In Berlin steigt eine EM-Party der Superlative: Auf Deutschlands größter Fanmeile am Brandenburger Tor sollen ab Sonnabend Hunderttausende die Nationalmannschaft anfeuern. „Wir wollen 2006/2010, dieses Sommermärchen, wieder aufleben lassen“, sagte Veranstalter Willy E. Kausch am Mittwoch. Er erwarte bis zu 450.000 Zuschauer bei den Live-Übertragungen der Europameisterschaftsspiele auf der Straße des 17. Juni.
Sieben Großleinwände zeigen alle Vorrundenspiele der deutschen Elf, ein Viertelfinale bei deutscher Beteiligung, beide Halbfinalspiele und das Finale.
Der Startschuss fällt am Sonnabend mit der Partie Deutschland gegen Portugal (20.45) - einen Tag nach dem Beginn der EM in Polen und der Ukraine.
Seit der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land hat die schwarz-rot-goldene Fußballparty am Brandenburger Tor Tradition. Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren fieberten dort rund 1,7 Millionen Fans bei den Spielen mit.
Je nach Abschneiden der deutschen Mannschaft dürfen die Fans dort auch auf eine Dankes-Party mit den Nationalspielern hoffen. Kausch bestätigte hierzu Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund: „Es gibt einen vorsichtigen Annäherungsprozess.“
Nach der WM 2006 und der EM 2008 hatte das Team sich in Berlin bei seinen Fans für die Unterstützung bedankt. Bei der WM 2010 war die erhoffte Stippvisite der Spieler jedoch abgesagt worden - Co-Trainer Hans-Dieter Flick sagte damals, die Mannschaft habe nicht ein drittes Mal ohne Pokal vor die Fans treten wollen.
Veranstalter weist ADAC-Kritik zurück
Anfang des Jahres war noch unklar, ob die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule überhaupt stattfinden wird, weil es mehrere Anträge für Veranstaltungen gab, die zeitgleich oder zeitnah zur Fanmeile stattfinden sollten. Das zuständige Bezirksamt Mitte genehmigte die Meile. Kausch sprach von zähen Verhandlungen mit einem guten Ende. Nach der EM wird die Berliner Fashion Week veranstaltet. Die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule bleibt deshalb vom 3. Juni bis 13. Juli komplett für Autofahrer gesperrt.
Der Automobilclub ADAC hatte die Dauer der Sperrung kritisiert und deshalb ein Verkehrschaos befürchtet. Kausch wies die Kritik als ungerechtfertigt zurück. Hätten die Veranstalter die Bühnen jeweils nach den Übertragungen wieder abgebaut und die Straße anschließend freigegeben, wären die Autofahrer irritiert gewesen. Die Sperrung der Straße des 17. Juni habe mit der Fanmeile am wenigsten zu tun.
dpa/dapd/mim



