Dass Robbie Keane Tore schießen kann, steht wohl außer Frage. 21 Treffer hat er insgesamt in der EM-Qualifikation erzielt. Mehr als der Türke Hakan Sükür (20), mehr als alle anderen. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass der 34-Jährige mit 65 Toren Irlands Rekordschütze und damit auch der erfolgreichste noch aktive Nationalspieler ist. Tore, die das Selbstvertrauen mehr und mehr gestärkt haben, sein eigenes und das der gesamten irischen Mannschaft.

„Wir fahren nicht dahin, um nur dabei zu sein. Wir wollen etwas mitnehmen. Und ich denke, mit diesem Team können wir das schaffen“, sagte Keane mit Blick auf das Duell am Dienstag gegen Deutschland in Gelsenkirchen. Er selbst wird alles daran setzen, die Durststrecke der Briten zu beenden. Seit über 20 Jahren wartet Irland auf einen Sieg gegen ein deutsches Nationalteam, den bislang letzten gab es im Mai 1994 in Hannover (2:0).

Robbie Keane ist das Aushängeschild der Iren auf dem Weg zur Europameisterschaft nach Frankreich. Keane, der Name verpflichtet, schließlich war Roy Keane – mit Robbie nicht verwandt – bis zu seinem Karriereende 2006 die Ikone der Männer von der grünen Insel. Mit Manchester United gewann der frühere Mittelfeldspieler sieben englische Meisterschaften und die Champions League 1999. Meriten, von denen Robbie Keane weit entfernt ist.

„Herausforderungen, die einem den Weg weisen“

Es mutet wie die Suche nach einer fußballerischen Heimat an, blickt man auf die Karriere des in Tallaght, einem Vorort von Dublin, geborenen Profis. Wolverhampten, Coventry, ein kurzes und erfolgloses Intermezzo bei Inter Mailand, Leeds, Tottenham, Liverpool – das klingt nicht wirklich nach großer, weiter Fußballwelt. Eines schaffte er bei nahezu allen Klubs: Tore. Das gilt auch für seinen derzeitigen Arbeitgeber Los Angeles Galaxy. „Manchmal braucht man verschiedene Herausforderungen, die einem wieder den Weg weisen“, hatte Keane einst wissen lassen. Eine Maxime, nach der es sich für ihn trefflich leben ließ.

Die nächste Herausforderung ist für Keane und Co. kein Geringerer als der Weltmeister. Doch an die bislang letzten Duelle (1:6 und 0:3 in der WM-Qualifikation) mag man nach dem perfekten Start in die EM-Qualifikation gar nicht mehr denken. „Wir sind viel weiter als damals“, betonte Keane.

Sein Coach Martin O’Neill warnte jedoch vor überzogenen Hoffnungen, zumal die Iren nach der deutschen Niederlage in Polen (0:2) eine entsprechende Reaktion der DFB-Elf erwarten: „Wir müssen wachsam sein, aber wenn wir uns nur hinten reinstellen, werden sie einen Weg finden“, sagte der Trainer: „Es ist wichtig, dass wir versuchen, ihnen Probleme zu bereiten. Wir haben einige Optionen im Angriff.“ Die beste ist ohne Zweifel Robbie Keane.

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