Champions League

Bayern gegen den BVB – ein deutsches Traumfinale in London

München gegen Dortmund: Das diesjährige Champions-League-Finale ist ein Bundesliga-Duell – erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs. Der Weg beider Teams dorthin unterschied sich aber grundlegend.

Das deutsche Traumfinale ist perfekt: Einen Tag nach der schönsten Niederlage in der Klubgeschichte von Borussia Dortmund ist auch Bayern München mit einer Gala-Vorstellung ins Endspiel der Champions League am 25. Mai 2013 im Londoner Wembley-Stadion eingezogen.

Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes zeigte dem FC Barcelona mit einem 3:0 (0:0) auch im Rückspiel die Grenzen auf, nachdem die Bayern bereits mit dem 4:0 im Hinspiel den Grundstein zum Weiterkommen gesetzt hatten.

„Das ist Geschichte. 4:0 zu Hause, 3:0 hier – da darf man stolz und es genießen. Jetzt müssen wir das Ding gewinnen“, kommentierte Bayerns Flügelflitzer Arjen Robben den beeindruckenden Erfolg bei der vermeintlich besten Vereinsmannschaft der Welt.

Ähnlich euphorisch präsentierte sich auch Münchens Kapitän Philipp Lahm, der für das Endspiel gegen Dortmund schon einmal eine konkrete Zielvorgabe formulierte: „Das haben wir grandios gemacht. Wir sind das dritte Mal in letzten vier Jahren im Finale, jetzt wollen wir den Pott auch holen.“

BVB-Mannschaft feiert in Madrid

Als die Bayern im Camp Nou das historische Finale besiegelten, hatten die Dortmunder Partylöwen übernächtigt, aber überglücklich längst wieder deutschen Boden betreten. Die lange Feier hatte ähnlich viel Substanz gekostet wie das spektakuläre 0:2 (0:0) im Halbfinal-Krimi bei Real Madrid wenige Stunden zuvor.

In der vom ehemaligen Real-Profi Nuri Sahin empfohlenen Buddha-Bar stieß die Mannschaft auf den Einzug ins Champions-League-Finale an. Einige Profis feierten danach in anderen Kneipen der spanischen Hauptstadt bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Dortmunds historischer Abend im Bernabéu

Dass schon kommenden Samstag der allerdings sportlich bedeutungslose Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern ansteht, interessierte in diesem Moment niemanden. Selbst Jürgen Klopp hatte keine Einwände gegen eine rauschende Party: „Wenn ich der Mannschaft jetzt nicht gestatte auszugehen, bin ich ja ein Vollhorst.“ Schmunzelnd fügte er an: „Wir haben ja einen Tag länger Pause als die Bayern. Den werden wir nutzen.“

Der historische Abend im Bernabéu versetzte auch den Trainer in Euphorie: „Dass diese Mannschaft im Finale steht, ist die außergewöhnlichste Leistung, von der ich seit langen, langen Jahren im Sport gehört habe.“ Gleichwohl hätte auch er sich die Zitterpartie in der Nachspielzeit liebend gern erspart: „Aber Borussia Dortmund gibt es nur all inclusive.“

Robben, Müller und Co. demütigen Barcelona

Deutschen Fußball all inclusive gibt es nun in Wembley zu sehen. Letzte Zweifel daran beseitigten am Mittwoch die Bayern, die nach dem 4:0 im Hinspiel auch das zweite Aufeinandertreffen durch Treffer von Arjen Robben (48.) und Thomas Müller (76.) sowie einem Eigentor von Gerard Piqué (72.) deutlich gewannen.

Mit einer fast schon einschüchternden Präsenz im Mittelfeld ließen die Münchner ihrem Gegner kaum Raum für sein gefürchtetes Kombinationsspiel. Bastian Schweinsteiger beherrschte den trickreichen Xavi, der das Spiel seiner Mannschaft nicht wie geplant ankurbeln konnte.

Und es fehlte Superstar Lionel Messi, der zunächst auf der Bank Platz nahm und offenbar seine Oberschenkelverletzung immer noch nicht überwunden hat.

Schwierige Situation für Mario Götze

Ob Dortmunds Jungstar Mario Götze in dem für ihn so pikanten Aufeinandertreffen dabei sein wird, ist fraglich. Schon nach 14 Minuten war die Partie für den künftigen Bayern-Profi wegen eines Muskelfaserrisses beendet.

Das aus seiner Sicht höchst brisante Topspiel am Samstag gegen den Tabellenführer aus München wird deshalb ohne ihn stattfinden. Sogar sein Einsatz im Champions-League-Finale am 25. Mai in London ist fraglich. Das erste Bulletin von Klopp verhieß wenig Gutes: „Es wird eng für alles, was noch ansteht.“