Die Kontrolle begann direkt hinter der Rolltreppe. Die Fans von Hertha BSC kamen gerade aus dem Hauptbahnhof in Wolfsburg, schon wurden die ersten von ihnen von Polizisten gestoppt. Rund 150 Beamte – so viele wie immer bei Hochsicherheitsspielen gegen Berlin – hatten sich auf dem überschaubaren Vorplatz formiert. Einige von ihnen saßen auf Pferden und begleiteten die Anhänger zum Stadion. Ihre Kollegen kontrollierten stichprobenartig die Taschen einiger Fans und fotografierten und filmten sie.
Nach den Ausschreitungen im Olympiastadion beim 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg vor einer Woche sorgten sich die Verantwortlichen beider Klubs, dass es erneut Randale geben könnte. Zumal sich vor der Partie in Internet-Foren zahlreiche Herthaner mit jenen 23 Personen solidarisch gezeigt hatten, gegen die unter der Woche bundesweite Stadionverbote von drei Jahren Dauer verhängt worden waren.
Doch es blieb weitestgehend ruhig. „Die Stimmung ist friedlich“, sagte Herthas Fanbetreuer Andreas Blasczyk. Zwei Festnahmen soll es dennoch gegeben haben. Über die Gründe wollten die Polizisten gegenüber der Morgenpost keine Auskunft geben. Offenbar hielten die Beamten und Ordner auf dem Weg zum Stadion vor allem nach den Hertha-Ultras „Harlekins“ Ausschau. Die Polizei zeigte sich überrascht, dass sich nur wenige Mitglieder der Gruppierung auf den Weg nach Niedersachsen gemacht hatten. Sie vermutete, dass sich einige von ihnen extra anders gekleidet haben könnten, um nicht aufzufallen.
Während des Spiels war die Hertha-Kurve geteilt. Die eine Hälfte feuerte wie gewohnt an. Die andere verhöhnte die Mannschaft, rief immer wieder „Absteiger, Absteiger“ und bejubelte auch nicht die Tore. Die Quittung dafür gab es nach Spielschluss: Kein Spieler ging zur Kurve. Die Begründung lieferte Torwart Jaroslav Drobny: „Wir wurden nicht freundlich empfangen. Sie haben uns beschimpft. Das können wir zwar verstehen, trotzdem sind wir deswegen nicht zu den Fans gegangen.“
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