Bundesliga

Bei Hertha ist der Konkurrenzkampf ausgebrochen

Durch die Rückkehr angeschlagener Spieler wie Torhüter Thomas Kraft kann Hertha-Trainer Jos Luhukay vor dem Rückrundenstart gegen Eintracht Frankfurt den Konkurrenzkampf weiter anheizen.

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Ganz vorsichtig gingen die Hertha-Profis mit Coach Jos Luhukay vorneweg am Montag zum ersten Training in der Woche. Das Glatteis hatte auch vor dem Hertha-Gelände am Olympiastadion nicht halt gemacht. Doch kaum hatten die Profis den gewohnten Rasen unter den Füßen, wurde jegliche Zurückhaltung abgelegt. Denn die Rückkehr vieler angeschlagener Spieler verschärft den Konkurrenzkampf vor dem Rückrundenauftakt gegen Eintracht Frankfurt am Sonnabend.

Vor allem das erste Training von Herthas Nummer 1, Thomas Kraft, war mit Spannung erwartet worden. Der Torhüter hatte ein mehr als unglückliches Trainingslager im türkischen Belek hinter sich. Erst musste er wegen Knieproblemen ein Testspiel absagen, dann hinderte ihn ein blockierter Rücken an der Trainingsteilnahme. Letzten Endes konnte er keine einzige Partie in der Vorbereitung absolvieren.

„Alles wieder gut“, sagte der Keeper mit einem Lächeln auf den Lippen nach der Einheit. Weder die speziellen Übungen mit Torwarttrainer Richard Golz, noch das Trainingsspiel bei eisigen Temperaturen machten ihm Probleme. Ganz im Gegenteil. Seine Mitspieler durften einen Thomas Kraft genießen, der seinen Ehrgeiz wieder mit lauten Anweisungen herausbrüllte.

Luhukay wir laut

Ebenso laut und deutlich wurde am Montag nur Jos Luhukay, der von seinen Profis verlangt, nach der Hinrunde mit sensationellen 28 Punkten nicht nachzulassen. „Maximale Konzentration“, forderte der Niederländer, der weiter auf offensiven Fußball setzt. Das Rezept dafür gab er seinen Spielern im Trainingsspiel gleich mit: „Schnelle Spielverlagerung von Abwehr auf Angriff!“ Dafür konnte er auch auf die zuletzt noch angeschlagenen Sandro Wagner, Peer Kluge und Maik Franz zurückgreifen.

Nur sehnsüchtig zuschauen, wie ihre Kollegen sich hitzige Zweikämpfe lieferten, durften Alexander Baumjohann (Kreuzbandriss) und Tolga Cigerci (Achillessehnenreizung). Als beide nach ihren Laufeinheiten vom Platz gingen, konnten sie kaum den Kopf vom Spielgeschehen abwenden. Cigerci schon bald wieder zum Team stoßen.

Sahar vor Wechsel nach Bielefeld

„Ich hoffe, dass es für das Spiel gegen Frankfurt reicht“, sagte Mittelfeldspieler Cigerci. „Aber genau weiß ich es noch nicht.“ Mehrfach wechselte der 21-Jährige bei seinen Läufen wegen der Schmerzen zwischen Fußball- und Laufschuhen hin und her. Immer wieder ins Gespräch mit Physiotherapeut Frederick Syna vertieft. „Wenn seine Achillessehne keine Reaktion zeigt, kann er vielleicht schon am Dienstag mittrainieren“, zeigte sich Jos Luhukay vorsichtig optimistisch.

Der laufstarke Cigerci hatte sich nach seinem Wechsel von Wolfsburg nach Berlin zum Stammspieler entwickelt und vor allem Ronny im Mittelfeld den Platz streitig gemacht. Der Trainer hatte bereits im Trainingslager angekündigt, wenig im Mannschaftsgefüge ändern zu wollen. Umso wichtiger wäre dafür eine schnelle Genesung. Definitiv dabei sein wird Änis Ben-Hatira, der nach seinem Syndesmoseriss am Montag für die Abschlussuntersuchung bei Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt in München weilte.

Nicht mehr dabei in der Berliner Kälte war Ben Sahar. Der Israeli flog zurück ins türkische Belek, wo Hertha selbst noch letzte Woche trainierte. Dort sollen mit Zweitligist Bielefeld die letzten Details geklärt werden. „Ich gehe davon aus, dass er ab Dienstag mit der Arminia trainieren wird“, sagte Luhukay zum bevorstehenden Transfer. Der Israeli soll für ein halbes Jahr ohne Kaufoption ausgeliehen werden.