Manuel Neuer bläst die Backen auf und hechtet sich nach einem Ball. Erstmals seit mehr als einem halben Jahr hat der Weltklasse-Schlussmann beim FC Bayern München am Donnerstag wieder eine leichte torwartspezifische Trainingseinheit absolviert. Nach seinem dritten Mittelfußbruch erreichte der 32-Jährige auf dem Weg zum heiß ersehnten Comeback das nächste Etappenziel und hielt auch wieder die ersten Schüsse auf sein Tor. „Die Reflexe sind noch da!“, schrieb der deutsche Fußball-Rekordmeister zufrieden und veröffentlichte die von Fußball-Deutschland sehnlich vermissten Bilder mit Neuer in Aktion.

Der Kapitän der Nationalelf und des FC Bayern hatte nach quälend langer Rehabilitation vor zwei Wochen wieder „das erste Mal bei hundert Prozent“ laufen können. Anschließend drehte er auch wieder erste Runden auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße. Erst in Turnschuhen, dann auch wieder in Fußballschuhen.

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„Die ganze Mannschaft freut sich wirklich sehr, dass der Manu wieder auf einem sehr sehr guten Weg der Besserung ist. Wir freuen uns schon auf den Tag, wenn er wieder zurück ist. Wir sehen alle, wie hart er an seinem Comeback arbeitet“, sagte Linksverteidiger David Alaba bei FC Bayern.tv. „Schön, dass du wieder da bist“, schrieb Thomas Müller zwei Tage vor dem Bundesliga-Spiel in Augsburg.

Neuer will nichts überstürzen

„Jetzt muss man besonders vorsichtig sein. Es ist wirklich wichtig, dass dem Fuß nichts mehr passiert. Sonst könnte es wirklich um die Karriere gehen“, hatte Neuer in einem Interview im vereinseigenen TV-Sender gesagt. Dabei gab er Einblicke in seinen Gemütszustand und sprach über die Sorgen mit seinem operierten linken Fuß.

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Trotz des jüngsten kleinen Comeback-Schritts lautet die Devise bei Neuer und dem FC Bayern: nur nichts überstürzen. Dass der frühere Schalker aber in der heißen Endphase der Saison nur zu gerne wieder selbst aktiv eingreifen würde, ist sowieso klar.

„Ich wünsche mir, dass ich für den FC Bayern noch Spiele mache in der Saison. Es ist auch realistisch, aber der Zeitpunkt ist nicht zu nennen“, hatte Neuer gesagt. „Es tut einem weh, wenn man über eine lange Zeit zuschauen muss. Ich bin eigentlich Protagonist und stehe lieber auf dem Platz und im Tor.“

Der Torwart plant Rückkehr Mitte Mai

Neuer möchte natürlich noch vor dem Ende der Bundesliga-Saison Mitte Mai seine Rückkehr feiern. Zumal nur kurz darauf das Nationalteam in die WM-Vorbereitung startet. Sein Ziel sei es, „nicht ohne ein Spiel gespielt zu haben“, zur Nationalmannschaft zurückzukehren und in die WM-Vorbereitung zu starten, hatte der Weltmeister-Keeper beteuert.

Die ersten beiden Länderspiele des WM-Jahres gegen Spanien (1:1) und Brasilien (0:1) verpasste Neuer. Für den Bundestrainer liegt er ohnehin „absolut im Fahrplan“, wie Joachim Löw vor dem Länderspiel gegen Spanien vor zwei Wochen versicherte.

Peu à peu soll Neuer die Belastung steigern. Ohne Druck. „Jetzt muss man sinnvoll das Trainingspensum erhöhen und nicht von 0 auf 100“, hatte Bayern-Coach Jupp Heynckes gesagt. Einen Comeback-Plan gibt es nicht. „Das haben wir bisher nie gemacht“, erklärte Heynckes.

In Neuers Abwesenheit hat sich Sven Ulreich beim FC Bayern zu einem starken Rückhalt weiterentwickelt. Schon am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg können die Münchner ihre 28. Meisterschaft perfekt machen. Der Einzug ins Champions-League-Halbfinale ab Ende April über die Etappe FC Sevilla ist nach dem 2:1 im Hinspiel schon greifbar. Und das DFB-Pokal-Halbfinale am 17. April gegen Bayer Leverkusen wollen die Triple-Jäger natürlich auch überstehen. Neuer will bald auch wieder aktiver Teil dieser Mannschaft sein.

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dpa