2. Fussball-Bundesliga

Herber Dämpfer für St. Pauli im Aufstiegskampf

Durch ein Tor in letzter Minute bezwang Aue den FC St. Pauli. Rostock verspielte eine zweimalige Führung beim KSC. Der MSV Duisburg besiegte den VfL Bochum.

Foto: dpa/DPA

Bittere Enttäuschungen für St. Pauli und Hansa Rostock, Befreiungsschlag für Duisburgs Trainer Oliver Reck: Während die Hamburger durch ein 1:2 (1:0) bei Erzgebirge Aue den Sprung auf den dritten Platz der 2. Fußball-Bundesliga verpassten und im Rennen um den Aufstieg ins Hintertreffen geraten, kamen die Rostocker im Abstiegsduell gegen den Karlsruher SC trotz zweimaliger Führung nur zu einem 2:2 (1:1).

Reck konnte mit dem MSV beim 2:1 (1:1)-Sieg im Ruhrduell gegen den VfL Bochum erstmals seit über drei Monaten wieder gewinnen.

Am Montag hat Fortuna Düsseldorf (51 Punkte) im Spiel bei Energie Cottbus die Chance, den Vorsprung auf die St. Paulianer (50) auf vier Zähler auszubauen. Rostock bleibt mit 17 Punkten Tabellenschlusslicht und hat sieben Zähler Rückstand auf die Duisburger (24) auf dem Nichtabstiegsplatz. Aue (27) hat sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz.

St. Pauli hatte durch ein Tor von Florian Bruns (21.) vor 11.500 Zuschauern in Aue lange Zeit in Führung gelegen, ehe Ronny König für die Gastgeber in der 55. Minute ausgleichen konnte. St. Pauli war zunächst überlegen und führte zur Halbzeit völlig verdient.

In der Folgezeit verpassten es die Hanseaten, trotz einiger Möglichkeiten die Führung auszubauen. In der zweiten Halbzeit bot sich zunächst das gleiche Bild, bevor König mit seinem achten Saisontor aus dem Gewühl im Strafraum heraus aus fünf Metern den Ausgleich erzielte. Enrico Kern (90.+1) traf in der Nachspielzeit per Kopf.

"Die Mannschaft glaubt wieder an sich", sagte Aues Trainer Karsten Baumann, und weiter: "Wir sind zu Hause wieder ungeschlagen dieses Jahr, und das soll auch so bleiben. St. Paulis Trainer Andre Schubert ärgerte sich weniger über den späten Gegentreffer als über den verpassten Sieg. "Wir hatten heute wirklich sehr, sehr viele klare Chancen, aber wir haben sie nicht genutzt."

In Karlsruhe gingen die Rostocker nach 36 Minuten erstmals in Führung, als Timo Staffeldt den Ball nach einer Hereingabe von Tobias Jänicke ins eigene Tor lenkte. Nur Sekunde vor dem Halbzeitpfiff gelang Alexander Iaschwili, der zuvor mehrfach an Hansa-Keeper Kevin Müller gescheitert war, der Ausgleich zum 1:1-Halbzeitstand.

Im zweiten Durchgang wurden die Gäste immer mutiger und gingen folgerichtig durch ein Traumtor des eingewechselten Freddy Borg in Führung. Danach hatten die Gäste Glück, als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ein Foul von Borg im Strafraum an Ilias Charalambous nicht mit einem Elfmeterpfiff ahndete.

In der 78. Minute klärte Tom Weilandt nach einer Flanke deutlich mit der Hand. Den fälligen Handelfmeter verwandelte erneut Iaschwili (78.) zum Ausgleich. "So, wie wir heute gespielt haben, ist das Unentschieden zu wenig. Wir waren die klar bessere Mannschaft und belohnen uns wieder nicht. Das Handspiel vor dem Elfmeter war natürlich unverzeihlich", sagte Hansa-Coach Wolfgang Wolf.

Ein Eigentor leitete in Duisburg die lang ersehnte Atempause für Trainer Reck beim MSV ein. VfL-Angreifer Nikolos Gelaschwili (25.) wollte nach einem Eckball von Jürgen Gjasula klären, produzierte dabei jedoch eine "Bogenlampe", die unhaltbar hinter Torhüter Andreas Luthe einschlug. Den Führungstreffer für die Gäste hatte Takashi Inui (19.) erzielt. Aus Abseitsposition traf schließlich Maurice Exslager zum Sieg (78.).

Einen gehörigen Schrecken bekamen die 15.727 Zuschauer nach der Pause, als der Bochumer Mittelfeldspieler Mimoun Azaouagh mit Gegenspieler Srdjan Baljak zusammenprallte und minutenlang behandelt werden musste. Anscheinend erlitt der ehemalige U21-Nationalspieler Azaouagh eine Kopfverletzung, er musste vom Platz getragen werden.

"Wir wollten mit aller Macht das Tor erzielen und haben in der zweiten Halbzeit viel Willen gezeigt", sagte MSV-Coach Oliver Reck, über dessen Job seit Wochen in Duisburg diskutiert wird. Auch Torschütze Exslager hob den größeren Siegeswillen hervor: "Man hat gesehen, dass jeder unbedingt wollte." VfL Keeper Andreas Luthe kritisierte dagegen die Einstellung seiner Vorderleute: "Das sieht alles sehr schön aus, aber so gewinnt man in der Zweiten Liga nichts."