Firat Sucsuz vergrub sein Gesicht in beiden Hände. Der Außenverteidiger von Tennis Borussia wusste sofort um die Tragweite seines Fehlers, der die U23 von Hertha BSC im Berliner Duell der Fußball-Regionalliga Nordost wieder ins Spiel zurückgebracht hatte. Die Bundesliga-Reserve kam durch Sucsuz Fehler zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Tony Rölke (57.) und drehte das Spiel beim 3:1 (0:1)-Erfolg schließlich komplett.

„Das 1:1 war mental schon ein Knackpunkt“, musste auch TeBes Mittelfeldspieler Tim Oschmann hinterher zugeben. „So ein Bock passiert meistens, wenn man unten drin steht“, haderte der 28-Jährige, dessen Mannschaft unter dem neuen Trainer Christopher Brauer zwar leistungstechnisch einen Aufwärtstrend verzeichnet, aber nach der nun schon wieder dritten Niederlage in Folge mit acht Punkten auf dem letzten Rang verharrt.

Das Duell der beiden jüngsten Mannschaften der Liga hatte sich für TeBe gut angelassen: Der ehemalige Zweitligist hatte bei einem Freistoß an die Latte von Mesuk Kesik (5.) erst Glück, kämpfte sich anschließend aber über etliche Mittelfeldduelle ins Spiel und ging nicht unverdient mit dem Pausenpfiff durch German Kurbashyan in Führung (45.+1).

TeBes Anführer Oschmann gibt Hoffnung nicht auf

Herthas Talente kamen allerdings wesentlich druckvoller aus der Kabine und hatten spätestens nach Sucsuz folgenschweren Fehlers alles im Griff. Trainersohn Maurice Covic nach einer schönen Kombination (76.) und erneut Rölke nach einem schnellen Gegenstoß (79.) stellten Herthas nächsten Sieg in einem Stadtduell nach dem 3:2 vor Wochenfrist bei Viktoria Berlin sicher.

Tennis Borussia hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt gleichwohl noch nicht aufgegeben. „Wir müssen aus den Fehlern lernen, aber können heute auch viel Positives aus dem Spiel ziehen. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit kämpferisch super dagegengehalten. Und unser erstes Tor 2023 gibt zusätzlich Auftrieb“, betonte Führungsspieler Oschmann.