DFB-Pokal

Hertha besiegt Neumünster 3:2 nach hartem Kampf

Überzeugend war das nicht - Aber Allaguis Last-Minute-Treffer rettet Hertha BSC in der Nachspielzeit nach Verlängerung. Der Regionalligist VfR Neumünster hatte aufopfernd gekämpft.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Mit einem Kraftakt und einer Portion Glück hat Hertha BSC die erste Hürde im DFB-Pokal genommen. Der Bundesliga-Aufsteiger gewann beim aufopfernd kämpfenden Regionalligisten VfR Neumünster erst in Nachspielzeit der Verlängerung mit 3:2 (2:2, 2:1), nachdem im vergangenen Jahr die Auftaktrunde gleichzeitig Endstation war. Die Berliner wussten jedoch sechs Tage vor ihrem Comeback im Fußball-Oberhaus vor allem spielerisch nicht zu überzeugen.

Michél Harrer hatte den Viertligisten vor 5446 Zuschauern sogar in der 5. Minute in Führung geschossen, Berlins Änis Ben-Hatira (16. und 30.) sorgte jedoch mit einem Doppelschlag noch vor der Pause für die Wende. Christopher Kramer (58.) gelang der Ausgleich für die Gastgeber, bevor der Stürmer in der 90. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. Für die Entscheidung sorgte Sami Allagui (120.+1) mit einem Foulelfmeter.

Auftakt nach Maß für Neumünster

Neumünster erwischte einen Auftakt nach Maß, als Harrer einen Freistoß flach an der Abwehrmauer vorbei direkt verwandelte. Die Hertha tat sich in der Folge schwer gegen die tief stehende Defensive der Gastgeber, die schon frühzeitig versuchten, den ballführenden Spieler der Berliner zu stören. Einen Blackout nutzten die Gäste schließlich zum 1:1, als Sami Allagui für Ben-Hatira auflegte. Allagui war auch der Vorbereiter beim Führungstreffer.

Neumünster präsentierte zwar ein geeignetes Rezept, um die spielerisch überlegenen Berliner in Schach halten zu können, doch leistete man sich zu viele Konzentrationsfehler. Allerdings ließ sich der VfR auch durch den Rückstand nicht irritieren und suchte seine Chance in der Offensive. Berlins Torhüter Thomas Kraft musste einige Male eingreifen.

Ein spannender Pokal-Kampf ohne Klassenunterschied

Auch nach dem Wechsel spielten die Gastgeber nicht nur mit, sondern sorgten in der Defensive der Berliner für einige Unruhe. Nach einem Eckball musste Alexander Baumjohann sogar auf der Linie klären. Wenig später erhielt Neumünster für seine Bemühungen den Lohn, als Kramer per Kopfball ausglich. Es entwickelte sich ein spannender Pokal-Fight, in dem phasenweise kein Klassenunterschied zu erkennen war.

Hertha, dass seinen Halbzeitvorsprung lediglich verwalten wollte, hatte den Faden nach dem Ausgleich sichtlich verloren. Torchancen blieben in der Folge Mangelware, weil sich der VfR auch taktisch unvermindert diszipliniert präsentierte. Erst nach dem Platzverweis gegen Kramer gewann die Hertha Oberwssser und hatte Pech bei Allaguis Pfostenschuss (94.). Erst als beim Gastgeber in Unterzahl die Kräfte nachließen, häuften sich die Chancen.

Bei den entäuschenden Berlinern vermochten allenfalls Baumjohann und Doppel-Torschütze Ben-Hatira zu gefallen. Neumünster hatte in Torhüter Marcus Hesse, Harrer und Kramer seine herausragenden Kräfte.