Fußball

Hertha schafft trotz Überzahl nur ein 1:1 gegen Istanbul

Trainer Jos Luhukay wollte verschiedene Abwehrformationen ausprobieren. Doch im Testspiel gegen Kasimpasa Istanbul verdarb ein Platzverweis seine Pläne. Und selbst in Überzahl kam Hertha nicht über ein Remis hinaus.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Mit einem bittersüßen Lächeln verlässt Hertha BSC heute die Steiermark. Zum Ende des Trainingslagers trennte sich der Fußball-Bundesligist von Kasimpasa Istanbul mit 1:1 (1:0). Ärgerlich für die Berliner: Sie spielten fast eine Stunde in Überzahl, nachdem der Kapitän von Istanbul, Alpaslan Ozturk, Gelb-Rot gesehen hatte (38. Minute). Statt die Führung auszubauen, kassierte der Hauptstadt-Klub den 1:1-Ausgleich durch Oscar Scarione (83.). „Der Platzverweis war schade für das Spiel“, sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay. Er wollte, dass sein Team taktisch flexibel in der Abwehr mit drei oder vier bis zu fünf Verteidigern auf einen vollzähligen Gegner trifft.

Anfangs ein offenes Spiel

In der Pause fragte der Trainer der Türken den österreichischen Schiedsrichter Rene Eisner, ob er in der zweiten Hälfte wieder elf Spieler aufs Feld schicken dürfe. Eisner, aktueller Fifa-Schiedsrichter, lehnte ab. Es handele sich um ein offizielles internationales Freundschaftsspiel, er müsse nach den bekannten Regeln leiten.

Bis zur Ampelkarte war es ein offenes Spiel gewesen. Hertha überließ Kasimpasa die Feldhoheit, riegelte aber 30 Meter vor dem Tor konsequent ab. Einmal drohte durch den Klub, bei dem der Ex-Herthaner Tunay Torun stürmte, Gefahr, Torun spielte sich auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch. Seine Flanke wurde nur halbherzig verteidigt. Den Abpraller nahm der Star im Team, Ryan Babel, an der Strafraumgrenze auf, sein Schuss verfehlte das Tor von Rune Jarstein um wenige Zentimeter (16.). Der Norweger spielte 90 Minuten durch, Stammtorwart Thomas Kraft wurde wegen einer leichten Bauchmuskelzerrung geschont.

Lustenberger nach Verletzungspause auf einem guten Weg

Im Vorwärtsgang gefielen die schnellen Roy Beerens auf der rechten Seite und Genki Haraguchi auf links. Der Japaner war es, der im Doppelpass mit Julian Schieber gleich zwei Verteidiger ausspielte, auch noch Torwart Andreas Isaakson umkurvte und den Ball flach einschob, 1:0 (29.). „Ein schönes Tor, immerhin war das der jahrelange schwedische Nationaltorwart, den Genki ausgespielt hat“, lobte Trainer Luhukay.

Im zweiten Durchgang wurde komplett durchgewechselt. Die gute Nachricht war, dass Kapitän Fabian Lustenberger nach seiner sechsmonatigen Verletzungspause erneut eine ordentliche Halbzeit spielte. Der Schweizer hatte Pech beim Ausgleich, dass er wegrutschte, ein Geschenk, dass Scarione zum etwas schmeichelhaften Ausgleich nutzte.