Champions League

Inter nur noch ein Schatten vergangener Tage

Vor dem richtungsweisenden Champions-League-Spiel in Lille ist die Situation bei Inter äußerst angespannt: sportliche Probleme und finanzielle Sorgen.

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Sportlich in der Krise, finanziell am Boden: Die Lage beim italienischen Renommierklub Inter Mailand spitzt sich vor dem richtungsweisenden Champions-League-Spiel am Dienstag beim französischen Meister OSC Lille zu.

Trotz des neuen Trainers Claudio Ranieri hängt der Champions-League-Sieger von 2010 immer noch tief im Tabellenkeller fest, zudem wird Inter das Geschäftsjahr 2010/11 mit dem höchsten Defizit aller Klubs der Serie A in Höhe von 55 bis 65 Millionen Euro beenden.

Um die Verbindlichkeiten zu tilgen, muss Inters Vereinspräsident Massimo Moratti am 28. Oktober eine Kapitalaufstockung in Höhe von 40 Millionen Euro in die Wege leiten. Die Finanzspritze stammt von Morattis börsennotierter Erdölgesellschaft Saras. Schon in der Saison 2009/2010 hatte der Großunternehmer 70 Millionen Euro ausgeben müssen, um die Verluste seines Vereins in Grenzen zu halten.

Härter trifft die Fans allerdings der sportliche Absturz auf Platz 17. „Der Vizemeister erlebt einen Albtraum“, titelte die Gazzetta dello Sport nach der jüngsten 1:2-Blamage bei Catania Calcio . Moratti nimmt Ranieri, der die Nachfolge des entlassenen Gian Piero Gasperini angetreten hat, in die Pflicht: „Die Mannschaft muss den Neubeginn schaffen. Ich hoffe, dass Coach Ranieri bald die Lage stabilisieren und für eine Trendwende sorgen kann.“

Damit will Inter beim Auswärtsspiel in Lille anfangen. Denn bei einer erneuten Niederlage würden die Franzosen an den Mailändern in der Gruppe B vorbeiziehen und die sportliche Krise weiter verschärfen.

Moratti macht Druck

„Es ist für uns eine Pflicht, bei diesem Spiel gut abzuschneiden. Ein Erfolg würde uns auch den Neuanfang in der Meisterschaft erleichtern“, sagte Moratti und fügte an: „Ich hoffe, dass sich die Lage normalisieren wird, sobald Ranieri die Mannschaft wirklich im Griff hat.“

Die Klub-Verantwortlichen stehen bei den Fans besonders wegen des Verkaufs von Kameruns Stürmer-Star Samuel Eto'o an den russischen Erstligisten Anschi Machatschkala in der Kritik. Eto'o hatte in der vergangenen Woche sogar seine Absicht erklärt, in der zweimonatigen Winterpause in Russland seinem Ex-Klub zu helfen, doch Anschi Machatschkala legte sein Veto ein.