Die deutschen Fußball-Frauen sind bei der Weltmeisterschaft in Kanada auf Achtelfinalkurs. Zwar musste sich die DFB-Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid am Donnerstag im zweiten Gruppenspiel in Ottawa mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen Norwegen zufriedengeben, verteidigte aber die Tabellenführung in der Gruppe B dank des besseren Torverhältnisses.

Anja Mittag (6. Minute) hatte das deutsche Team mit ihrem vierten Turniertreffer in Führung gebracht, die frühere Potsdamerin Maren Mjelde (61.) erzielte mit einem direkten Freistoß den Ausgleichstreffer. Der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister kann im abschließenden Vorrundenspiel am Montag in Winnipeg gegen Thailand den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen.

Vier Tage nach dem 10:0-Kantersieg gegen die Elfenbeinküste lief die DFB-Auswahl fast unverändert gegen Norwegen auf. Lediglich Melanie Leupolz, die sich zum Auftakt eine Schambeinprellung zugezogen hatte, wurde noch geschont. Für die Bayern-Mittelfeldspielerin rückte Dzsenifer Marozsan neben Lena Goeßling auf die „Doppelsechs“. Marozsan hatte wegen einer Bänderdehnung im Sprunggelenk gegen die Afrikanerinnen noch passen müssen, stand nun aber von Beginn an im Blickpunkt. Schon mit ihrem zweiten Schuss stellte die Frankfurterin Torhüterin Ingrid Hjelmseth vor große Probleme. Hjelmseth konnte den Ball nur nach vorn abprallen lassen, und die goldrichtig stehende Mittag brauchte nur noch zur Führung einzuschieben. Für die 30-Jährige, die schon im EM-Finale 2013 gegen Norwegen getroffen hatte, war es das vierte Turniertor.

Kaum Luft zum Atmen

In fast der gesamten ersten Hälfte blieb die deutsche Elf dominant, setzte den Gegner mit sehenswerten Spielzügen ständig unter Druck und gab ihm kaum Luft zum Atmen. Ein Kopfball von Alexandra Popp (29.) verfehlte hauchdünn das Ziel, ihr Freistoß (36.) wurde eine Beute von Hjelmseth. Die hochgelobten norwegischen Angreiferinnen tauchten erst kurz vor dem Pausenpfiff zum ersten Mal vor Nadine Angerer auf. Dann aber wurde es richtig gefährlich: Beim Schuss von Isabell Herlovsen (43.) aus kürzester Distanz reagierte die DFB-Keeperin prächtig. Und die nachfolgende Ecke von Lene Mykjaland lenkt Angerer an die Latte.

In Hälfte zwei war die Partie plötzlich so ausgeglichen wie erwartet. Nach einer Stunde konnte DFB-Verteidigerin Saskia Bartusiak die enteilte Herlovsen kurz vor der Strafraumgrenze nur durch ein Foul stoppen. Den fälligen Freistoß zirkelte Mjelde über die Abwehrmauer zum 1:1 ins Netz. Silvia Neid konnte mit dem Remis leben. „Ich bin nicht unzufrieden“, sagte die Bundestrainerin.

dpa