Während Borussia Dortmund nach dem 3:2-Rückspiel-Erfolg den Einzug in Halbfinale der Fußball-Champions-League feiert, herrscht beim unterlegenen FC Malaga Fassungslosigkeit. Durch zwei Treffer in der Nachspielzeit schaffte der BVB sprichwörtlich in letzter Minute den Sprung ins Halbfinale - das Wunder von Dortmund war perfekt. Die Spanier wollen allerdings bei der Uefa Protest gegen die Spielwertung einlegen. Die Berliner Morgenpost gibt einen Überblick über die Anschuldigungen des FC Malaga:

Rassismus-Vorwurf Malagas Abwehrspieler Martin Demichelis schlich nach dem 2:3 im Champions-League-Viertefinale mit rot geweinten Augen durch die Dortmunder Stadionkatakomben. Malaga-Präsident Abdullah ben Nasser Al-Thani verbreitete da bereits erste Verschwörungstheorien über die „historische Grausamkeit“. „Das hat mit Fußball nichts zu tun, das ist Rassismus – eindeutig“, twitterte Al-Thani, nachdem sein Team in der Nachspielzeit des Viertelfinal-Rückspiels in Dortmund innerhalb von 69 Sekunden zwei Gegentore kassiert hatte – dabei den entscheidenden dritten Treffer zum 2:3 aus Abseitsposition.

Einspruch bei Uefa Der FC Malaga kündigte am Mittwoch via Twitter an, dass man bei der Uefa einen Protest gegen die Wertung des Spiels einlegen werde. „Das Niveau des Schiedsrichters war nicht so wie es ein Viertelfinale verdient gehabt hätte“, sagte Geschäftsführer Vicente Casado. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino sieht indes keine Grundlage für die Rassismus-Vorwürfe von Al-Thani. Trotzdem soll laut Infantino die Disziplinar-Kommission des Verbandes die Anschuldigungen prüfen.

Wut auf Platini Die unbändige Wut überdeckte sogar die Enttäuschung der Andalusier. Mittelfeldspieler Joaquin vermutet, dass Uefa-Präsident Michel Platini etwas mit dem Ausgang der Partie zu tun gehabt haben könnte. „Wir haben Platini und seine Leute im Verdacht. Weil wir Malaga und nicht Real Madrid sind, ist es einfacher für sie, so etwas mit uns zu machen“, schimpfte der Torschütze.

Verdacht gegen Schiedsrichter Auch Trainer Manuel Pellegrini hatte neben Referee Craig Thomson (Schottland) höhere Mächte im Verdacht. „In diesem Spiel konnten wir nicht gewinnen – oder sie wollten nicht, dass wir es schaffen“, sagte der zerknirschte Chilene. Wen Pellegrini mit „sie“ meinte, ließ er offen. Dafür griff er Thomson direkt an. „In den letzten sieben, acht Minuten war kein Schiedsrichter mehr auf dem Feld.“ Und die Sportzeitung Marca bilanzierte: „Der Fußball ist Malaga etwas schuldig. Zu einer solchen Ungerechtigkeit, wie sie den Andalusiern in Dortmund widerfuhr, fehlen die Worte.“

BMO