Toronto

Thierry Henry zerstört den Traum von Torsten Frings

Torsten Frings hat den Einzug in die Play-offs der nordamerikanischen Major League Soccer verpasst. Der Ex-Bremer scheiterte an Thierry Henry und einem Ex-Bremer.

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Torsten Frings, der ehemalige Nationalspieler und Kapitän des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen kam am Samstagabend (Ortszeit) im Heimspiel des Toronto FC gegen die New York Red Bulls mit seinem früheren Bremer Teamkollegen Frank Rost nicht über ein 1:1 hinaus.

Der französische Stürmerstar Thierry Henry zerstörte mit seinem sehenswerten 13. Saisontor in der 88. Minute die letzten vagen Playoff-Hoffnungen der Kanadier. Danny Koevermans hatte Toronto vor 20 132 Zuschauern in der 50. Minute in Führung geschossen.

Durch die Punkteteilung rangiert Frings mit seinem Team weiterhin auf dem vorletzten Platz der Eastern Conference (31 Punkte) und hat bei nur noch zwei ausstehenden Partien keine Chance mehr auf das Erreichen der K.o.-Runde. Torhüter Rost weist mit New York 40 Zähler auf und verteidigte somit den zehnten und letzten Playoff-Platz. In zwei der verbleibenden drei Vorrunden-Partien hat das Team Heimrecht.

"So klein ist die Welt"

Nach dem Spiel hatten die beiden Ex-Bremer Zeit für einen Plausch: „So klein ist die Welt“, sagte Frings nach der Partie: „Als ich mit 20 bei Werder Bremen angefangen habe, war Frank schon da. Jetzt trifft man sich gegen Ende der Karriere in einem ganz anderen Land wieder, das ist schon toll. Diese Liga ist ohnehin ein großes Abenteuer für uns beide.“

Da konnte Rost nur zustimmen: „Es ist sicherlich ungewöhnlich, dass man sich nun 1000 Kilometer entfernt von der Heimat wiedersieht. Wir kennen und ja fast 20 Jahre. Das ist schon witzig.“

Mittelfeldspieler Frings und Keeper Rost waren im Sommer in die sportlich eher zweitklassige nordamerikanische Profiliga gewechselt . Während Frings mit Toronto nun die Playoffs verpasst hat und dort mit Blick auf die kommende Spielzeit als erfahrener Spieler Aufbauarbeit leisten soll, steht Rost mit New York vor dem Einzug in die K.o.-Runde.

„Aber im Spiel hat man nicht gemerkt, dass wir mit Toronto unten stehen und New York noch alle Chancen auf die Playoffs hat. Ich bin schon enttäuscht, dass wir in der 88. Minute durch einen Standard noch den Ausgleich kassiert haben“, sagte der 34-jährige Frings.

Kein Vergleich mit der Bundesliga

„Wir wollen nächstes Jahr versuchen, in die Playoffs zu kommen. Den Klub in Toronto gibt es ja erst seit fünf Jahren. Und ich bin fest überzeugt, dass wir im kommenden Jahr ein schlagkräftiges Team haben werden“, sagte Frings.

Allerdings steht das Sportliche in der MLS ohenhin nicht so im Vordergrund wie in der Bundesliga. „Man kann die Bundesliga nicht mit der MLS vergleichen. Natürlich wird auch hier Fußball mit elf Mann pro Mannschaft und einem Ball gespielt, aber die Ligen haben doch ganz unterschiedliche Historien. Fußball ist in Nordamerika einfach noch eine Randsportart“, sagte der 38-jährige Rost, der sich in new York vor allem auch beruflich weiterbilden will und dort auch eine Art Praktikum im Marketing absolviert.

Für Frings sind insbesondere die weiten Reisen zu den Auswärtsspielen „ein absolutes Abenteuer“. „Die MLS ist viel schwerer zu spielen als die Bundesliga. Nicht vom Niveau her, sondern wegen der vielen Reisen. Eben mal sechs Stunden nach Los Angeles zu fliegen, dann zu spielen und wieder sechs Stunden zurück, das kostet richtig Kraft. In Deutschland bist Du ja mit dem Flieger in einer Stunde überall“, sagte Frings.