2. Fussball-Bundesliga

St. Pauli schlägt Duisburg in der Nachspielzeit

Durch ein Tor kurz vor dem Abpfiff im Heimspiel gegen den MSV Duisburg holte sich Bundesliga-Absteiger St. Pauli Platz eins zurück.

Foto: Bongarts/Getty Images

Der FC St. Pauli ist wieder spitze. Mit einem 2:1 (1:1) über den MSV Duisburg haben sich die Hamburger die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga zurückerobert. Neuzugang Kevin Schindler brachte die Norddeutschen vor 23.354 Zuschauern im Millerntor-Stadion in Führung (33.), Branimir Bajic (38.) glich aus, ehe Fin Bartels in der Nachspielzeit das Siegtor erzielte.

„Wenn du in der Nachspielzeit ein Tor machst, dann hat das immer mit ein bisschen Glück zu tun. Aber aus meiner Sicht, ist der Sieg absolut verdient“, sagte St. Paulis Trainer Andrè Schubert. „Die Mannschaft hätte sich mehr verdient, als so eine Niederlage. Einen Punkt hätten wir verdient“, meinte Duisburgs Trainer Milan Sasic.

Gelb-Rot gab es für den Duisburger Vasilios Pliatsikas (69.) wegen wiederholten Foulspiels. „Der Schlüsselmoment war die Rote Karte“, meinte Sasic. Denn die Gastgeber konnten den Vorteil in der Nachspielzeit nutzen. „Wir haben auch in der Überzahl versucht Fußball zu spielen“, meinte Schubert. Die Hamburger, die nach Saisonschluss mit dem Bau der dritten modernen Stadiontribüne beginnen wollen, bleiben in dieser Saison noch ohne Niederlage (vier Siege, ein Unentschieden). Ganz anders die Duisburger: Sie warten weiterhin auf ihren ersten Sieg. Zumindest beendete Bajic ihre Torflaute nach 292 Minuten.

Ohne sieben verletzte oder gesperrte Spieler fanden die Gastgeber nicht zu dem gewünschten Offensivdruck. Beide Teams egalisierten sich im Mittelfeld, so dass Torchancen Mangelware blieben. Auf Hamburger Seite fiel der agile Schindler auf, der den Ball zunächst aus 22 Metern übers Tor knallte.

Im nächsten Anlauf nahm der gerade erst vor einer Woche von Bundesligist Werder Bremen für 150 000 Euro verpflichtete Stürmer genauer Maß und erzielte aus 18 Metern das 1:0. „Das ist ein gelungener Einstieg bei St. Pauli“, meinte Schindler. Die Duisburger, die den genesenen Stürmer Emil Jula nach vierwöchiger Verletzungspause einsetzten, zeigten keinerlei Respekt vor dem Bundesliga-Absteiger.

Nach 16 Minuten hätte das Team von Trainer Milan Sasic sogar in Führung gehen können. Doch Jürgen Gjasula traf nur die Latte. Nicht ganz im Bilde war die St.-Pauli-Abwehr, als Bajic den Ball nach Kopfballverlängerung von Markus Bollmann ins Tor beförderte. Dann kam die Schlussoffensive der Hausherren in Überzahl: Bartels erlöste St. Pauli.