Kanada

Kanadas Frauen-Nationalmannschaft kommt mit enormen Rückenwind nach Deutschland. Im November krönte sich „Big Red“ mit dem Sieg beim Qualifikationsturnier der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone zum zweiten Mal nach 1998 zum CONCACAF-Champion. Das WM-Ticket hatten die Kanadierinnen jedoch bereits mit dem Einzug ins Endspiel (1:0 gegen USA-Bezwinger Mexiko) in der Tasche.

Der bislang größte Erfolg bei einer WM-Endrunde datiert aus dem Jahr 2003. In den USA beendete Kanada das Turnier als Vierter. Doch die erhoffte Weiterentwicklung blieb aus: Vier Jahre später in China kamen die Ahornblätter nicht über die Vorrunde hinaus.

In der Weltrangliste kratzt Kanada immer wieder an den Top Ten - derzeit rangiert das Team auf Rang neun. Doch im Kräftemessen mit dem Weltmeister im September zeigte Deutschland der athletischen kanadischen Auswahl mit einem 5:0-Erfolg in Dresden noch einmal deutlich die Grenzen auf.

Unbestrittene Anführerin der kanadischen Mannschaft ist ohne Zweifel Christine Sinclair. Die beim US-Profi-Klub FC Gold Pride aktive Ausnahmestürmerin ist mit 145 Länderspielen (108 Tore) die Rekordspielerin ihres Landes - und das mit gerade einmal 27 Jahren.

Nigeria

In Afrika sind Nigerias Fußballerinnen eine Macht, doch auf internationalem Terrain warten die „Super Falcons“ noch auf den Durchbruch. Mit dem Finaleinzug bei der U20-WM in diesem Sommer in Deutschland unterstrichen die Westafrikanerinnen jedoch ihre Ambitionen im Frauenfußball - auch wenn es nicht zum Titel reichte (0:2 gegen Deutschland).

DFB-Trainerin Silvia Neid ist ein heimlicher „Fan“ der Nigerianerinnen und schätzt ihre Athletik sowie die Zweikampf- und Dribbelstärke. Doch beim jüngsten 0:8-Debakel gegen die DFB-Auswahl in Leverkusen wurde auch das große Manko der antiquierten Verteidigung mit Libera und zwei Innenverteidigerinnen ersichtlich.

Bei der diesjährigen Afrikameisterschaft löste das Team von Trainerin Eucharia Uche, die erste weibliche Trainerin überhaupt auf der nigerianischen Bank, mit dem Einzug ins Endspiel (5:1 im Halbfinale gegen Kamerun) das WM-Ticket, die Kontinentalkrone setzte sich der Weltranglisten-27. mit einem 4:2 gegen Äquatorial-Guinea zum achten Mal auf.

Zu den auffälligsten Spielerinnen Nigerias gehört Perpetua Nkwocha. Die in Schweden aktive Angreiferin wurde zweimal (2004 und 2005) zu Afrikas Fußballerinn des Jahres gewählt.

Frankreich

Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2007 war die Enttäuschung im französischen Frauenfußball groß - umso größer fiel dann die Erleichterung über die souveräne Vorstellung auf dem Weg nach Deutschland aus. Nach zwölf Spielen, davon elf Siege (ein Remis), 53 Toren und nur zwei Gegentreffern hatten Les Bleus das Ticket für die Endrunde 2011 in der Tasche.

Kein Wunder also, dass Coach Bruno Bini auch für die FIFA-Wahl zum Frauen-Trainer des Jahres nominiert wurde. Er hat der französischen Auswahl seit 2007 wieder neues Leben eingehaucht. Bei der EM 2009 in Finnland setzte sich der Aufwind fort, dort scheiterte er jedoch mit seinem Team im Viertelfinale unglücklich an den Niederlanden (4:5 n.E.).

Klammheimlich haben sich die Französinnen so auf Position acht der Weltrangliste vorgearbeitet und sind somit die Nummer vier in Europa hinter Weltmeister Deutschland (2), Schweden (4) und Norwegen (7). Mit ihren 37 Jahren ist Rekordnationalspielerin Sandrine Soubeyrand (155 Länderspiele) unbestrittene Führungskraft neben Verteidigerin Sonia Bompastor (121). Nach vorne sorgen junge Spielerinnen wie Louisa Necib (23 Jahre) und Elodie Thomis (24) für Wirbel.

sid/fb