EM 2012

England ist dank Rooney Gruppensieger

Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat dank Rückkehrer Wayne Rooney als Gruppensieger das Viertelfinale der EM erreicht.

Wayne Rooney ist seinem Ruf als Heilsbringer des englischen Fußballs gerecht geworden und hat die Nationalmannschaft seines Heimatlandes erstmals seit acht Jahren in das Viertelfinale einer EM-Endrunde geschossen. Beim 1:0 (0:0) zum Abschluss der Vorrunde gegen Co-Gastgeber Ukraine erzielte der Stürmer am Dienstag in Donezk in der 48. Minute das entscheidende Tor und sorgte damit dafür, dass die Briten als Erster der Gruppe D in die Runde der letzten Acht einzogen.

Dort wartet am Sonntag in Kiew Italien. EM-Debütant Ukraine hingegen ist ausgeschieden. Allerdings hatten die Osteuropäer großes Pech: Das Schiedsrichtergespann um Viktor Kassai (Ungarn) verweigerte einem Treffer von Marko Devic zu Unrecht die Anerkennung (62.). Damit findet das EM-Viertelfinale wie schon vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz ohne Gastgeberland statt. Am Samstag war bereits der zweite Ausrichter Polen als Letzter der Gruppe A gescheitert.

Ukraine zunächst ohne Schewtschenko

Die Ukraine ging mit einer schweren Hypothek in die Partie: Kapitän Andrej Schewtschenko musste wegen einer Knieverletzung zunächst auf der Bank Platz nehmen. Seine Teamkollegen ließen sich von dem Rückschlag jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Angetrieben von 49.000 Landsleuten in der ausverkauften Donbass Arena suchten die Ukrainer in der Anfangsphase permanent den Weg nach vorn. „Die Zuschauer werden unser zwölfter Mann sein“, hatte Nationaltrainer Oleg Blochin vor der Partie prophezeit.

Wirklich zwingende Chancen sprangen für die Gastgeber zunächst aber nicht heraus. Entweder schleppten sie den Ball ohne zündende Ideen durch das Mittelfeld nach vorn oder sie setzten auf lange Pässe in die Spitze – beides verpuffte oft wirkungslos. Schüsse von Denis Garmasch (7.), Devic (12.) und Oleg Gusew (22.) strichen am Tor vorbei oder wurden abgeblockt.

Die kompakt gestaffelten Engländer konzentrierten sich in der ersten halben Stunde fast ausschließlich auf ihre Deckungsaufgaben. Schließlich war Kapitän Steven Gerrard & Co. bewusst, dass ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen würde. Auch Rooney wurde bis zur 28. Minute kaum einmal in Szene gesetzt. Dann tropfte eine Flanke von Ashley Young direkt auf den Kopf des Torjägers. Rooney gelang es jedoch nicht, den Ball aus sechs Metern ins Tor zu drücken.

Rooney schlägt direkt nach Wiederbeginn zu

Stattdessen kamen die zum Ende der ersten Hälfte zunehmend frustriert wirkenden Ukrainer noch einmal zum Zug. Schewtschenkos Vertreter Artem Milewski brachte Andrej Jarmolenko in Position, doch der Mittelfeldspieler scheiterte an Englands Keeper Joe Hart (30.). Es sollte die vorerst letzte gute Chance der Ukraine bleiben. Stattdessen schlug Rooney unmittelbar nach dem Wiederbeginn zu. Der ukrainische Torhüter Andrej Pjatow ließ eine Flanke von Gerrard durch die Hände rutschen und Rooney staubte ohne Mühe ab. Es war sein erstes Tor bei einem großen Turnier seit 2004.

Das Tor verlieh den Engländern mehr Sicherheit und Mut im Spiel nach vorn. Die Führung schien vorerst kaum gefährdet. Nach gut 60 Minuten verloren die Fans der Ukraine ein wenig die Geduld. Mitten in die Rufe nach einer Einwechslung von Schewtschenko kam Devic dann aber zur besten Chance.

Der Stürmer tauchte allein vor Hart auf und schoss den englischen Keeper an. Anschließend flog der Ball in hohem Bogen in Richtung Tor, wo ihn John Terry mit einer artistischen Einlage erst hinter der Linie wegschlug. Kassai und der Torrichter sahen dies zum Entsetzen von Blochin und der ukrainischen Fans im Stadion jedoch anders. Die Gastgeber bemühten sich im Anschluss weiter um den dringend benötigten Sieg. Doch auch die Hereinnahme von Schewtschenko 20 Minuten vor dem Ende konnte das Blatt nicht mehr wenden.