Champions League

Turin erkämpft gegen Madrid ein 1:1 - und fährt nach Berlin

Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin und Bayern-Bezwinger FC Barcelona bestreiten am 6. Juni das Champions-League-Finale in Berlin. Den Italienern reichte gegen Real Madrid ein Unentschieden.

Foto: AFP

Juventus Turin hat den Traum des Weltmeisters Toni Kroos vom Heimfinale in Berlin zerstört und kämpft mit dem Bayern-Bezwinger FC Barcelona um den Champions-League-Thron. Der italienische Rekordmeister verhinderte im Halbfinal-Rückspiel bei Real Madrid mit einem 1:1 (0:1) den ersten Clásico in einem Europacup-Finale – am 6. Juni könnte die „alte Dame“ erstmals seit 1996 den Henkelpott holen.

Auch ein Elfmeter-Tor des Weltfußballers Cristiano Ronaldo (23.) bannte den Fluch des Titelverteidigers nicht – ausgerechnet der von Real nach Turin gewechselte Alvaro Morata (57.) öffnete Juventus am Mittwochabend nach dem 2:1 im Hinspiel am Dienstag vergangener Woche die Tür ins Berliner Olympiastadion. Weiter hat keine Mannschaft die Champions League zweimal in Folge gewonnen.

Juves Altstars Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon erwartet eine Rückkehr an die Stätte ihres größten Triumphes: Das Duo war 2006 mit Italien in Berlin Weltmeister geworden. Nun muss es Turin mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez aufnehmen, den prägenden Figuren Barças in den Halbfinalspielen gegen Bayern München (3:0/2:3).

Druck durch Ronaldo und Bale

Kroos spielte wie im Hinspiel von Beginn an, sein Auftrag war, aus hinterer Linie Wege für die hochkarätige Offensive aufzuzeigen. Der gefürchtete „BBC“-Angriff war durch die Rückkehr des Stoßstürmers Karim Benzema wieder vereint, der sich im Strafraum auch gleich die erste gute Chance des Spiels (6.) erwühlte. Ronaldo und Gareth Bale erzeugten wie gewohnt Druck über die Außenpositionen. Bei Juve kehrte ebenfalls ein Schlüsselspieler zurück: Der europaweit begehrte Paul Pogba.

Den ersten Turiner Akzent setzte Arturo Vidal mit einem Fernschuss, den das Real-Idol Iker Casillas in seinem 150. Champions-League-Spiel zur Seite abwehrte. Vidal, ehemals bei Bayer Leverkusen, setzte die Ansage seines Trainers Massimiliano Allegri um, der das benötigte 0:0 für „beinahe unerreichbar“ erklärt hatte. Ein Tor musste her – und um das bemühte sich Juve intensiver, als es viele erwartet hatten.

Nach dem Rückstand blieb Juve dann auch keine andere Wahl. Giorgio Chiellini hatte dem in den Strafraum stürmenden James Rodriguez in die Kniekehle getreten, Ronaldo verwandelte sicher in die Tormitte zu seinem 77. Treffer in der Königsklasse. Die Gäste verschoben nun noch weiter nach vorne, was ein enormes Risiko war und Real gefährliche Konter ermöglichte. Zwei hätte Ronaldo (29./41.) zum 2:0 abschließen können, einen weiteren Benzema (42.). Juventus gab nun zu häufig die Kontrolle ab, einzig Torhüter Buffon hielt seine Mannschaft in dieser Phase im Spiel.

Für beide Teams wurde es dann ein Vabanque-Spiel: Juventus musste attackieren, erhöhte peu à peu das Risiko, musste zugleich hinten absichern. Madrid durfte keineswegs zu passiv werden und hoffte auf den entscheidenden Schlag. Mit dem Ausgleich durch Moratas Schuss aus kurzer Distanz war allerdings Real in Zugzwang – fortan belagerte der spanische Tabellenzweite den gegnerischen Strafraum fast durchgehend, Bale verpasste das 2:1 gegen nun tief stehende Gäste knapp (63.).

Konter setzte nun Turin. Hätte Claudio Marchisio (68.) mit einem Flachschuss Casillas überwunden, hätte Real noch drei weitere Tore gebraucht. Auf der anderen Seite war es immer wieder Ronaldo, der in den meisten Fällen Bale gefährlich einsetzte.