Die Fußball-Bundesliga steuert dem Saisonhöhepunkt entgegen. Der FC Bayern kann Sonnabend in Augsburg den sechsten Meistertitel in Folge (und damit den 28. insgesamt) fixieren. Und im Abstiegskampf fallen durch direkte Duelle Entscheidungen.
Spannung, gute Unterhaltung, eitel Sonnenschein? Leider ist so ein Wochenende die Ausnahme. Vor allem das Spielniveau war viel zu oft mäßig. Zahlen belegen das: Die Passgenauigkeit ist mit 78,4 Prozent die schwächste in Europas Topligen. Nirgends wird häufiger gefoult: 28,1 Mal pro Spiel. Nur sechs der 18 Teams haben mehr als 50 Prozent Ballbesitz. In England oder Spanien, Italien oder Frankreich zeigen mehr Teams Gestaltungswillen und Risikofreude. Kein Wunder, dass wir den schwächsten Torschnitt seit Jahren erleben (2,69). Da so viele Eckballtore wie nie fallen (0,4) klingt der noch schöner, als er ist.
Ja, der Sog des Geldes zieht viele Topspieler ab, aber unterhaltsamere Taktiken als jetzt braucht es künftig trotzdem, denn auch der Zuschauerschnitt im Stadion sinkt längst. Und vorm TV womöglich auch bald: wegen Erfolglosigkeit. Von 51 Europacupspielen verloren deutsche Klubs 23, in der Saison zuvor nur 16. Wenn nichts passiert, also weiter nur Fußballverhinderer und Sicherheitsfanatiker regieren, droht die Bundesliga gefressen zu werden im Kreislauf des Geldes.


