4:0-EM-Erfolg

Spanien schickt Irland auf die Heimreise

Angeführt von dem Doppel-Torschützen Fernando Torres hat Titelverteidiger Spanien mit einem 4:0-Kantersieg gegen Irland groß aufgetrumpft.

Die Überraschung ist ausgeblieben: Titelverteidiger Spanien hat die Pflichtaufgabe Irland in der Gruppe C souverän gelöst und einen wichtigen Schritt Richtung EM-Viertelfinale gemacht. Die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque schlug am Donnerstagabend in Danzig Irland mühelos mit 4:0 (1:0) und führt mit nun vier Punkten die Tabelle der Gruppe C vor Kroatien an. Die Iren sind nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel als erstes Team bei der EM ausgeschieden. Fernando Torres als Doppelschütze in der 4. und 70. Minute sowie David Silva (49. Minute) und der eingewechselte Cesc Fabregas (83.) trafen in einer äußerst einseitigen Partie für den Weltmeister, der seinen höchsten EM-Sieg der Geschichte feierte.

Im abschließenden Gruppenspiel am kommenden Montag genügt Spanien im direkten Duell mit Kroatien ein Remis zum Weiterkommen, unabhängig vom Ausgang des Spiels Italien gegen Irland. Kontrahent Kroatien ist lediglich bei einem Unentschieden mit mindestens jeweils zwei Toren sicher in der nächsten Runde.

Del Bosque setzte im Sturmzentrum wieder auf Torres und damit auf einen klassischen Mittelstürmer im 4-5-1-System. Leidtragender der Systemumstellung war Cesc Fabregas, der beim 1:1-Auftaktspiel gegen Italien sich noch in vorderster Front versucht und immerhin den Ausgleich erzielt hatte. Irlands Nationaltrainer Giovanni Trappatoni nahm lediglich eine Änderung vor: Für Kevin Doyle begann der schnelle Simon Cox im Sturm neben Mannschaftskapitän Robbie Keane.

Den ersten Torschuss der Partie gaben die Iren ab. Cox prüfte Iker Casillas im vom Dauerregen nassen Rasen mit einem Schuss aus 18 Metern, den Spaniens Schlussmann nur abklatschen konnte. Es sollte die einzige nennenswerte Offensivaktion des Außenseiters bleiben. Schon zwei Minuten später war Torres zur Stelle, luchste Innenverteidiger Richard Dunne den Ball ab und wuchtete ihn aus spitzem Winkel über den machtlosen Shay Given ins Tor.

Irland überfordert, Spanien dominant

Die schnelle Führung gab dem Weltmeister sichtbar die nötige Sicherheit und nahm sogleich ein wenig die Spannung aus der Partie. An der defensiven Grundordnung der Iren änderte sich trotz des Rückstandes nichts. Mit zehn Mann warteten die in grün gekleideten Außenseiter auf Spaniens Angriffe, einzig Robbie Keane bot sich in der Sturmspitze an, bekam allerdings keine brauchbaren Zuspiele.

Spanien spielte im ersten Abschnitt Katz und Maus mit den hoffnungslos überforderten und spielerisch limitierten Iren, phasenweise glich die Darbietung einem besseren Trainingsspiel. Doch Xavi (14., 42., 44.), Gerard Pique (16.), Andres Iniesta (23., 45.), David Silva (25.) oder Torres (40.) verpassten es, den überfälligen zweiten Treffer zu erzielen. Der guten Stimmung auf den Rängen tat die Einseitigkeit des Spiels keinen Abbruch, denn speziell die zahlreichen irischen Fans bejubelten ihre Spieler für jeden gewonnenen Zweikampf.

Nach dem Seitenwechsel bot sich das exakt gleiche Bild. Und erneut dauerte es nur vier Minuten, bis der Treffer fiel. Silva kamnach einem abwehrten Torres-Schuss durch Given an den Ball und schob ihn nach kurzer Verzögerung gekonnt ins linke, untere Eck. Xavi hätte direkt nachlegen können, doch Given lenkte den Schuss des Mittelfeldspielers spektakulär ab (54.). Irland wagte sich in der Folge noch ein paar Mal in die gegnerische Hälfte, ernsthaft gefährlich wurde es für die spanische Hintermannschaft um Abwehrchef Pique jedoch nicht mehr.

Der 28-jährige Torres vom Champions-League-Gewinner FC Chelsea krönte seine Leistung mit dem zweiten Treffer und machte in der 74. Minute für Fabregas Platz, der die wenigen Minuten auch noch zu einem Tor nutzte und den bisher höchsten EM-Sieg der Spanier unter Dach und Fach brachte. Bisher war das ein 4:1 gegen Russland im Jahr 2008.