Bundesliga

Bayerns Neuzugänge schon im Kader für das Schalke-Spiel

Philippe Coutinho, Ivan Perisic und Michael Cuisance stehen im Kader für das Top-Spiel gegen Schalke. Sanchez wechselt nach Lille.

Bayern-Trainer Niko Kovac (M.) freut sich, mit Philippe Coutinho (r.) und Michael Cuisance jetzt mehr Alternativen im Kader zu haben.

Bayern-Trainer Niko Kovac (M.) freut sich, mit Philippe Coutinho (r.) und Michael Cuisance jetzt mehr Alternativen im Kader zu haben.

Foto: Michael Dalder / Reuters

München. So schnell kann’s gehen. Im Juli noch für unverkäuflich erklärt, weil mit großem Potenzial gesegnet, Ende August ruckzuck verkauft. Renato Sanches wechselt vom FC Bayern München zum französischen Erstligisten OSC Lille. Die Vereine sollen sich auf eine Ablösesumme zwischen 20 und 25 Millionen Euro plus Bonuszahlungen geeinigt haben. Vorbei das ständige Theater um den 22-jährigen Portugiesen, der 2016 als EM-Champion für 35 Millionen Euro Ablöse von Benfica Lissabon nach München kam, sich aber trotz seines großen Talents nie einen Stammplatz erobern konnte.

Zudem soll laut der französischen Zeitung „L’ Équipe“ der Transfer von Marc Roca von Espanyol Barcelona zum FC Bayern fix sein. Der 22-jährige Spanier soll in München mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet werden. Offenbar sind die Bayern bereit, 40 Millionen Euro zu bezahlen, die fällig sind, um Rocas Vertrag in Spanien aufzulösen.

Kovac mit den Transfers sehr zufrieden

Ein Verlust, jedoch eher ein finanzieller in der Bilanz. Niko Kovac gewinnt mehr Ruhe in der Kabine, der oft über zu wenig Einsatzzeiten motzende Jungstar ist weg. Und Alternativen hat der Bayern-Trainer seit letzter Woche ja genügend in seinem kurzfristig um drei Spieler aufgemotzten Kader. „Damit sind wir sehr zufrieden. Kompliment auch an unsere Chefs, die das sehr gut gemacht haben. Die Versprechen, die gegeben wurden, wurden eingehalten“, meinte Kovac zufrieden. Das war auch schon mal anders. Vor allem die Leihe von Philippe Coutinho vom FC Barcelona gibt den Bayern vorerst bis Saisonende vielfältige neue Offensivmöglichkeiten, was das Personal und das System betrifft. Wie steht es vor dem Auswärtsspiel beim FC Schalke am Sonnabend (18.30 Uhr, Sky) um die Integration und die Einsatzchancen von Coutinho, Ivan Perisic und Michael Cuisance?

Philippe Coutinho (27): Am Dienstag trainierte der Copa-América-Sieger dieses Sommers erstmals mit den neuen Kollegen an der Säbener Straße. Auffallend dabei, wie gut sich Coutinho sofort mit Bayerns Spanier Thiago verstand, dessen Vater Brasilianer ist. Da der Portugiese Sanches nun den Verein verlässt, wird Thiago wegen der gemeinsamen Sprache Coutinhos engste Bezugsperson. Unübersehbar aber auch der Trainingsrückstand, den der Spielmacher in den ersten Einheiten offenbarte. In der Vorbereitung kam Coutinho in Barcelonas Testspielen lediglich 24 Minuten zum Einsatz, hat nach dem Urlaub erst zweieinhalb Wochen trainiert. Laut Kovac ist die Barca-Leihgabe „noch nicht auf dem Fitnessniveau, welches er braucht, um von Beginn an oder über 90 Minuten zu spielen. Das hat er auch selbst gesagt.“

Am Sonnabend beim FC Schalke könnte Coutinho je nach Spielstand für 15, 20 Minuten eingewechselt werden. Kovac betonte: „Wir werden kein Risiko eingehen, müssen ihn erst sukzessive aufbauen. Wir werden ihn mit Sicherheit nicht verheizen.“ Gegen die Königsblauen wird - auch wegen des erneuten Ausfalls von Leon Goretzka – Thomas Müller in der Startelf stehen. Wenn Coutinho nach der Länderspielpause Anfang September richtig fit ist, dürfte der Weltmeister von 2014 seinen Stammplatz im offensiven Mittelfeld verlieren.

Ivan Perisic (30): Die Leihgabe von Inter Mailand wird definitiv ihr Debüt im Bayern-Trikot geben. Beim Auftakt gegen Hertha (2:2) fehlte der Kroate noch wegen einer Gelbsperre aus seiner Zeit in der Serie A. Nun ist Perisic, aus seiner BVB-Zeit (Juli 2011 bis Januar 2013) mit Robert Lewandowski gut befreundet, die erste Alternative, wenn einer der Flügelspieler Kingsley Coman und Serge Gnabry ersetzt werden muss. „Ivan ist von der Fitness her sehr viel weiter als Philippe. Er ist sicherlich eine Option, vielleicht auch von Beginn“, macht Kovac Druck auf sein Personal. Kann er endlich – dank Alternativen.

Michael Cuisance (20): Der Zehn-Millionen-Euro-Import aus Gladbach, ausgestattet mit einem Fünfjahresvertrag, ist ein Versuch. Die Bayern sehen im zentralen Mittelfeldspieler ein Talent, wollen ihn perspektivisch aufbauen. Ein Zeichen der Wertschätzung: Der Franzose, dessen Integration durch vier Landsleute im Kader (Coman, Tolisso, Pavard und Hernández) ein Klacks ist, erhielt das Trikot mit der Rückennummer „11“. Womöglich bekommt Cuisance am Sonnabend gleich ein paar Minuten Spielzeit. Anders als Sanches wird er sich darüber freuen.