Die Ärzte versuchten noch alles, um ihn ins Leben zurück zu holen. Ein Defibrillator kam zum Einsatz, Adrenalin wurde in die Venen injiziert. Vergeblich - nach einer Stunde wurden die Bemühungen eingestellt und Dani Jarque für tot erklärt. Seither trauert der spanische Fußball um einen seiner sympathischsten Vertreter, Freunde und Angehörige um einen geliebten Menschen und Espanyol Barcelona um seine treueste Seele. Jarque stammt aus Barcelona, bereits als Zwölfjähriger hatte er sich Espanyol angeschlossen und in seiner Profikarriere nur für einen Verein gespielt: Espanyol.

Nach bisherigen Erkenntnissen erlag der 26-Jährige im Trainingslager in Coverciano/Italien einem Herzinfarkt. Wie spanische Medien berichten, soll der Abwehrchef während eines Telefonats mit seiner Freundin, die von ihm ein Kind erwartet, über Übelkeit geklagt und kurz darauf die Besinnung verloren haben. Als Jarque nicht mehr antwortete, rief die Freundin seinen Mitspieler Ferran Telechea an und bat ihn um Hilfe. Der fand seinen Kapitän leblos in dessen Zimmer und informierte den Mannschaftsarzt.

In Spanien setzte nach Bekanntwerden des Trauerfalls eine Welle des Mitgefühls ein. Joan Laporta, Präsident des benachbarten FC Barcelona, ließ für seinen Verein ein Kondolenzschreiben verfassen. "Das ist eine große Tragödie", heißt es darin, "wir sind von tiefer Trauer erfasst. Unser Mitgefühl gilt Espanyol und der Familie von Dani Jarque." Auch Raul meldete sich zu Wort und zeigte sich geschockt. "Er war ein toller Sportsmann", sagte der Kapitän von Real Madrid, "ich kann es nicht begreifen, er war doch noch so jung."

Die Ursache des Herzinfarkts ist bislang nicht bekannt. "Er starb an einer fehlerhaften Pumpfunktion des Herzens", teilte der Klub auf seiner Homepage lediglich mit. Nähere Aufschlüsse soll eine Autopsie des Leichnams bringen. Deswegen kehrte Espanyol, das das Trainingslager nach dem Drama abbrach und alle geplanten Testspiele absagte, gestern ohne den Körper des Verstorbenen in die Heimat zurück. "Die Autopsie wird einige Zeit in Anspruch nehmen", erklärte Klubdirektor German de la Cruz. "Wir wollen unbedingt herausfinden, warum Dani in so jungen Jahren sterben musste. Es ist der reinste Horror. Unsere Spieler sind alle am Boden zerstört. "

Der Tod von Jarque war in der jüngeren Vergangenheit im spanischen Fußball nicht der einzige Trauerfall Vor zwei Jahren hatte bereits der Tod von Antonio Puerta vom FC Sevilla für Bestürzung gesorgt. Der 22-Jährige war in einem Punktspiel gegen den FC Getafe auf dem Feld zusammengebrochen. In Spanien wird nun wieder über die Qualität der sportärztlichen Untersuchungen im Vorfeld der Fußballsaison diskutiert. Angeblich war Jarque ebenso wie seine Teamkollege kürzlich von Ärzten durchgecheckt worden. Anomalien sind dabei nicht festgestellt worden.