Bundesliga

Eintracht Frankfurt steigt mit St. Pauli ab

Es ist entscheiden: Eintracht Frankfurt verabschiedet sich aus dem Oberhaus der Bundesliga. Die Hessen unterlagen am letzten Spieltag Dortmund mit 1:3. Und Borussia Mönchengladbach muss in die Relegation.

Meister Borussia Dortmund hat den Liga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt mit einem Sieg zum Abschluss einer historischen Saison in die Zweitklassigkeit gestürzt. Mit einem 1:3 (0:0) verlor das Team von Trainer Christoph Daum die Fernduelle gegen den VfL Wolfsburg sowie Borussia Mönchengladbach und muss zum insgesamt vierten Mal nach 1996, 2001 und 2004 absteigen.

Sebastian Rode (46.) hatte die Frankfurter Hoffnung auf den Klassenerhalt mit dem Führungstor genährt, bevor Lucas Barrios mit seinem 15. Saisontreffer (67.) den hochverdienten Ausgleich in einer Begegnung erzielte, die weltweit in 196 Länder übertragen wurde. Für das 2:1 sorgte Robert Lewandowski (72.), wiederum Barrios (90.+1) setzte den Schlusspunkt. Dede verschoss für Dortmund in seinem Abschiedsspiel noch einen Foulelfmeter (81.), Frankfurts Marcel Titsch-Rivero sah vor dieser Szene die Rote Karte (80.)

Als BVB-Präsident Reinhard Rauball nach dem Abpfiff in seiner Funktion als Liga-Präsident Dortmunds Kapitän Roman Weidenfeller unter dem ohrenbetäubenden Jubel der 80.720 Zuschauer die begehrte Meisterschale überreichte und damit den Startschuss für eine rauschende Party bis zum Sonntagabend gab, hatten die Eintracht-Profis die Bundesliga-Bühne verlassen und waren in den Katakomben der Arena verschwunden.

Zuvor hatten die Borussen im letzten Saisonspiel mit sicherem Kombinationsspiel frühzeitig das Regiment übernommen und mit einem Distanzschuss von Robert Lewandowski ein erstes Signal gesetzt. In der 12. Minute hatten die BVB-Fans bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Lucas Barrios scheiterte mit einem weiteren Foulelfmeter an Torhüter Ralf Fährmann. Benjamin Köhler hatte Jakub Blaszczykowski im Strafraum zu Fall gebracht.

Schon zwei Minuten später musste Fährmann erneut gegen Barrios klären und beim nächsten Angriff einen Kopfball des nicht minder freistehenden Lewandowski parieren. Die Eintracht wirkte völlig überfordert und präsentierte sich in dieser Phase wie ein Zweitligist, von einem Aufbäumen war nichts zu sehen. Die wenigen Angriffsversuche der Gäste blieben ohne Überraschungsmomente.

Der BVB hingegen zeigte, dass er nicht gewillt war, sich die Feierlichkeiten vermiesen zu lassen. Das Führungstor der Westfalen gegen schlecht organisierte und harmlose Frankfurter lag in der Luft. Doch dieses erzielte schließlich überraschend die Eintracht durch Rode, der aus kurzer Distanz nach einer Flanke von Theofanis Gekas traf. Es folgte der befürchtet unrühmliche Auftritt der Frankfurter Fans, die Feuerwerks- sowie Knallkörper abbrannten und ein Transparent „Randalemeister 2011“ entrollten.

Ermutigt von diesem Treffer präsentierte sich Frankfurt im Anschluss wesentlich kämpferischer und aggressiver. Dennoch blieb es weiterhin bei nur wenigen Kontern, weil der BVB auf den Ausgleich drängte und die Eintracht einige brenzlige Situationen nur mit sehr viel Glück überstand. Die Treffer durch Barrios und Lewandowski waren nur eine logische Folge der intensiven Dortmunder Bemühungen um einen erfolgreichen Saisonabschluss.

Die Dortmunder hatten in den Nationalspielern Mats Hummels und Mario Götze ihre besten Akteure. Aufseiten der Frankfurter ragte neben Fährmann lediglich Torschütze Rode heraus.

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach schließt die Saison 2010/2011 als Tabellen-Sechzehnter ab und muss in die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga. Am 34. und letzten Bundesliga-Spieltag erreichte der fünfmalige deutsche Meister ein 1:1 beim Hamburger SV und behauptete den drittletzten Tabellenplatz.

Die Relegationsspiele finden am 19. Mai (20.30) und 25. Mai (20. 30/jeweils ARD) statt, der Erstligist hat zunächst Heimrecht. Derzeit belegt der VfL Bochum den dritten Platz in der 2. Liga, nur die SpVgg Greuther Fürth kann den VfL noch verdrängen. Der 34. und letzte Zweitligaspieltag findet am Sonntag statt.