in Sachen Lima in Brasilien eine Reihe von Gesprächen - mit der gewünschten Wirkung. In seiner Heimat genießt Lima weiter einen guten Ruf. Alle brasilianischen Topklubs wollen Lima, sagte ein Insider der Berliner Morgenpost. Zwei dieser Klubs habe Hertha konkrete Angebote für ein Leihgeschäft unterbreitet.

Neben den zwei Offerten für eine Ausleihe gibt es einen dritten (nicht-brasilianischen) Klub, der Interesse an einem Kauf hat.

Lima hält sich derzeit bei seiner Familie in Rio de Janeiro fit. Er macht keinen Hehl daraus, dass er in Berlin bleiben und spielen will. Er will beweisen, dass er gut genug für die Bundesliga ist. Dem entgegen stehen die Planungen von Trainer Favre. Der kann mit dem Stürmer-Typ Lima (langsam, aber stark im Strafraum) nicht viel anfangen.

Der Brasilianer ist nicht der einzige Stürmer, der Hertha BSC wohl verlassen wird. So wird der Klub Solomon Okoronkwo (21) leichten Herzens zu Olympia nach Peking ziehen lassen (8.-24. August). In der Hoffnung, dass der Stürmer mit Nigeria ein glänzendes Turnier spielt - und das Interesse potenzieller Käufer weckt.